21.01.13

Niedersachsenwahl

CDU behauptet sich in Hamburgs Süden

Die Christdemokraten holen am Sonntag fünf der sechs Wahlkreise im Hamburger Süden, verlieren aber Lüneburg an die SPD.

Foto: Bianca Wilkens
Landtagswahl 2013
Norbert Böhlke aus Meckelfeld geht im Wahlkreis 51 wieder an die Leine

Winsen/Stade/Lüneburg. Früher ging es hier zu den Schweinen. An diesem Wahlsonntag sitzen fünf Wahlhelfer im Durchgangsraum auf dem Hof von Familie Eckhoff in Gehrden bei Winsen (Landkreis Harburg). Draußen weht ein kalter Ostwind bei minus drei Grad, drinnen haben es sich die Wahlhelfer in einem der kleinsten Wahllokale im Landkreis Harburg hinter einem gelben Partytisch mit Duplo und Haribo gemütlich gemacht. Aus einer Elektroheizung kommt Wärme in den 20 Quadratmeter großen Raum, und jetzt warten die Wahlhelfer auf die 196 Wahlberechtigten des 251-Seelen-Dorfes.

"Früher", sagt Hausherr Ralf Eckhoff, "fanden die Wahlen in Homanns Gasthaus statt, dann bei unserem Bürgermeister Ernst Heitmann. Seit 20 Jahren stellen wir unseren Durchgangsraum als Wahllokal zur Verfügung."

Um 15.30 Uhr haben 79 Gehrdener ihre Stimme abgegeben. Man kommt hier nicht nur zum Wählen auf "Eckhoff's Hof", man hält auch noch einen kleinen Klönschnack - vom Geburtstagsgeschenk für Gaby bis zur Fahrt mit dem BMW-Motorrad über die Feldmark. Mitunter sind fünf Wähler gleichzeitig im ersten Vorraum. Dann wird es richtig eng, und die Frauen und Männer gehen nacheinander zur Wahlkabine. Aber meist ist es vollkommen ruhig im Wahllokal, und der Wahlvorsteher Jürgen Andersen, 53, und seine Helfer Daniel Prüfer, 40, sein Sohn Florian Andersen, 19, Hausherrin Marianne Eckhoff, 40, und Felix Semrau, 18, können über Dorfbelange und die Wahlbeteiligung diskutieren.

Das Wahllokal im Bauernhof von Familie Eckhoff in Gehrden gehörte am Sonntag zum gemütlichsten im Landkreis Harburg. Dort waren insgesamt 254 Wahllokale ab 8 Uhr geöffnet. 193.100 Wähler durften ihre Stimmen abgeben. Drei Kandidaten zogen direkt in das Leineschloss: in den Wahlkreisen Winsen, Seevetal und Buchholz. Im Wahlkreis 50 (Winsen) waren 66.000 Wähler registriert, im Wahlkreis 51 (Seevetal) durften 59.700 Frauen und Männer ihre Kreuze machen und im Wahlkreis 52 (Buchholz) 67.400 Erwachsene. Im Landkreis Stade konnten sich 154.000 Bürger an der Landtagswahl beteiligen. Im Wahlkreis 55 (Buxtehude) waren 79.000 Bürger wahlberechtigt, im Wahlkreis 56 (Stade) waren es 75.000. Sie hatten die Möglichkeit, in rund 200 Wahllokalen und 13 Briefwahlbüros ihre Stimmen abzugeben. Bereits bis Freitagabend hatten rund 11.000 Briefwähler ihre Entscheidung getroffen, bei der letzten Wahl waren es 8700 gewesen.

Alles über den Wahlabend und sämtliche Informationen zur Landtagswahl in Niedersachsen finden Sie auf unserer Themenseite

Die großen Themen der Parteien in der südlichen Metropolregion Hamburg waren die Schul- und Bildungspolitik, das Pro und Kontra zu den geplanten Autobahnen, die Energiewende, die Kinderbetreuung und der demografische Wandel mit den daraus resultierenden Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversorgung.

Die Hansestadt Lüneburg bildete zusammen mit den Samtgemeinden Amelinghausen, Bardowick und Gellersen den Wahlkreis 49 (Lüneburg). Wahlberechtigt waren hier 85.400 Frauen und Männer über 18 Jahren. Allein in der Hansestadt Lüneburg konnten sie in 61 Wahllokalen ihre Kreuze auf den Stimmzetteln machen.

Gleich mehrere Wahlen hatten die Wähler am Sonntag im Landkreis Lüneburg und in Buchholz. Ostring ja oder nein? Vor dieser Frage standen die Bürger in der Nordheidestadt. Tatsächlich ging es dabei aber nicht um den Bau des Ostrings, sondern darum, ob die Verträge mit dem Landkreis Harburg zu der seit Jahrzehnten umstrittenen, östlich der Stadt geplanten Umgehungsstraße bestehen bleiben sollen.

Im Landkreis Lüneburg durften 144.000 Frauen und Männer bei einer Bürgerbefragung teilnehmen. Dabei ging es um den Bau einer neuen Brücke über die Elbe zwischen Darchau und Neu Darchau - ein Thema, das die Menschen in der Region seit zwei Jahrzehnten beschäftigt. Die Planungen für die Brücke fangen erst dann an, wenn die Politiker eine endgültige Entscheidung getroffen haben - auf Grundlage der Bürgerbefragung, wie sie zuvor versicherten.

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