23.01.13

Handball-WM

Wunder fällt aus: Deutsche Handballer scheitern an Spanien

Trotz einer beherzten Leistung musste sich das DHB-Team dem Favoriten 24:28 geschlagen geben. Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke.

Von Martin Kloth
Foto: AFP

Ohne Worte: Die Enttäuschung ist der deutschen Mannschaft nach der Niederlage anzusehen

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Saragossa. Nach dem jähen Ende ihrer wunderbaren WM-Reise schwankte die Stimmung der deutschen Handball-Männer zwischen Enttäuschung und Stolz. Inmitten des Jubels der spanischen Gastgeber im Pabellón Príncipe Felipe in Saragossa versuchten die DHB-Männer am Mittwoch, Haltung nach dem bitteren 24:28 (14:12) zu wahren. "Wir dürfen jetzt nicht vergessen, was wir geleistet haben", sagte Kapitän Oliver Roggisch. "Aus so einer Niederlage müssen wir lernen. Man hat gesehen, dass wir am Schluss noch nicht so erfahren sind."

Mit einem Handtuch über seine schweißnassen Haare konnte der erneut starke Torwart Silvio Heinevetter indes seine Gefühle kaum verbergen: "Wir haben zu viele freie Würfe vergeben und sogar neben das Tor geworfen. Diese Enttäuschung zu verkraften dauert eine Weile."

In der Tat hätte die Mannschaft das zweite Wintermärchen nach dem Titelgewinn 2007 durchaus weiterschreiben können. Nach einer über weite Strecken erneut überzeugenden Vorstellung musste sich das Team von Bundestrainer Martin Heuberger erst in der Schlussphase den Spaniern geschlagen geben. "Die Mannschaft hat gut gekämpft. In der zweiten Halbzeit hatten wir zu viele Unterzahlsituationen und haben zu viele Torchancen liegen gelassen. Dann kann man gegen eine starke Heimmannschaft nicht gewinnen", sagte Heuberger.

Auch die sechs Tore von Sven-Sören Christophersen halfen nichts mehr. Am Ende ließen sich die Iberer von ihren Fans feiern und dürfen sich auf das Halbfinale am Freitag gegen Slowenien freuen, das zuvor Russland mit 28:27 bezwungen hatte.

+++Der Spielverlauf zum Nachlesen+++

Vor dem Viertelfinale hatten sich die Deutschen noch einmal als Gute-Laune-Truppe präsentiert. Mit einem selbst gedrehten Video als Antwort auf die Grüße und Glückwunsche aus der Heimat nahmen sich die Spieler selbst auf dem Arm. Sie verulkten "den Geist der Weltmeister von 2007" und zeigten auf der Busfahrt eine Sitz-Tanzchoreographie zum Song "Call me may be" von Carly Rae Jepsen. Am Abend dann war Schluss mit lustig. Mit einem Pfeifkonzert wurden die Deutschen schon beim Aufwärmen von den 10.600 Zuschauern in der ausverkauften Halle empfangen.

Davon unbeeindruckt spielte der Außenseiter groß auf. In der Deckung hatten Abwehrchef Roggisch und seine Nebenleute den bulligen spanischen Kreisläufer Julen Aguinagalde zunächst ebenso im Griff wie Rückraumspieler Alberto Entrerrios. Im Angriff spielte der EM-Siebte überlegt und mit Geduld. Das Duell der Weltmeister von 2005 und 2007 war von der ersten Minute an umkämpft. Oft stand den deutschen Spielern auch das Wurfglück zur Seite. Nach dem 7:5 (13.) durch Michael Haaß ließ sich Spaniens Torwart-Hüne Arpad Sterbik entnervt auswechseln.

Danach stellte der Gastgeber die Abwehr um, provozierte so Fehler im deutschen Spielaufbau und brachte die DHB-Auswahl mit 7:8 (18.) ins Hintertreffen. Bundestrainer Heuberger reagierte mit einer Auszeit. Dies zeigte Wirkung. Zumal die Hausherren wie erwartet im Angriff auch keine zündenden Ideen hatten, um den deutschen Abwehrriegel auszuhebeln. Die deutsche Mannschaft erkämpfte sich so bis zur Halbzeit eine 14:12-Führung.

Doch nach dem Wiederanpfiff schien es schnell gegen die deutsche Mannschaft zu laufen. Spanien drehte den Rückstand in ein 17:15 (34.). Erneut zeigten sich die DHB-Spieler wenig beeindruckt und hielten dagegen. Wenn Patrick Groetzki nicht zwei klare Chancen vergeben hätte, hätte Deutschland Mitte der zweiten Halbzeit deutlich führen können. "Das war vielleicht spielentscheidend", meinte Groetzki niedergeschlagen. Trost kam vom Trainer: "Keinen Vorwurf an Patrick. Er hat eine Riesen-WM gespielt."

So blieb es lange spannend – bis Aguinagalde aufdrehte und mit drei Toren hintereinander entscheidend dazu beitrug, dass die Gastgeber bis auf 25:21 (55.) davonzogen. Deutschland ließ indes zu viele Möglichkeiten aus. Am Ende war der Sieg der Spanier verdient.

(dpa)
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