Küstenschutz im Norden

Bundesministerin fordert größere Investitionen in den Deichbau

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Ilse Aigner wirbt für das Sonderprogramm des Bundes und schlägt vor, Klimaschutz als Schwerpunkt an den Schulen zu verankern.

Hamburg. Angesichts der drohenden Erderwärmung hat die Landwirtschaftsministerin des Bundes, Ilse Aigner (CSU), die norddeutschen Bundesländer zu größeren Anstrengungen beim Küstenschutz aufgefordert. "Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg sind aufgefordert, jetzt verstärkt in den Deichbau zu investieren", sagte Aigner dem Hamburger Abendblatt (Sonnabend-Ausgabe). Die Ministerin wies auf ein Sonderprogramm der Bundesregierung hin, das von 2009 bis 2025 jährlich 25 Millionen Euro zusätzlich für den Küstenschutz bereitstelle. Der Bund trage 70 Prozent der zusätzlichen Schutzmaßnahmen, die fünf Küstenländer sollten 30 Prozent übernehmen.

Aigner forderte, den Klimaschutz zentral in den Lehrplänen deutscher Schulen zu verankern. "Der Klimaschutz sollte zu einem Schwerpunktthema in vielen Schulfächern werden. Nur so wird sich ein neues Denken durchsetzen", sagte sie. Die Verbraucherministerin rief zu einem "verantwortungsvollen Lebensstil" auf, der sich nach dem Wechsel der Jahreszeiten richte.

ZAHLEN, BEITRÄGE UND HINTERGRÜNDE ÜBER DEN KLIMAGIPFEL

"Wir sollten das essen, was es frisch in der Region gibt und nicht erst über Tausende Kilometer zu uns gebracht werden muss." Die Viehhaltung indes trage nicht wesentlich zur Erderwärmung bei. "Das ist eine Alibidiskussion", kritisierte sie. "Statt auf die Kühe zu zeigen, sollten die Leute lieber ab und zu das Auto stehen lassen." Aigner räumte ein, sie habe sich noch nie die erfolgreiche TV-Kuppelshow "Bauer sucht Frau" angeschaut. "Ich muss gestehen: Ich habe 'Bauer sucht Frau' immer noch nicht gesehen – obwohl der Produzent mir inzwischen eine DVD geschickt hat", sagte die Politikerin.

Die Ministerin bestätigte, dass Landwirte tatsächlich Schwierigkeiten bei der Partnersuche hätten. Sie wisse aus ihrem direkten Umfeld, dass es "für Jungbauern und Jungbäuerinnen nicht ganz einfach ist, einen Partner oder eine Partnerin zu finden", sagte Aigner. "Das Landleben und die schwere Arbeit mit Tieren, das muss einem liegen." Auf die Frage, ob die Politik ein ähnlich schwieriges Feld für Partnersuche wie die Landwirtschaft sei, antwortete die ledige 45-Jährige knapp: "Allerdings."

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