28.12.12

Prozess

Präparierter Wolf landet in eigener Sache vor Gericht

Ein Jäger erschießt einen höchst seltenen Wolf im Westerwald und beharrt darauf, es sei ein Hund gewesen. Präpariertes Tier vor Gericht.

Von Jens Albes
Foto: dpa
Wolf im Westerwald erschossen
Ein toter Wolf liegt auf dem Waldboden. Es handelt sich um den ersten gesichteten Wolf im Westerwald seit mehr als 120 Jahren. Jetzt muss sich der mutmaßliche Schütze vor Gericht verantworten (Archivbild)

Montabaur. Ein präparierter Wolf hat am 17. Januar vor dem Amtsgericht in Montabaur einen "Auftritt" in eigener Sache. Das Tier – vermutlich der erste Vertreter seiner Art im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz seit 123 Jahren – war im April von einem Jäger erschossen worden, der deshalb vor Gericht steht. Nun werde der Wolf zur Begutachtung eingeführt, sagte Gerichtsdirektor Reiner Rühmann am Freitag nach einem Prozesstermin.

Der Jäger aus dem Raum Köln hatte den Wolf nach eigener Aussage erschossen, weil er ihn für einen Schäferhund hielt, der zwei Rehe verfolgt habe. Im Juli kassierte er dafür einen Strafbefehl von 2500 Euro. Dagegen legte der Mann Einspruch ein. Die Existenz des Wolfs war anhand von Fotos nachgewiesen worden.

Nach Rühmanns Angaben legte Oberstaatsanwalt Ralf Tries am Freitag ein weiteres Gutachten vor, demzufolge es sich bei dem erschossenen Tier tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Am 17. Januar soll dies auch ein Sachverständiger des Frankfurter Forschungsinstituts Senckenberg untermauern.

Tries empfahl dem Verteidiger Christian Comes, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. Dieser nahm dazu nicht sofort Stellung. Nach Darstellung des Gerichtsdirektors Rühmann könnte der Todesschuss – bisher nur als fahrlässiger Gesetzesverstoß geahndet - vom Gericht auch als vorsätzlicher Verstoß eingestuft werden. In diesem Fall würde das Gericht davon ausgehen, dass der Jäger bewusst einen Wolf habe erschießen wollen. Zu einer höheren Strafe könnten dann noch die Kosten der Beweisaufnahme kommen.

Die Verhandlung am Freitag dauerte nur eine Viertelstunde. Der Jäger war diesmal nicht anwesend. Der blutige Tod des Wolfes bei Hartenfels hatte überregional Schlagzeilen gemacht und Tierschützer empört. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jäger vor, trotz schlechter Sicht und ohne genaue Kenntnis des Reviers geschossen zu haben.

Multimedia
Tierwelt

Wölfe in der freien Natur

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. AuslandIS-MilizenDas einträgliche Geschäft mit den Entführungen
  2. 2. AuslandBiologische KriegsführungRussland hat Ebola zur Waffe gemacht
  3. 3. AuslandErdogan-NachfolgeDavutoglu, Geo-Stratege in den Startlöchern
  4. 4. DeutschlandAsylsuchendeHier kommen Flüchtlinge jetzt ins Zeltlager
  5. 5. Bildung (Wirtschaft, Karriere)DIHK-UmfrageAuszubildende – faul, ohne Disziplin, kein Interesse
Top Video Alle Videos
Eiskalt: Schlagersängerin Helene Fischer bei der "Ice Bucket Challenge".  Brightcove Videos
Ice Bucket Challenge
So cool ist Helene Fischer

Fußballer Marco Reus sei Dank: Der Nationalspieler hat Helene Fischer für die "Ice Bucket Challenge" nominiert. Die Schlagersängerin nahm die Herauforderung an stellt sich dem Eis-Schock. mehr »

Top Bildergalerien mehr
Unfall

Motorradfahrer stirbt in Winterhude

Niedersachsen

Anhänger fängt Feuer – Autobahn gesperrt

Klima

Kalifornien ächzt unter Jahrhundert-Dürre

Hiroshima

Hiroshima: 39 Menschen bei Erdrutsch getötet

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr