Der für Sport zuständige Minister will mit Vertretern von Verbänden, Vereinen und Ländern über Maßnahmen gegen Fangewalt diskutierten.

Köln. Der für den Sport zuständige Innenminister Hans-Peter Friedrich wird einen runden Tisch einberufen und dabei über die Gewaltexzesse bei den Fußball-Pokalspielen unter der Woche beraten. „Wir werden am 14. November einen runden Tisch machen, im Innenministerium. Bei dem auch die Verbandsvertreter, die Vereinsvertreter und die Vertreter auch der Länderinnenministerien dabei sein werden. Und wir werden eine Antwort finden müssen, denn diese Gewalt-Eskalation ist so nicht hinnehmbar“, sagte der CSU-Politiker der ARD-Sportschau.

Unter der Woche hatte die Polizei bei den Pokalspielen Dortmund-Dresden, als Hooligans aus Sachsen randalierten, und Frankfurt-Kaiserslautern Schwerstarbeit zu leisten. Es gab zahlreiche Verletzte und vorläufige Festnahmen.

Friedrich hat klare Vorstellungen, um das Problem in den Griff zu bekommen: „Der Fußball ist immer eine Freude für die ganze Familie gewesen. Das muss in Zukunft auch so bleiben. Das heißt: wir müssen sowohl die Chaoten, als auch diejenigen, die meinen, sie müssen dort ihre pyrotechnischen Spielchen betreiben, fernhalten. Das ist die Aufgabe, der wir uns gemeinsam, Sicherheitskräfte, aber auch die Vereine, stellen müssen.“

Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fanprojekte befürchtet generelle Auswirkungen auf den deutschen Fußball: „Das sind Verhaltensweisen, die müssen raus aus deutschen Stadien. Die gefährden nicht nur Unbeteiligte, die gefährden nicht nur den Fußball, sie gefährden auch die Existenz von Fankultur.“ Er warnt allerdings vor undifferenzierten Maßnahmen.

Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte sogar eine Verbannung der Gäste-Anhänger angedacht. „Natürlich ist zum Beispiel eine Reduzierung der Auswärtskontingente bei manchen Klubs denkbar. Bis hin zu einem kompletten Ausschluss von Gästefans“, hatte der Dortmunder in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gesagt.

Henrick Große Lefert, der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), ergänzte in der ARD: „Dass wir ganze Fanszenen ausschließen müssen, kann eigentlich nur das letzte Mittel sein. Deswegen sind wir darauf angewiesen, dass sich die friedlichen Zuschauer und friedlichen Fans - auch unter den Ultras - entsprechend distanzieren von einem solchen Verhalten.“