26.11.12

Katar

Weltklimakonferenz in Doha eröffnet

194 Staaten beraten über Kampf gegen Erderwärmung. Ziele: Fortführung des Kyoto-Protokolls und Fahrplan zum Klimaschutzvertrag.

Foto: dpa
Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana Mashabane (l) spricht bei der Eröffnungszeremonie der Weltklimakonferenz
Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana Mashabane (l) spricht bei der Eröffnungszeremonie der Weltklimakonferenz

Doha. Die Weltklimakonferenz hat am Montag im Ölstaat Katar begonnen. Zentrales Thema: Möglichkeiten der Bekämpfung der Erderwärmung. 194 Staaten wollen unter anderem über einen konkreten Fahrplan für einen Weltklimavertrag verhandeln, der 2015 beschlossen werden soll. Die UN-Konferenz dauert bis zum 7. Dezember. Bundesumweltminister Peter Altmaier wird kommende Woche in Doha, der Hauptstadt des Emirats, erwartet.

"Wir wissen alle, warum wir Jahr für Jahr immer wieder kommen", sagte die südafrikanische Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane, die voriges Jahr Gastgeberin des Klimagipfels in Durban gewesen war. "Wie schulden es unseren Völkern, den Bürgern der Welt. Wir schulden es unseren Kindern, ihnen eine sicherere Zukunft zu geben, als sie derzeit vor sich haben."

Die Konzentration von Treibhausgasen wie Kohlendioxid ist einem vergangene Woche veröffentlichten UN-Bericht zufolge seit dem Jahr 2000 um 20 Prozent gestiegen. Eine Vorausschau der Weltbank zeigte kürzlich einen Anstieg der Temperaturen in diesem Jahrhundert um bis zu vier Grad gegenüber der vorindustriellen Ära. Ziel der UN-Gespräche war es, diesen Anstieg auf zwei Grad zu begrenzen.

Harte Verhandlungen wird es in Doha wohl in der Frage geben, wie lange die nächste Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll zur Begrenzung des Ausstoßes an klimaschädlichen Gasen dauern soll, nachdem sich die Staaten im vergangenen Jahr grundsätzlich auf eine Verlängerung des Abkommens verständigt hatten.

Offen ist außerdem die Frage, wie hoch die finanzielle Unterstützung für die vom Klimawandel besonders betroffenen Länder in den kommenden Jahren sein soll. Auch hier laufen die Zusagen, die vor drei Jahren auf dem Klimagipfel in Kopenhagen gemacht wurden, Ende des Jahres aus.

Ab 2020 sollen jährlich bis zu 100 Milliarden Dollar für Klimaschutzprojekte zur Verfügung stehen. Für die Zwischenzeit gibt es bislang keine Festlegungen. Verwaltet werden sollen das Geld vom Grünen Klimafonds, über dessen Sitz in Doha ebenfalls entschieden wird. Voraussichtlich wird die Wahl auf Südkorea fallen. Deutschland, das sich ebenfalls beworben hatte, ging bei einer Vorabstimmung leer aus.

Darum geht es auf dem Klimagipfel in Doha

Beim UN-Klimagipfel in Doha (Katar) sollen vor allem zwei Dinge vereinbart werden: Eine konkrete Fortführung des Kyoto-Protokolls und ein Fahrplan zum globalen Klimaschutzvertrag.

Kyoto-Protokoll: Der Doha-Gipfel soll konkrete Punkte zur Weiterführung des Kyoto-Protokolls ab 2013 festlegen. Offen ist zum Beispiel noch, ob die nächste Runde 2017 oder 2020 endet. Bislang haben sich die EU, Australien und weitere Länder zu Kyoto 2 bekannt. Diese stoßen zwar nur rund 15 Prozent der globalen Treibhausgase aus, sie nehmen damit aber die Forderung ärmerer Staaten ernst, dass Industrieländer weiterhin einen Schritt vorangehen sollten.

Globaler Klimavertrag: Bis 2015 soll ein globaler Klimavertrag entstehen, der auch die Klimaziele der USA, Chinas, Indiens und weiterer Staaten erfasst und 2020 in Kraft tritt. In Doha müsste daher ein Fahrplan bis 2015 ausgearbeitet werden, damit das Werk in drei Jahren fertiggestellt ist und verabschiedet werden kann.

Geld: Ärmere Staaten sollen weiterhin Geld für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel erhalten. Ab 2020 sollen es jährlich 100 Milliarden Dollar (78 Milliarden Euro) sein. Eine wichtiger Pfeiler dafür ist der Grüne Klimafonds (Green Climate Fund). In Doha geht es um konkrete Finanzzusagen ab 2013, aber auch um neue Geldquellen, etwa eine derzeit heftig umstrittene Abgabe auf Flüge und eine noch schwerer durchsetzbare auf den Schiffsverkehr.

Heiße Luft: Russland darf laut Kyoto-Protokoll 2012 ebenso viel Kohlendioxid ausstoßen wie 1990, hat aber wegen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs derzeit weniger Emissionen. Daher möchte es künftig Gutschriften für mehrere Gigatonnen Kohlendioxid international verkaufen. Die EU und Entwicklungsländer wehren sich dagegen. (dpa)

dapd/abendblatt.de
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