Der erste Eindruck zählt

Experten verraten, wie ihr mit guter Vorbereitung bei euren Bewerbungsgesprächen punktet

Der Brief mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch liegt auf dem Tisch. Spätestens jetzt zerbrechen sich die meisten Bewerber den Kopf darüber, worauf die Personaler beim persönlichen Kennenlernen wohl Wert legen und wie das Gespräch abläuft.

Vorbereitung ist die halbe Miete

"Pünktliches Erscheinen setzen wir voraus", sagt Andreas Heide, Personalentwickler bei der DAK Hamburg. Deshalb für den Termin einen zeitlichen Puffer von mindestens einer halben Stunde einplanen. "Sollte es trotzdem nicht reichen, unbedingt sofort anrufen, auch bei einer absehbaren Verspätung von fünf Minuten", sagt Christine Stüwe, zuständig für die gewerblich technische Ausbildung der Hamburger Hochbahn AG. Dabei haben sollte man die Bewerbungsunterlagen. "Sie können im Gespräch auch als roter Faden für den Bewerber hilfreich sein", sagt André Konopatzki, Ausbildungsleiter für die gewerbliche Ausbildung bei der Hamburger Hafen und Logistik AG. Falls noch das letzte Zeugnis oder Nachweise fehlen, diese ebenfalls mitbringen.

Kleider machen Leute

Anzug und Krawatte oder ein Kostüm sind fürs Büro üblich, im Handwerk oder gewerblichen Bereich Hemd und Bluse. Shorts, Turnschuhe, Miniröcke und freizügige Ausschnitte gelten dagegen überall als No-Go. Piercings am besten herausnehmen, Tattoos lieber verdecken, auf knalliges Make-up und auffälligen Schmuck verzichten.

Mit Wissen überzeugen

"Vorab unbedingt auf der Homepage aber auch im Internet und in der Zeitung über die Firma informieren", rät Stüwe. Die wichtigsten Fakten wie Zahlen zu Mitarbeitern und Umsatz sowie die Geschäftsfelder sollte man im Kopf haben. Ganz schlecht: "Einige verwechseln, auf welche Lehrstelle sie sich bei uns beworben haben", erzählt Heide. Dann folgten schon mal Ausführungen über den Versicherungskaufmann, obwohl die DAK in diesem Bereich gar nicht ausbilde. Solche Kandidaten landen automatisch auf dem Stapel der Absagen. Das Wissen um das gegenwärtige Geschehen rund um die entsprechende Branche komme hingegen gut an.

Selbstpräsentation vorher üben

Anforderungen und Aufgaben in der Ausbildung kommen ebenfalls zum Tragen. Diese Punkte lassen sich auch in der Selbstpräsentation verwerten, um nochmals die Eignung zu untermauern. "Eine Selbstpräsentation am besten vor Freunden oder Eltern vortragen", empfiehlt Heide. Ihr Feedback hilft zudem beim Feilen am Auftreten. Schüchterne könnte gegebenenfalls lauter und langsamer sprechen, wer hingegen zu sehr ausschweift, übt sich in prägnanten Sätzen. "Dabei bewegt man sich auf einem schmalen Grad, es ist ja ebenso Authentizität gefragt ist", sagt Heide. Darauf legt auch Konopatzki Wert: "Wir wollen keine Rollenspiele, sondern den echten Menschen kennenlernen." Bewerber müssen keinesfalls überall perfekt sein.

Auch auf andere klassische Fragen der Personaler gilt es sich vorzubereiten. Das sind außer der Selbstpräsentation etwa Stärken und Schwächen. Oder ähnlich: Was zeichnet Sie besonders aus? Warum sollte die Firma Sie nehmen? Zudem: Wie sind Sie auf uns gestoßen? Warum gerade diese Ausbildung und in unserer Firma? Am Ende stehen noch die eigenen Fragen zur Ausbildung und zum Unternehmen an. Zu Unebenheiten im Lebenslauf, wie etwa einer zuvor abgebrochenen Ausbildung oder unentschuldigten Fehlstunden sollte man eine gute Begründung parat haben – oder noch besser diese gleich von sich aus ansprechen. Auch die Umgangsformen müssen stimmen: "Dazu gehört es, zur Begrüßung und Verabschiedung die Hand zu reichen", sagt Stüwe. Zudem kommt es gut an, sich für die Einladung zu bedanken. Das Handy bleibt während des Gesprächs ausgeschaltet.

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