05.02.13

Vorwürfe in Rumänien

Laurentiu Reghecampf sollte Bayern-Spiel manipulieren

Ex-Nationaltrainer Dinu wirft Reghecampf vor, von der Wettmafia 200.000 Euro erhalten zu haben, um mit Cottbus gegen den FCB zu verlieren.

Foto: pa/dpa
Europa League - VfB Stuttgart - Steaua Bukarest 2:2
Laurentiu Reghecampf will gegen die schweren Vorwürfe vorgehen

Bukarest. Der frühere Fußballprofi Laurentiu Reghecampf ist in einem Zeitungsbericht in seiner rumänischen Heimat mit dem Vorwurf der Manipulation eines Bundesligaspiels belastet worden. Rumäniens Ex-Nationaltrainer Cornel Dinu wirft Reghecampf vor, von der serbischen Wettmafia 200.000 Euro erhalten zu haben, um mit Energie Cottbus am 21. September 2002 mit drei Toren Unterschied bei Bayern München zu verlieren. Das Spiel endete 1:3.

Reghecampf, derzeit Trainer von Steaua Bukarest, bestritt die Vorwürfe vehement und drohte Dinu, Sportdirektor des Stadtrivalen Dinamo, eine Klage an. "Ich werde gegen diesen Menschen vorgehen. Ich verstehe nicht, wie solche Leute solch eine Fantasie haben können", sagte Reghecampf. Dinu, der mit Reghecampf seit längerem im Clinch liegt, erklärte in der Zeitung Gazeta Sporturilor: "Es waren noch andere Spieler beteiligt. Als das Spiel nicht mit dem gewünschten Ergebnis geendet ist, haben die Serben Reghecampf aufgefordert, dass Geld sofort zurückzugeben."

Auf Vermittlung des mit Reghecampf befreundeten Profis Iulian Chirita habe Dinu dann versucht, die serbischen Kriminellen zu besänftigen. "Ich bin nach Belgrad gefahren und habe die Leute gebeten, Reghecampf Aufschub zu gewähren. Damit habe ich ihm wohl das Leben gerettet. Diese Menschen lösen solche Probleme normalerweise schnell mit Kugeln", sagte Dinu. Chirita bestätigte diese Darstellung der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax.

Der Vorwurf bezieht sich allerdings nicht auf den aktuellen Wettskandal, den die europäische Polizeibehörde Europol am Montag öffentlich gemacht hatte. Europol gab bekannt, dass es zwischen 2008 und 2011 insgesamt 380 manipulierte Spiele gegeben haben soll. In rund 300 weiteren verdächtigen Fällen laufen derzeit noch Ermittlungen. Insgesamt sollen 425 Spieler, Schiedsrichter, Funktionäre und Kriminelle involviert gewesen sein. Das kriminelle Netzwerk soll laut Europol von Singapur aus gesteuert werden.

Der 37 Jahre alte Reghecampf hatte von 2000 bis zu seinem Karriereende 2009 in Deutschland für Cottbus, Aachen und Kaiserslautern gespielt. In seiner Heimat machte er sich schnell als Trainer einen Namen, im Mai 2012 übernahm er den früheren Europapokalsieger Steaua.

Stichwort: Wettbetrug und Frühwarnsystem

Der aus Asien gesteuerte Wettbetrug im Fußball ist durch technische Mittel, wie sie die Frühwarnsysteme der Verbände und legalen Anbieter verwenden, kaum aufzudecken.

Der Grund ist die Art und Weise der Wetten in Asien. Dort sind vor allem die Live-Wetten sehr populär. Zudem wird nicht im Internet, sondern telefonisch per Kredit oder mit Bargeld gewettet. Außerdem sind viele Anbieter nicht lizensiert oder sogar illegal.

Die Frühwarnsysteme schlagen Alarm, wenn besonders hohe oder sich häufende kleine Einsätze sowie Wettmuster registriert werden. Auch Quoten, die sich schnell in eine Richtung ändern, sind ein Anhaltspunkt.

Dies alles ist bei Live-Wetten nur schwer erkennbar. Dabei wird während der Partie unter anderem darauf gewettet, wie viele Einwürfe es gibt, wie viele Tore fallen, ob es einen Elfmeter gibt, usw.

 Ein Beispiel: Wenn ein Spiel zur Pause torlos steht, wird der Wettpate, der durch Bestechung von Beteiligiten weiß, dass in der Partie noch mindestens drei Tore fallen werden, aktiv. Während die "normalen" Wetter auf ein Spiel mit wenig Toren setzen und somit die Quoten für ihn immer besser werden, streut der Wettpate über die gesamte zweite Hälfte Einsätze auf drei Tore. Sollten die bestochenen Beteiligten im Sinn des Wettpaten alles richig machen, kassiert er kräftig ab.

Das kriminelle Konstrukt wird durch das Vorgehen der illegalen Anbieter noch komplizierter. Wenn diese nämlich erkennen, dass ein bekannter Wettpate bei ihnen in eine bestimme Richtung wettet, hängen sie sich dran. Sie platzieren dann bei anderen Anbietern identische Wetten, um den zu erwartenden Verlust durch den Wettpaten wieder auszugleichen.

ls einer der Drahtzieher in diesem Millionengeschäft gilt der 47 Jahre alte Eng Tan Seet, der angeblich in Singapur untergetaucht ist. "Dan Tan" wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Festgenommen wurde er bislang nicht, angeblich ignoriert Singapur den Haftbefehl.

(sid)
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