Pro-Palästinensische Aktivisten

Israel schiebt Besatzung der Gaza-Hilfsflotte ab

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Die Aktivisten versuchten, mit der Jacht "Dignité-Al Karama" die Gaza-Blockade zu durchbrechen, wurden aber von israelischen Soldaten gestoppt.

Tel Aviv. Israel hat mit der Abschiebung von 15 pro-palästinensischen Aktivisten begonnen, die mit ihrem Schiff die Gaza-Blockade durchbrechen wollten. Eine Sprecherin des israelischen Innenministeriums teilte am Mittwoch mit, fünf Aktivisten seien schon auf Staatskosten ausgeflogen worden. Die restlichen zehn befänden sich auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv, sagte Sabine Hadad. Sie sollten im Verlauf des Tages das Land verlassen.

Die israelische Marine hatte am Dienstag die französische Jacht "Dignité-Al Karama" aufgebracht und in den israelischen Hafen Aschdod geschleppt. Es gab dabei kein Blutvergießen, keiner der Passagiere leistete Widerstand. An Bord befanden sich neben französischen Aktivisten auch die israelische Journalistin Amira Hass sowie Mitarbeiter des arabischen Senders Al-Dschasira. Ziel der Reise war es, die Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

Die "Dignité-Al Karama" ist Teil einer großen Flotte von zehn Schiffen mit mehreren hundert Aktivisten, die gemeinsam die Reise nach Gaza unternehmen wollten. Die Flottille lag jedoch wochenlang in griechischen Häfen fest und erhielt keine Auslaufgenehmigung. Die "Dignité-Al Karama" war im vergangenen Monat von Korsika aus in See gestochen. Nach einem Zwischenstopp konnte sie am Samstag aus dem Hafen der vor der türkischen Küste gelegenen Insel Kastellorizo (Megisti) auslaufen.

Israel hat nach eigenen Angaben die Seeblockade verhängt, um die illegale Einfuhr von Waffen in den Gazastreifen zu unterbinden. Ende Mai vergangenen Jahres hatte ein israelisches Kommando bei der gewaltsamen Übernahme von Schiffen einer Hilfsflotte neun pro-palästinensische Aktivisten aus der Türkei getötet. (dpa)

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