08.11.12

US-Ostküste

Wintersturm "Athena" trifft New York - Erneute Stromausfälle

"Nor'easter" heißen solche Stürme wie "Athena" und der Name klingt schon kalt. So etwas ist im November an der Ostküste durchaus normal.

Von Chris Melzer
Foto: REUTERS
Gilber Hernandez clears snow from a sidewalk in New York's financial district
Der Tag nach dem Wintersturm: New York räumt auf

New York. Bei einigen hielt der Strom ganze zwei Tage. Gut eine Woche nach dem Wirbelsturm "Sandy" hat ein neuer Sturm in New York und anderen Teilen der US-Ostküste wieder zu Stromausfällen geführt. An vielen Stellen brach der Verkehr zusammen, weil Autos im Schnee steckenblieben und Flugzeuge nicht fliegen konnten. In Manhattan fuhr die U-Bahn (schon wieder) nicht. Solche Stürme sind zwar im November in dieser Region nichts besonderes. Dieser traf mit starkem Wind und eisigem Schneeregen aber auf eine von "Sandy" schwer geschlagene Region.

"Es ist Schnee in die offene Wunde", kommentierte ein Reporter die stundenlangen Schneefälle. Am Dienstag hatten noch Tausende auf den Straßen den Wahlsieg von Barack Obama gefeiert, am Mittwoch steckten sie im Schnee fest und am Donnerstag lag eine weiße Decke über der Millionenstadt.

Das ist weder viel Schnee noch kam er überraschend. Doch für die an ihren Grenzen arbeitende Infrastruktur reicht es, um zumindest für einige Stunden im Chaos zu versinken. Und wer neun Tage nach "Sandy" noch in der Notunterkunft oder ohne Heizung im Holzhaus sitzt, findet bei Temperaturen um den Gefrierpunkt keinen Trost in den Zehntausenden Decken, die die Stadt New York verteilt.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde war der Sturm gar nicht so viel langsamer als "Sandy". Aber dennoch war der neue viel schwächer und hat bei weitem nicht die Schäden des ersten verursacht. Aber er genügte, um bei Zehntausenden den Strom abzudrehen. Am Mittwochabend hatten zum Beispiel auf Long Island 198.000 Kunden keinen Strom – 150.000 von ihnen allerdings schon seit "Sandy" am Montag. Montag letzter Woche!

Mehr als 1700 Flüge mussten abgesagt werden – auch der von Außenminister Guido Westerwelle, dessen Regierungsmaschine nicht starten konnte. Auf den Stadtautobahnen quälte sich der Verkehr im Schneetreiben voran, noch langsamer als sonst. In den U-Bahnen verdrehten die sorgengewohnten New Yorker die Augen, wenn die Durchsage kam: "Sorry Leute, wegen Stromausfalls zwischen der 86. und der 125. Straße werden alle Züge aufgehalten. Vielleicht wäre der Bus eine Alternative." Wäre er nicht, denn der wühlte sich ja auch nur im Schritttempo durch den Schnee.

"Es wäre eine gute Idee, drinzubleiben", hatte Bürgermeister Michael Bloomberg den New Yorkern geraten – fast die gleichen Worte wie eineinhalb Wochen zuvor. "Hurrikan Sandy hat Bäume angeknackst und Teile können jetzt gefährlich herumfliegen", begründete er seine Warnung. Im Central Park fielen zehn Zentimeter Schnee, in anderen Teilen der Stadt noch mehr.

Und es soll noch weitergehen. Zwar ist mit Wind vorerst nicht zu rechnen, Schnee kommt aber weiter aus Neuengland. Der Sturm nach dem Sturm erinnert den bibelfesten Gouverneur des stark betroffenen New Jersey, Chris Christie, schon an die zehn Plagen: "Ich warte jetzt nur noch auf Heuschrecken und Beulenpest."

Verheerende Wirbelstürme in den USA

Hurrikane wie "Sandy" treffen neben Mittelamerika und der Karibik auch immer wieder die USA. Beispiele aus den vergangenen Jahren:

August 2011: Hurrikan "Irene" bedroht die Ostküste. Mehrere Bundesstaaten erklären vorsorglich den Notstand. New York stoppt U-Bahnen sowie Schiffs- und Flugverkehr. Der Sturm, der in North Carolina mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern auf Land trifft, ist weniger verheerend als erwartet.

Dennoch gibt es große Schäden. Millionen sind zeitweilig ohne Strom. Mindestens 45 Menschen sterben. Die Stadt New York bleibt weitgehend verschont.

September 2010: Hurrikan "Earl" tobt mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern vor der nordamerikanischen Ostküste. In mehreren US-Staaten wird der Notstand ausgerufen, für North Carolina sogar Katastrophenalarm.

Der Sturm schwächt sich aber ab und richtet keine größeren Schäden an. In Kanada kommt ein Mensch ums Leben.

September 2008: Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Stundenkilometern und Überschwemmungen tobt der Hurrikan "Ike" über der texanischen Golfküste.

Mindestens 92 Menschen kommen ums Leben. 4,5 Millionen Menschen im Großraum Houston sind ohne Strom.

September 2005: Hurrikan "Rita" löst an der US-Golfküste in den Bundesstaaten Texas und Louisiana schwere Überschwemmungen aus. Der Sturm erreicht bis zu 200 Stundenkilometer.

Zwischenzeitlich müssen mehr als eine Million Menschen die Küstenregion verlassen. Mindestens 119 Menschen sterben.

August 2005: "Katrina" wütet in den US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Florida, Georgia und Alabama und tötet mehr als 1800 Menschen.

New Orleans wird weitgehend zerstört. Etwa 1,3 Millionen Menschen entlang der US-Golfküste verlieren ihr Hab und Gut.

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