Hochwasser im Osten Deutschlands

Deichbruch in Sachsen-Anhalt - Dorf abgeschnitten

Nach einem Deichbruch ist die Ortschaft Waltersdorf abgeschnitten, 20 Bewohner sitzen fest. Die Gefahr, dass Deiche abrutschten ist weiter hoch.

Wittenberg/Cottbus. Keine Entspannung in Sicht: Die Hochwasserlage bleibt in Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts weiter kritisch. Die kleine Ortschaft Waltersdorf in Sachsen-Anhalt ist abgeschnitten, nachdem in der Nacht zu Freitag Wasser nach einem Deichbruch weitere Straßen überflutete. 20 Bewohner sitzen nach Angaben des Landkreises Wittenberg in ihren Häusern fest.

Seit Freitagmorgen wurden die brüchigen Stellen des Deiches, der am Vortag bei der Ortschaft Meuselko gebrochen war , mit Betonwänden verstärkt. Hubschrauber der Bundeswehr flogen wieder Sandsäcke zu den Dämmen, erklärte der Sprecher des Landkreises, Ronald Gauert.

Auch in Brandenburg bestand laut Innenministerium die Gefahr, dass Deiche abrutschten. Die Schwachstellen sollten weiter mit Sandsäcken verstärkt werden. Die Situation an der Schwarzen Elster - einem Nebenfluss der Elbe - in Bad Liebenwerda und Herzberg war weiter kritisch, verschärfte sich aber nicht. „Die Lage ist absolut angespannt, aber in der Nacht blieb es erst mal stabil“, sagte ein Sprecher des Elbe-Elster-Kreises. Auch an der Neiße bei Klein Bademeusel wurden solche Schäden festgestellt.

In Südbrandenburg ist der Scheitelpunkt des Hochwassers an der Schwarzen Elster jedoch überschritten, wie das Hochwassermeldezentrum in Cottbus mitteilte.

In Sachsen-Anhalt sei der Pegel der Schwarzen Elster wegen des Deichbruchs am Donnerstag um 20 Zentimeter zurückgegangen, sagte Antje Rentsch von der Hochwasservorhersagezentrale. Im Ort Löben lag er am Freitagmorgen noch bei 3,14 Meter. Es gelte noch die Alarmstufe 4. Zudem rechnete Rentsch damit, dass die Lage in den kommenden zwei bis drei Tagen angespannt bleiben werde. Auch die Elbe werde in den kommenden Tagen noch ansteigen.