Kommentar: Gewalt im Schanzenviertel

Der Senator schönt die Bilanz

Kann man angesichts von mehr als 50 verletzten Polizeibeamten, von einem Scherbenmeer und einem nie da gewesenen Ausmaß der Zerstörung von einem "erfolgreichen Einsatz" sprechen?

Innensenator Christoph Ahlhaus wertet das Vorgehen seiner Beamten bei der Randale im Schanzenviertel als einen solchen. Damit schönt er die Bilanz der bislang beispiellosen Gewaltnacht. Gewiss: Wenn 1000 Gewaltbereite hemmungslos Steine und Flaschen gegen die Polizei, in die eigenen Reihen und zwischen Umstehende feuern, dann kann man dies nie im Ansatz verhindern. Aber man muss es versuchen. Erklärtes Ziel des Einsatzes war, so viele Gewalttäter wie möglich aus der Anonymität zu reißen und in Haft zu nehmen. Das ist gelungen. Doch zu welchem Preis? Ziel des polizeilichen Handelns muss es in erster Linie sein, das zerstörerische Treiben nicht sechs Stunden lang zuzulassen.