Ergebnisse der deutschen Olympioniken

Judoka Bischof im Viertelfinale - Biedermann mit Staffel im Finale

Peking-Olympiasieger Ole Bischof gewinnt seinen Auftaktkampf. Die 4x200 Meter-Schwimmstafel steht im Finale. Schwimmer di Carli ausgeschieden.

London. Peking-Olympiasieger Ole Bischof hat seinen ersten und seinen zweiten Kampf auf der Londoner Judomatte gewonnen. Der 32 Jahre alte Reutlinger besiegte am Dienstag im Mittelgewicht bis 81 Kilo zuerts den Italiener Antonio Ciano durch einen Waza-ari (halber Punkt). Nach einer Zitterpartie und dem Sieg im Kampf gegen den Kasachen Islam Bosbajew in der Verlängerung steht der Reutlinger im Viertelfinale.

Bischof steht damit nur noch zwei Siege von einer Medaille entfernt. Gegen den zwölf Jahren jüngeren Bosbajew rettete sich der 32-jährige Bischof kurz vor Kampfende in den Golden Score und setzte nach gut zwei Minuten durch einen Haltegriff die entscheidende große Wertung (Ippon).

In der Runde der letzten Acht trifft Bischof nun auf Takahiro Nakai (Japan) oder Sergiu Toma (Republik Moldau). Bei einer Niederlage hat Bischof in der Hoffnungsrunde noch die Chance auf Bronze.

Dagegen war Claudia Malzahn aus Halle/Saale in ihrem Erstrundenkampf gegen die slowenische Gold-Favoritin Urska Zolnir chancenlos, unterlag nach 2:52 Kampfminuten durch einen Armhebel vorzeitig und schied aus dem Turnier aus.

Weltrekordler Paul Biedermann hat die deutsche 4x200-m-Freistilstaffel ins olympische Finale geführt. Der Hallenser, der am Vortag Platz fünf im Einzel belegt hatte, schwamm im Quartett mit Tim Wallburger (Berlin), Dimitri Colupaev (Mainz) und Clemens Rapp (Bad Saulgau) in den Vorläufen auf Gesamtplatz drei. In 7:09,23 Minuten blieb das deutsche Team nur sechs Hundertstel über der Zeit von der EM im Mai in Debrecen, bei der Deutschland in der gleichen Besetzung Gold gewonnen hatte. Der Endlauf findet als letztes Rennen am Dienstagabend statt.

+++Live: Vier Chancen auf Medaillen für Deutschland am Dienstag+++

Mitfavorit Marcel Hacker hat bei der olympischen Ruder-Regatta das Halbfinale erreicht. Der Skiff-Weltmeister von 2002 fuhr am Dienstag ein starkes Rennen und musste sich nur dem Briten Alan Campbell geschlagen geben. "Das war heute schon härter als erwartet“, sagte der 35-Jährige. Der ungewohnte Seitenwind machte ihm sichtlich mehr zu schaffen als dem WM-Dritten aus Großbritannien. Allerdings gab es am vierten Renntag auch die ersten überraschenden Ausfälle in der deutschen Flotte.

"Ich bin mein eigenes Rennen gefahren, habe es mir nicht diktieren lassen“, sagte er. Bereits am Mittwoch kämpft Hacker um seinen ersten olympischen Finaleinzug seit der Bronzemedaille von Sydney 2000.

Ebenfalls überraschend im Halbfinale steht Marie-Louise Dräger . Die mehrfache Leichtgewichts-Weltmeisterin, die erst seit wenigen Monaten im schweren Einer rudert, musste sich nur der Australierin Kim Crow und Emma Twigg aus Neuseeland geschlagen geben.

Derweil scheiterten der Frauen-Achter sowie der Frauen-Doppelzweier in ihren Hoffnungsläufen. Während für das Großboot um Schlagfrau Laura Schwensen die Qualifikation für die Olympischen Spiele bereits ein Erfolg war, enttäuschte der Auftritt von Tina Manker und Stephanie Schiller . Im Vorjahr bei der WM in Bled hatten die Potsdamerinnen im Doppelvierer Gold geholt. Der Zweier und der Leichtgewichts-Doppelvierer der Männer schieden zudem in ihren Halbfinals als Viertplatzierte aus.

Der deutsche Rekordhalter Marco di Carli hat im olympischen Vorlauf über 1 00 m Freistil ein Debakel erlebt. Der 27-Jährige schwamm als einziger deutscher Starter ganz schwache 49,03 Sekunden und schied als Gesamt-18. aus. Vier Hundertstel fehlten zum Einzug ins Semifinale. "Das war Kacke. Indiskutabel schlecht. Ich hatte eigentlich ein super Gefühl und war an der Wand noch vor Agnel. Scheiße mal wieder“, sagte er.

Damit konnte der Frankfurter seine Nachnominierung für das Einzel nicht rechtfertigen. Der 27-Jährige hatte sich nur in der Staffel für Olympia qualifiziert, wurde aber nachträglich auch für das Einzel gemeldet, weil er die Norm des Weltverbandes FINA unterboten hatte.

"Für mich ist Olympia hiermit beendet. In der Lagenstaffel wird Markus Deibler schwimmen“, sagte di Carli. Der Hamburger Deibler war in der 4x100-m-Freistilstaffel am Sonntag Schnellster im deutschen Quartett. Die Vorläufe in der Lagenstaffel stehen am Freitag an, der Endlauf bildet traditionell den Anschluss der Wettbewerbe.

Marco Koch und Christian vom Lehn sind unterdessen ins olympische Halbfinale über 200 Meter Brust geschwommen. Der Darmstädter Koch kam am Dienstag in London in 2:10,61 Minuten als Gesamtelfter weiter. Spannender machte es Vom Lehn. Der Wuppertaler rutschte in 2:11,66 als 16. gerade so ins Halbfinale. Als Vorlaufschnellster geht der Ungar Daniel Gyurta (2:08,71) ins Halbfinale an diesem Dienstagabend.

Bogenschütze Camilo Mayr aus Welzheim ist am Dienstag in der ersten Runde des olympischen Turniers ausgeschieden. Der 21 Jahre alte Olympia-Debütant unterlag gegen den starken Chinesen Yu Xing mit 0:6. "Ich war sehr nervös, habe aber dennoch einen guten Wettkampf geschossen. Diese Erfahrung nehme ich gerne mit, denn ich stehe erst am Anfang meiner Entwicklung“, sagte Mayr.

(abendblatt.de/dpa/sid/dapd)