New York

Michael Moore unterstützt Protest gegen Wall Street

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Die Demonstrationen waren teilweise gewalttätig. US-Präsident Obama greift Europas Politiker wegen schlechten Krisen-Managements an.

New York/Washington. Der Regisseur und Autor Michael Moore (Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte) hat die New Yorker Proteste gegen Unternehmensgier und soziale Ungerechtigkeit unterstützt. Seit zwei Wochen läuft bereits die Aktion „Occupy Wall Street“ in der Nähe der New Yorker Börse. Moore besuchte den Zuccotti-Park, um die Demonstranten nach einem Marsch durch das Finanzviertel in ihrem Protest zu bestärken. Die Polizei nahm bei einer Demonstration am Sonnabend 87 Aktivisten fest. Die Demonstranten kritisierten den Polizeieinsatz als ungebührlich heftig. Die Beamten hätten Pfefferspray gegen friedliche Protestteilnehmer eingesetzt. Die Polizei bestreitet das. Die Kundgebung am Montag verlief friedlich.

Derweil scheint die europäische Schuldenkrise die ganze Welt in Angst zu versetzen. Das sagte US-Präsident Barack Obama. Die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung seien von den europäischen Entscheidungsträgern nicht rasch genug ergriffen worden, sagte Obama bei einer Veranstaltung des Karrierenetzwerks LinkedIn. Europa habe sich nie vollständig von der Finanzkrise im Jahre 2007 erholt.

Die Schuldenkrise habe sich auf Übersee ausgeweitet und bedrohe auch die US-Wirtschaft. Bei der Veranstaltung verteidigte Obama seine Pläne, Wohlhabende stärker zur Kasse zu bitten. Er wolle die Reichen nicht schröpfen, sondern zu Einkommenssteuersätzen der 90er-Jahre zurückkehren: „Damals wurden die Reichen reicher. Die Mittelschicht wurde größer. Menschen kamen aus der Armut.“ (dapd)