09.11.12

US-Ostküste

Benzin in New York rationiert – Lady Liberty ohne Fackel

Das sturmgeplagte New York ist noch immer weit von der Normalität entfernt: Hunderttausende sind ohne Strom, das Benzin wird rationiert.

Foto: REUTERS
File photo of People standing in line with gas cans to fill at a gas station on Staten Island in New York City after Hurricane Sandy
Lange Schlangen vor den Tankstellen - In New York wird das Benzin rationiert

New York. Nach zwei Stürmen in weniger als zwei Wochen kämpfen die Menschen an der Ostküste der USA weiter mit den Folgen der Unwetter. Mehr als 600.000 Haushalte sind nach dem verheerenden Wirbelsturm "Sandy" und dem darauffolgenden Schneesturm "Athena" weiter ohne Strom, berichtete der Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Freitag. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten New York und New Jersey. Der Schneesturm kappte Zehntausenden Menschen, die nach "Sandy" tagelang keinen Strom gehabt hatten und gerade erst wieder ans Netz angeschlossen worden waren, erneut die Stromverbindungen. Bei vielerorts einstelligen Temperaturen mussten Tausende Menschen in kalten Wohnungen ohne Licht und Wasser ausharren.

Zudem ist das Benzin weiter knapp. Seit Freitagfrüh ist der Kraftstoff in der Millionenmetropole New York deshalb erstmals seit den 1970er Jahren rationiert. Bis auf weiteres dürfen auf Anordnung von Bürgermeister Michael Bloomberg im täglichen Wechsel nur Autos mit einer geraden beziehungsweise ungeraden Zahl am Ende des Nummernschilds tanken. "Ich finde die Regel fair – die Schlangen sind sonst extrem lang", sagte die in New York als Gebäudereinigerin arbeitende Cynthia Quiles der "New York Times". Schon zweimal habe sie sich mit ihrem Auto bereits abends an einer Tankstelle angestellt und im Wagen geschlafen, um dann morgens Benzin bekommen zu können.

Nur ein Viertel der Tankstellen der Stadt hat aber überhaupt geöffnet, weil entweder kein Nachschub kommt oder der Strom fehlt, um die Zapfsäulen zu bedienen. Kilometerlange Schlangen und Wartezeiten von bis zu sieben Stunden und mehr sind daher keine Seltenheit. Der Wirbelsturm hatte Raffinerien sowie das Vertriebsnetz beschädigt.

Auch die gerade erst wieder für Touristen geöffnete Freiheitsstatue hat "Sandy" nicht verschont: Die Statue selbst sei zwar relativ glimpflich davongekommen, aber die Insel, auf der sie steht, sei verwüstest worden, sagte ein Sprecher des National Park Service. Touristen dürften deswegen zunächst auf unbestimmte Zeit nicht auf die Insel fahren. Und auch wann die Fackel der berühmten Statue nachts wieder leuchten wird, sei unklar.

Seit Mittwoch hatte "Athena" Schnee- und Regenfälle sowie heftige Windböen in die Region gebracht, in der es bereits durch "Sandy" zu schweren Zerstörungen gekommen war. Unter dem Nassschnee brachen viele Bäume zusammen und fielen in Stromleitungen. Teilweise mussten die Aufräumarbeiten nach "Sandy" wieder unterbrochen werden.

Verheerende Wirbelstürme in den USA

Hurrikane wie "Sandy" treffen neben Mittelamerika und der Karibik auch immer wieder die USA. Beispiele aus den vergangenen Jahren:

August 2011: Hurrikan "Irene" bedroht die Ostküste. Mehrere Bundesstaaten erklären vorsorglich den Notstand. New York stoppt U-Bahnen sowie Schiffs- und Flugverkehr. Der Sturm, der in North Carolina mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern auf Land trifft, ist weniger verheerend als erwartet.

Dennoch gibt es große Schäden. Millionen sind zeitweilig ohne Strom. Mindestens 45 Menschen sterben. Die Stadt New York bleibt weitgehend verschont.

September 2010: Hurrikan "Earl" tobt mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern vor der nordamerikanischen Ostküste. In mehreren US-Staaten wird der Notstand ausgerufen, für North Carolina sogar Katastrophenalarm.

Der Sturm schwächt sich aber ab und richtet keine größeren Schäden an. In Kanada kommt ein Mensch ums Leben.

September 2008: Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Stundenkilometern und Überschwemmungen tobt der Hurrikan "Ike" über der texanischen Golfküste.

Mindestens 92 Menschen kommen ums Leben. 4,5 Millionen Menschen im Großraum Houston sind ohne Strom.

September 2005: Hurrikan "Rita" löst an der US-Golfküste in den Bundesstaaten Texas und Louisiana schwere Überschwemmungen aus. Der Sturm erreicht bis zu 200 Stundenkilometer.

Zwischenzeitlich müssen mehr als eine Million Menschen die Küstenregion verlassen. Mindestens 119 Menschen sterben.

August 2005: "Katrina" wütet in den US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Florida, Georgia und Alabama und tötet mehr als 1800 Menschen.

New Orleans wird weitgehend zerstört. Etwa 1,3 Millionen Menschen entlang der US-Golfküste verlieren ihr Hab und Gut.

dpa / dapd
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