New York

Occupy Wall Street: Jetzt kommen die Touristen

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Foto: AFP

Menschenzoo in Manhattan: New-York-Besucher lassen sich mit Demonstranten an der Wall Street ablichten. Deutsche Occupy-Bewegung vernetzt sich.

New York/Hamburg. Tausende Touristen aus aller Welt klappern in New York täglich die großen Sehenswürdigkeiten ab: die Freiheitsstatue, das Empire State Building – und neuerdings auch die Wall-Street-Proteste. Während die Aktivisten trotz Einbruchs des Herbsts hartnäckig weiter im Zuccotti Park in Manhattan campieren, stehen ringsherum Besucher, die sich mit den Protesten im Hintergrund fotografieren lassen. Auch Anbieter von Stadtrundfahrten haben längst ihre Routen umdisponiert, um einen Blick auf die finanzmarktkritischen Proteste zu ermöglichen. Einige der Demonstranten verteilten am Mittwoch sogar Ansteck-Buttons und T-Shirts als Souvenirs. Nach der Sex-Affäre um den Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hatten sich Veranstalter von Stadtrundfahrten ebenfalls auf die neuen Destinationen wie das Sofitel am Times Square sowie DSKs zwischenzeitlichen Zufluchtsort mit Fußfessel in Lower Manhattan eingestellt.

Unterdessen droht einem Polizeibeamten, der in den Anfangstagen der Proteste an der New Yorker Wall Street Demonstranten mit Pfefferspray besprüht hatte, ein Disziplinarverfahren. Wie die „New York Times“ berichtete, könnte der Beamte im Rahmen des Verfahrens zehn Urlaubstage verlieren. Er hatte Ende September bei einer Demonstration der Gruppe Occupy Wall Street mehrere Menschen mit Pfefferspray besprüht. Untersuchungen der Dienstaufsichtsbehörde hatten ergeben, dass der Beamte das Pfefferspray nicht im Einklang mit den Vorschriften eingesetzt habe, sagte ein Polizeisprecher.

Die Proteste gegen das Bankensystem sowie Korruption und Lobbyismus sollen durch eine bundesweite Vernetzung in Deutschland weiteren Aufwind bekommen. Es gebe Planungen für ein Vernetzungstreffen, sagte Paulo Dias, Sprecher der Bewegung Occupy Hannover – Echte Demokratie Jetzt!“ im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Würden zeitnah gemeinsame Aktionen verabredet, könne er sich vorstellen, dass der Protest auch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten „und erst gestoppt wird, wenn man wahre Zugeständnisse und nicht nur Brotkrümel vorgeworfen bekommt.“ (dapd/dpa/ryb)

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