04.01.13

Straßensanierung in Hamburg

Opposition kritisiert Schlagloch-Politik des Senats

Das Problem: Es fehle Personal, um Sanierungen schnell genug in Auftrag geben zu können. Keine Ingenieure wegen "unattraktiver Vergütung".

Foto: Roland Magunia
Eine Fahrspur auf der Fruchtallee im Bezirk Eimsbüttel wurde wegen zu tiefer Schlaglöcher gesperrt
Eine Fahrspur auf der Fruchtallee im Bezirk Eimsbüttel wurde wegen zu tiefer Schlaglöcher gesperrt

Hamburg. Im Zusammenhang mit der wachsenden Zahl von Schlaglöchern wächst die Kritik der Opposition an der Senatspolitik. Die Probleme bei der Straßensanierung gehen nach Meinung von Till Steffen (Grüne) auf Fehlentscheidungen der SPD zurück. "Geld steht genug zur Verfügung. Es fehlt an Personal, um die Sanierungen schnell genug in Auftrag geben zu können", sagt Steffen. Stattdessen würden die städtischen Ingenieure an der aus seiner Sicht "unsinnigen Busbeschleunigung" tüfteln. Und die Bezirke würden wegen der "unattraktiven Vergütung" keine Ingenieure finden.

Wie berichtet, stellt die Stadt in diesem Jahr mit 88 Millionen Euro etwa doppelt so viel Geld für die Sanierung und Instandhaltung von Straßen aus als noch fünf Jahre zuvor. 2012 waren es 55 Millionen Euro - allerdings riefen die Bezirke nicht alle Mittel ab. "Es fehlen Fachkräfte, um die Bauarbeiten überhaupt ausführen zu können", sagt Susanne Meinecke, Sprecherin der Verkehrsbehörde. In manchen Abteilungen seien bis zu 40 Prozent der entsprechenden Stellen nicht besetzt. Manche Bezirke hinkten daher bei der Straßensanierung hinterher.

"Die groß angekündigte Investition des Senats auf unseren Straßen ist gescheitert, bevor sie überhaupt begonnen hat", sagt CDU-Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse. "Die SPD schafft es nicht einmal, die größten Schlaglöcher zu stopfen und weiß sich nur mit Straßensperrungen zu helfen." Wenn die Stadt das nicht leisten könne, müsse sie die Aufgabe extern vergeben. Kritik kommt auch von Kurt Duwe (FDP): "Der Senat schiebt den Schwarzen Peter den Bezirke zu, die es wegen Personalmangels nicht schaffen, das bereitgestellte Geld für die Straßensanierung auszugeben." Es müsste für eine ausreichende Zahl von Bauingenieuren in den Bezirken gesorgt werden.

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Schlaglöcher so stark gewachsen, dass erste Fahrspuren gesperrt werden mussten. Der Sanierungsstau auf den Hamburger Straßen wird noch Jahre dauern. Davon geht die Verkehrsbehörde aus. Mit der wachsenden Zahl der Schlaglöcher jetzt im Winter wird eine Misere deutlich, die viele Ursachen hat. Weil jahrelang nicht in die nachhaltige Sanierung der Straßen investiert wurde, fressen Wasser und Frost diese nun kaputt. Dabei verpulvert Hamburg viel Geld für einen Teufelskreis: Schlaglöcher werden provisorisch mit Kaltasphalt geflickt. Doch das hält meist nur wenige Monate.

(sba/reba)
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