14.12.12

Prozess

Jäger verteidigt seine Schüsse auf Wolf im Westerwald

Ein Jäger erschießt einen Wolf im Westerwald. Der Mann beharrt darauf, dass es ein Hund gewesen sein soll. Das Gericht muss entscheiden.

Von Kerstin Perkert
Foto: dpa
Wolf im Westerwald erschossen
Ein toter Wolf liegt auf dem Waldboden. Es handelt sich um den ersten gesichteten Wolf im Westerwald seit mehr als 120 Jahren. Jetzt muss sich der mutmaßliche Schütze vor Gericht verantworten (Archivbild)

Montabaur. Der Todesschütze des Wolfes im Westerwald hat seine Schüsse verteidigt und hält das Tier für einen Hund. Der 72 Jahre alte Jäger muss sich seit Freitag vor dem Amtsgericht Montabaur verantworten. Der Mann aus dem Raum Köln gab zum Prozessauftakt die Schüsse zwar zu. Für ihn sei das Tier aber eindeutig ein Schäferhund gewesen, der zwei Rehe verfolgt habe, sagte er. "Verwehren muss ich mich, dass ich sinnlos geschossen hätte." Die Staatsanwaltschaft lastet dem Jäger an, dass er trotz schlechter Sicht und ohne genaue Kenntnis des Reviers abgedrückt habe.

Bei dem toten Wolf handelt es sich vermutlich um das Tier, das erst im Februar dieses Jahres im Kreis Neuwied entdeckt und fotografiert worden war. Es war die erste mit Bildern belegte Sichtung eines solchen Tieres seit 123 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Der Abschuss des Wolfes im April bei Hartenfels im Westerwald hatte für Empörung vor allem unter Tierschützern gesorgt. Das Forschungsinstitut Senckenberg hatte nach einer Analyse einer Gewebeprobe erklärt, das Tier sei ein Wolf gewesen.

Die Verteidigung hält das Tier jedoch nicht für einen Wolf. Der Anwalt des Angeklagten stellte deshalb den Antrag, die Anklage in Bezug auf einen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz fallen zu lassen. Die Untersuchung im Senckenbergmuseum sei zweifelhaft, weil nur eine Probe untersucht worden sei und nicht der gesamte Kadaver. Und es sei wahrscheinlicher, dass das Tier nicht wildlebend, sondern ausgesetzt oder entlaufen gewesen sei. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sollte erneut geprüft werden, ob es sich wirklich um einen Wolf handelt.

Der Naturschutzbund (Nabu) hält es für mutig, die Untersuchung des Senckenbergmuseums infrage zu stellen. Markus Bathen vom Nabu-Projektbüro Wolf sagte: "Wenn Senckenberg sagt, das ist ein italienischer Wolf, dann ist das ein italienischer Wolf."

Im Juli hatte das Gericht auf Antrag der Koblenzer Staatsanwaltschaft bereits einen Strafbefehl wegen des Verstoßes gegen das Tierschutz- und das Naturschutzgesetz erlassen. Es verhängte gegen den Jäger eine Geldstrafe von 2500 Euro. Dagegen legte der Mann Einspruch ein. Das Urteil des Amtsgerichts soll frühestens im Januar fallen.

Multimedia
Tierwelt

Wölfe in der freien Natur

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. WirtschaftKreml-PolitikRusslands Konzernchefs klagen über "Sowjet-Diktatur"
  2. 2. WirtschaftUnglück in MoskauTotal-Chef bei Flugzeugunfall getötet
  3. 3. WirtschaftÖkonomen-StudieFreihandel soll 500 Billionen Dollar erwirtschaften
  4. 4. Panorama"Welt"-Nachtblog++ Apple erreicht dank iPhone 6 Rekordzahlen ++
  5. 5. Panorama"Hart aber fair"Nur 50 Betten in Deutschland für Ebola-Patienten
Top Video Alle Videos

Spanien atmet auf: Die Krankenschwester, die sich bei der Pflege eines Ebola-Infizierten angesteckt hatte, ist auf dem Weg der Besserung. Jetzt will ihr Mann gegen die Behörden vor Gericht ziehen.mehr »

Top Bildergalerien mehr
2. Bundesliga

Rückschlag für St. Pauli

Unfall

Schiff fährt gegen Elbbrücke

Hamburg-Nord

Vergewaltigungs-Verdacht im Hamburger Stadtpark

Bundesliga

HSV erkämpft sich Punkt gegen Hoffenheim

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr