14.11.12

Afghanistan

Nach Massaker: Einem US-Soldaten droht Todesstrafe

US-Soldat soll sich nachts aus dem Lager geschlichen und Massaker an Frauen und Kinder verübt haben. Jetzt droht ihm die Todesstrafe.

Foto: dapd
Der 38-jährige US-Soldat soll am 11. März seinen Stützpunkt in der afghanischen Provinz Kandahar verlassen und in zwei Dörfern 17 Zivilpersonen erschossen haben, darunter neun Kinder
Der 38-jährige US-Soldat Robert Bales soll am 11. März seinen Stützpunkt in der afghanischen Provinz Kandahar verlassen und in zwei Dörfern 17 Zivilpersonen erschossen haben, darunter neun Kinder

Washington. Sieben Monate nach einem Gemetzel an Zivilisten mit 16 Toten in Afghanistan muss der US-Unteroffizier Robert Bales die Todesstrafe fürchten. Bei einer Anhörung auf dem Militärstützpunkt Fort Lewis im Bundesstaat Washington forderte die Staatsanwaltschaft einen Prozess vor einem Militärgericht mit möglicher Todesstrafe.

Der Soldat habe "die schlimmsten und verabscheuenswürdigsten Verbrechen begangen, die ein Mensch begehen kann", urteilte Militärstaatsanwalt Rob Stelle am Dienstag (Ortszeit) nach einem Bericht der Zeitung "The News Tribune".

Dem 39-jährigen Bales wird vorgehalten, am 11. März gleich zwei Mal in der Nacht seinen Stützpunkt verlassen und Blutbäder in nahe gelegenen Dörfern angerichtet zu haben. Er habe die Zivilisten, darunter viele Kinder, in der südafghanischen Provinz Kandahar vorsätzlich getötet. Die Mindeststrafe für derartige Vorwürfe beträgt lebenslänglich; aber auch die Todesstrafe ist möglich.

Das Massaker gilt als eines der schlimmsten im Afghanistankrieg. Es hatte seinerzeit scharfe Kritik in Afghanistan an der internationalen Truppe ausgelöst. Auch Forderungen nach einem schnelleren Abzug waren laut geworden.

Bales' Verteidigung machte psychische Probleme des Mandaten geltend. Er habe bei einem vorherigen Einsatz im Irak ein Schädeltrauma erlitten und sei gegen seinen Willen nach Afghanistan geschickt worden. Bales gab zunächst kein Unschuld- oder Schuldbekenntnis ab. Ob es zu einem Hauptverfahren komme, solle in Kürze entschieden werden, hieß es

Zehn Fakten über Afghanistan
Afghanistan grenzt an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, die Volksrepublik China und Pakistan und hat eine Fläche von rund 652.000 Quadratkilometern.
Rund 30 Millionen Menschen leben in Afghanistan (Schätzung 2011), davon 42 Prozent Paschtunen, 27 Prozent Tadschiken, neun Prozent Usbeken, neun Prozent Hazara sowie zahlreiche kleinere ethnische Gruppen.
Offizielle Landessprachen sind Dari und Paschtu. Daneben werden zahlreiche Turksprachen, insbesondere Usbekisch und Turkmenisch, sowie weitere Sprachen gesprochen. Viele Bürger sind zweisprachig.
Die Hauptstadt ist Kabul. Rund 4,5 Millionen Menschen leben dort (Schätzung 2011).
Afghanistan ist seit dem 8. August 1919 unabhängig.
Die Regierungsform ist ein Präsidialsystem.
Staatsoberhaupt und Regierungschef ist Hamid Karsai. Der Präsident und zwei Vizepräsidenten werden auf fünf Jahre vom Volk direkt gewählt, eine Wiederwahl ist nur für eine weitere Amtszeit möglich.
Im Haushaltsjahr 2011/2012 betrug das Bruttoinlandsprodukt rund 18,2 Milliarden Dollar, pro Kopf waren dies etwa 585 Dollar.
Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 wird auf 5,7 Prozent prognostiziert.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA wurde das Taliban-Regime von einer US-geführten internationalen Koalition gestürzt. Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr startete Anfang 2002. Ende 2014 sollen die letzten Kampftruppen aus Afghanistan abgezogen werden.
dpa/abendblatt.de
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