23.01.13

Probleme in Berlin

Berliner Museumsinsel wird teurer - Empfang öffnet 2017

Jetzt hakt es in Berlin auch bei der Berliner Museumsinsel. Am Berliner Großflughafen wurde die Brandschutzanlage nicht planmäßig verbaut.

Foto: dapd
Das Baustellenschild vor der Baugrube, aus der das Empfangsgebäude der Berliner Museumsinsel wachsen soll, wird wohl noch bis 2017 dort stehen
Das Baustellenschild vor der Baugrube, aus der das Empfangsgebäude der Berliner Museumsinsel wachsen soll, wird wohl noch bis 2017 dort stehen

Berlin. Neues Baudebakel in Berlin: Die Sanierung der Berliner Museumsinsel wird teurer und dauert länger als bisher geplant. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung bestätigte am Mittwoch, dass das neue Empfangsgebäude voraussichtlich erst im Jahr 2017 eröffnen kann – drei Jahre später als vorgesehen.

Zudem sei sowohl für diese sogenannte James-Simon-Galerie wie auch für die Sanierung des Pergamonmuseums wegen der Teuerung im Baugewerbe mit höheren Kosten zu rechnen, sagte Pressesprecher Andreas Kübler. Er bestätigte damit einen Bericht des Berliner "Tagesspiegel". Die Museumsinsel gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Investitionskosten dort trägt zu hundert Prozent der Bund.

Für das von dem britischen Stararchitekten David Chipperfield entworfene Empfangsgebäude hat die Bundesbehörde die Mehrkosten bereits ermittelt. Mit Hinweis auf das laufende Genehmigungsverfahren machte der Sprecher zu Einzelheiten aber keine Angaben. Bisher waren 71 Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte davon ist dem Zeitungsbericht zufolge bereits ausgegeben.

Die Verzögerung beim Bau ergibt sich laut Kübler durch die schwierigen Bodenbedingungen auf dem Gelände. Die ursprünglich beauftragte Baufirma sei 2011 gekündigt worden. Die neue arbeite zwar seit dem vergangenen Jahr, die Situation sei aber extrem schwierig. "Wir müssen mit Tauchern unter Wasser Betonpfähle zur Befestigung einbringen." Die eigentlich schon für das Frühjahr geplante Grundsteinlegung wurde auf Herbst 2013 verschoben.

Die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Museumsinsel ist eine der größten Touristenattraktionen Berlins. Das neue Empfangsgebäude sollte die Besucherströme für alle fünf Häuser zentral aufnehmen und regeln. Gleichzeitig ist zum Jahresbeginn die Sanierung und Erweiterung des Pergamon-Museums angelaufen, das mit dem weltberühmten Pergamon-Altar und 1,3 Millionen Besuchern im Jahr Flaggschiff des Ensembles ist.

Bisher waren für den Ausbau 385 Millionen Euro vorgesehen. Auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Agnes Krumbiegel teilte die Regierung nun mit, das Bundesamt für Bauwesen habe schon im August 2012 darüber informiert, "dass der festgelegte Kostenrahmen für das Pergamon-Museum voraussichtlich nicht eingehalten werden kann". Die Herstellungskosten würden nun im Rahmen eines Nachtrags für 2014 ermittelt.

Nach dem Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen war im Dezember auch eine Kostenexplosion bei der Sanierung der Staatsoper bekannt geworden. Dort gibt es ebenfalls Probleme mit dem Baugrund. Die veranschlagten Kosten stiegen um fast 46 Millionen auf jetzt 288 Millionen Euro.

Brandschutzanlage am Berliner Großflughafen nicht planmäßig verbaut

Neues auch vom Berliner Großflughafen: Die Brandschutzanlage ist nicht nach Plan eingebaut worden. Es habe Abweichungen von den Angaben im Bauantrag gegeben, sagte der amtierende Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Horst Amann, am Mittwoch vor dem Bauausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Nach der vierten Verschiebung der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens wollten sich die Parlamentarier in einer Anhörung ein Bild von den Hintergründen machen. Geladen waren neben Amann der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und sein Vize Frank Henkel (CDU). Ebenfalls vertreten waren Manager der Firmen Siemens und Bosch, die für die Brandschutzanlage verantwortlich sind. Schwierigkeiten mit der Anlage hatten kürzlich maßgeblich zur erneuten Verschiebung geführt.

Amann erklärte, inzwischen wüssten die Fachleute am Flughafen zwar, wie eine fehlerfrei funktionierende Brandschutzanlage aussehen müsste. "Wir schaffen es aber noch nicht." Die Umsetzung der Lösung erfordere noch weitere Arbeiten. Keinesfalls sei aber ein Abriss von Gebäudeteilen erforderlich. Es stünden jedoch "sehr aufwendige" Umbauten an, gerade bei Kabeln und der Programmierung.

Mit Blick auf das weitere Bauvorhaben warnte Amann grundsätzlich vor "Schnellschüssen". Auch vor diesem Hintergrund sei die Nennung eines neuen Eröffnungstermins zum jetzigen Zeitpunkt "unseriös". Ein Projektplaner, der mit seiner Firma seit 2004 auf der Baustelle tätig ist, mahnte im Ausschuss eine "umfassende und flächendeckende Bestandsaufnahme" für das weitere Vorgehen in Schönefeld an. So etwas fehle bislang.

Zwtl.: Manager vermissen zentrale Steueroberfläche

Manager von Siemens und Bosch bemängelten einhellig das Fehlen einer zentralen Steuermatrix für die Brandschutzanlage. Die einzelnen Anlagenteile, die von den beiden Firmen geliefert worden seien, funktionierten und seien miteinander kompatibel. "Im Laufe dieses Projekts kam es aber immer wieder zu Planungsänderungen, insgesamt 300 bislang", sagte Peter Ribinski von Bosch. Das Unternehmen habe für den künftigen Hauptstadtflughafen jedoch auch andere Anlagen geliefert, die als Ganzes funktionierten. Siemens-Manager Jörg Marks verwies zudem auf die Erfahrungen seiner Firma mit Einbauten an den Flughäfen in Dresden und Leipzig.

Im Zusammenhang mit den Pannen in Schönefeld äußerte unterdessen Bosch-Chef Volkmar Denner in Stuttgart die Befürchtung, dass deutsche Firmen einen Imageschaden erleiden könnten. "Wir machen uns Sorgen, dass der Ruf der deutschen Industrie leidet", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Technologiekonzerns. Insgesamt gehe es für Bosch um einen 30 Millionen Euro schweren Auftrag. In der Brandschutzanlage sind Tausende Sensoren von Bosch installiert. "Die Bosch-Komponenten funktionieren", betonte Denner. Auch die Interaktion mit anderen Komponenten sei einwandfrei.

(dpa/dapd)
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