Kommentar: Straßenschlacht im Schanzenviertel

Und wieder ist keiner schuld

Der Kater, den diese Fete bei den Verantwortlichen hinterlässt, muss ein heftiger sein: Zwei Tage nach der gewaltigen Randale im Anschluss an das zunächst friedlich verlaufene Schanzenfest üben sich die Verantwortlichen aller Lager im Wundenlecken - und im Von-sich-Weisen jeglicher Schuld.

Die Organisatoren schieben der Polizei den Schwarzen Peter zu. Die Bezirkverantwortlichen unken, dass alles noch schlimmer gekommen wäre, wenn man das Fest verboten hätte. Der Innensenator verteilt Seitenhiebe gegen die Bezirksverantwortlichen in Altona und lobt die hohe Zahl der Festnahmen. Doch: Auch beim Schanzenfest 2008 waren 38 Randalierer festgenommen worden. Fragt man heute die Behörden, wie viele von ihnen verurteilt, wie viele freigesprochen wurden, stellt man fest, dass dies erschreckenderweise niemand weiß - weder Polizei noch Staatsanwaltschaft, noch Innenbehörde. Dabei wäre eine Erhebung solcher Daten im Sinne einer erfolgreichen Einsatzplanung mehr als sinnvoll. Bevor wieder ein Schanzenfest blüht.