10.11.12

Rüstungsdeal

Irak überdenkt Waffengeschäft mit Russland

Unter anderem wollte Bagdad Kampfhubschrauber und Luftabwehrraketen kaufen. Russland hat sich bisher noch nicht geäußert.

Foto: pa/dpa/epa
Der Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki
Der Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki

Bagdad. Der Irak will ein milliardenschweres Waffengeschäft mit Russland auf den Prüfstand stellen. Das teilte der Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki am Samstag mit. Zuvor hatten Abgeordnete und örtliche Medien berichtet, der Deal im Umfang von vier Milliarden Dollar (rund drei Milliarden Euro) sei von Korruption überschattet.

Al-Maliki hatte im Oktober bei einem Besuch in Moskau die Rahmenbedingungen für das Waffengeschäft festgelegt. Danach sollte Bagdad unter anderem Kampfhubschrauber und Luftabwehrraketen von Moskau kaufen. Nach seiner Rückkehr aus Russland habe Al-Maliki jedoch angefangen, den ganzen Deal unter die Lupe zu nehmen, sagte sein Sprecher Ali al Mussawi.

Das russische Verteidigungsministerium und das staatliche Rüstungsunternehmen Rosoboronexport waren am Samstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Waffendeal hätte die russischen Beziehungen zum ölreichen Irak immens gestärkt.

Chronologie: Bombenterror im Irak
Chronologie: Bombenterror im Irak
16. Juni: 29 schiitische Pilger sterben bei Bombenanschlägen, mindestens 80 werden verletzt.
13. Juni: Bei einer Serie von Bombenanschlägen und Schießereien kommen mehr als 70 Menschen ums Leben. 200 werden verletzt.
19. April: Terroristen überziehen den Irak mit Attentaten und Autobombenanschlägen. Dabei sterben insgesamt 49 Menschen, darunter ein Selbstmordattentäter.
20. März: Autobomben und andere Sprengsätze töten mindestens 56 Menschen, mehr als 150 werden verletzt. Zu den Taten bekennt sich eine dem Terrornetz Al-Kaida nahestehende Gruppe.
23. Februar: Bei einer Serie von Bombenanschlägen sterben mindestens 50 Menschen. Ziel sind vor allem Polizisten.
14. Januar: Bei einem Selbstmordanschlag in Basra sprengt sich der Attentäter inmitten von schiitischen Pilgern in die Luft und tötet mindestens 61 Menschen. Am Folgetag explodieren in der überwiegend von Sunniten bewohnten Stadt Ramadi mehrere Bomben und töten mindestens zehn Menschen
5. Januar: In Bagdad und in der Provinz Nassirija sterben bei Anschlägen insgesamt 87 Menschen, darunter viele schiitische Gläubige.
22. Dezember 2011: Terroristen töten bei einer Anschlagsserie in Bagdad mehr als 70 Menschen. Die Bomben explodieren in Stadtvierteln, in denen sowohl Schiiten und Sunniten als auch Christen leben.
(Quelle: dapd)
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