Politbarometer

Steinmeier ist Deutschlands beliebtester Politiker

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Der SPD-Fraktionschef liegt vor Verteidigungsminister de Maiziere und Kanzlerin Merkel. Guttenberg auf Platz vier. Grüne bleiben auf Rekordhoch.

Mainz/Hamburg. Der Fraktionschef der SPD, Frank-Walter Steinmeier ist urplötzlich Deutschlands beliebtester Politiker. Das hat die Umfrage des ZDF-Politbarometers ergeben. Der bei der Bundestagswahl 2009 als Kanzlerkandidat gescheiterte Steinmeier liegt vor Thomas de Maizière (CDU), der vor sechs Wochen vom Innen- ins Bundesverteidigungsministerium wechselte. Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der ein Jahr lang die Rangliste angeführt hatte, fällt mit deutlich verschlechterten Werten auf Platz vier zurück. Auf Platz drei liegt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Grünen erreichen in der Sonntagsfrage des ZDF-Politbarometers einen neuen Rekordwert von 23 Prozent. Damit verbessern sie sich gegenüber der letzten Umfrage vor zwei Wochen um vier Punkte, wie das ZDF bekannt gab. Die FDP dagegen käme, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, auf lediglich vier Prozent (minus 1). Das ist ihr schlechtester Politbarometer-Wert seit 1999. Die Union bekäme unverändert 34 Prozent der Stimmen, bei der SPD wären es 27 Prozent (minus 1) und bei der Linken 7 Prozent (minus 1). Auch laut ARD-Deutschlandtrend würde die FDP derzeit die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen. Hier kamen in der Sonntagsfrage die Union auf 33, die SPD auf 26, die Grünen auf 24, die Linke auf 8 und die FDP auf 4 Prozent.

Den Hauptgrund für die schlechte Lage der FDP sieht die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) laut ZDF-Politbarometer in inhaltlichen Fragen. Lediglich 34 Prozent sehen die führenden Politiker der Partei in der Verantwortung. Zugleich glauben 57 Prozent, dass es dem designierten neuen Parteichef Philipp Rösler nicht gelingen wird, die FDP erfolgreich in die Zukunft zu führen. Um die Krise der Partei zu bewältigen, halten nur 14 Prozent den Wechsel an der Parteispitze für ausreichend, für 65 Prozent hätte es darüber hinaus auch zu einem Austausch von FDP-Ministern in der Bundesregierung kommen sollen. FDP-Chef Guido Westerwelle hatte vor knapp zwei Wochen seinen Rückzug von der Parteispitze bekannt gegeben und damit auf die Verluste seiner Partei bei den Landtagswahlen und die parteiinterne Diskussion reagiert. (abendblatt.de)