30.10.12

Berufe

So klappt der Einstieg in den Journalismus

Von einer Karriere als Journalist träumen viele. Wer Erfolg haben will, braucht eine Spezialisierung und praktische Erfahrungen.

Von Marike Stucke
Foto: Marike Stucke
Auf dem Weg zur Edelfeder: So klappt der Journalismus-Einstieg
Acht Praktika und ein abgeschlossenes Journalismus-Studium: Dennoch wird Ina Kast, 26, die Festanstellung nicht auf dem Silbertablett serviert

Dortmund. Ina Kast hat für ihren Berufswunsch Journalistin viel getan: In der elften Klasse hat sie das erste von insgesamt acht Praktika gemacht. Sie war Chefredakteurin der Abi-Zeitung, dann kam der Bachelor in Medienwissenschaft und nun der Abschluss im Master of Journalism: Eine Festanstellung wird der 26-Jährigen dennoch nicht auf dem Silbertablett serviert. "Die Konkurrenz ist enorm groß und Jobs sind oft unterbezahlt", sagt Kast.

Wie Ina Kast geht es vielen Berufseinsteigern, die in den Journalismus wollen. Sie kommen über die unterschiedlichsten Ausbildungswege: vom klassischen Volontariat in der Redaktion, über die Journalistenschule bis zum medienwissenschaftlichen Studium.

Oft zählen sie dabei schon zu den Auserwählten: Die Henri-Nannen-Journalistenschule bekam im Jahr 2011 etwa 2050 Bewerbungen. Aufgenommen wurden aber nur 20 Schüler. An der Deutschen Journalistenschule bewarben sich im gleichen Jahr 2100 Personen. Genommen wurden 45. Der Numerus clausus für den Studiengang Journalistik an der TU Dortmund lag im Wintersemester 2012 bei 1,6. Und an so manche Volontariatsstelle ist ein anspruchsvolles Auswahlverfahren mit kniffligem Wissenstest geknüpft.

Dennoch sind Jobs in der Branche spärlich gesät. Wer sich nach seiner Ausbildung gegen Mitbewerber durchsetzen will, sollte sich spezialisieren. Ina Kast zum Beispiel war schon früh extrem sportbegeistert. "Ich habe als Kind jeden Samstag mit meinem Vater die Sportschau geguckt und fand die Sportjournalistin Monica Lierhaus inspirierend", erzählt Kast. Also sammelte sie praktische Erfahrung in mehreren Sportredaktionen.

Sie empfiehlt angehenden Journalisten, sich für ein Fachstudium zu entscheiden. "Ich würde zuallererst ein Studium machen, für das ich wirklich eine Leidenschaft hege", rät Kast.

Auch Karriere-Coach Svenja Hofert befürwortet die Spezialisierung. "Die Reise geht weg vom Allrounder, der alles können muss. Wenn man sich in einem Thema auskennt, hat man irgendwann auch seine festen Ansprechpartner für Recherchen und muss sich nicht jedes Mal neu einarbeiten", sagt Hofert. Gerade für Selbstständige lohne sich der Aufwand finanziell sonst oft nicht mehr.

Tatsächlich sind viele Journalisten selbstständig: Die Arbeitsagentur zählte 2011 rund 160 000 Journalisten und Publizisten in Deutschland, wobei auch Schriftsteller und Öffentlichkeitsarbeiter mitgezählt werden. Von ihnen sind 68 000 selbstständig. Wer in einem festen Arbeitsverhältnis steht, kann laut Statistischem Bundesamt mit einem monatlichen Verdienst von durchschnittlich 4600 Euro brutto rechnen.

Selbstständige hingegen können laut Deutschem Journalismusverband vom Journalismus allein nur selten überleben. Zusätzliche Aufträge in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit müssten das durchschnittlich eher niedrige Einkommen der sogenannten Freien aufbessern. Die Künstlersozialkasse, bei der hauptberuflich selbstständige Journalisten pflichtversichert sind, meldete für das Jahr 2011 ein durchschnittliches Jahreseinkommen der Publizisten von 17 563 Euro.

Die Berufseinsteigerin Ina Kast weiß, dass sie vom Journalismus nicht reich wird. "Auch wenn man in diesem Beruf keine großen Sprünge macht, ist mein Ziel, dass ich von meinem Gehalt gut leben kann", sagt sie. Wichtiger als das große Geld sei ihr, von ihrem Beruf erfüllt zu sein.

Dass jemand für den Beruf des Journalismus brennt, möchte auch Thomas Hallet spüren. Er ist Leiter der Programmgruppe Wissenschaft beim WDR und wählt Autoren für die Fernsehsendungen seiner Abteilung aus. "Journalismus ist kein Fach, in dem man objektiv nachprüfbare Qualifikationen abfragen könnte. Ich finde wichtig, dass jemand offen ist, zuhört und mit mir Ideen und Gedanken teilt", sagt Hallet.

Neben der richtigen Haltung, den praktischen Erfahrungen und dem passenden Studium rät Ina Kast angehenden Journalisten, sich schon während ihrer Praktika ein Netzwerk aufzubauen. "In fast jeder Redaktion gibt es jemanden, zu dem man einen guten Draht hat", so die junge Journalistin. Wenn man am Ball bleibt, schaffe man es vielleicht, dass der Kontakt in der Redaktion sich für einen einsetzt, wenn man nach der Ausbildung auf Jobsuche ist.

Diese Vorgehensweise hat Ina Kast geholfen, nach dem Master-Studium nicht perspektivlos ins Berufsleben zu starten: Für das kommende Jahr hat sie einen Auftrag für eine Reportage beim NDR und die Mitarbeit bei einer Produktionsfirma in Aussicht. Man müsse hartnäckig sein und sich nicht unterkriegen lassen, empfiehlt die 26-Jährige. "Wer Journalist werden will, sollte kein Pessimist sein und für etwas brennen."

Studium
Universität Hamburg: Die Universität Hamburg bietet in ihren sechs Fakultäten rund 120 verschiedene Studienfächer an. Informationen unter www.uni-hamburg.de
Studienangebote der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) liegen im Bereich Technik, Wirtschaft, Medien und Informatik, Life Sciences, Design oder Soziales. Informationen unter www.haw-hamburg.de
Das Ziel der Lehre an der Technischen Universiät Hamburg-Harburg ist es, Ingenieurinnen und Ingenieure auszubilden, die in der Lage sind, auf der Basis fachlicher und interdisziplinärer Kenntnisse weitreichende Lösungsmodelle für hohe technische Anforderungen zu entwickeln. Informationen unter www.tu-harburg.de
Die HafenCity Universität Hamburg bietet mit Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung vier Studiengänge im Bachelor-/Mastersystem an. Informationen unter www.hcu-hamburg.de
Die Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) ist eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule. Informationen unter www.hfbk-hamburg.de
Die Hochschule für Musik und Theater bietet ein umfassendes Lehrangebot in den Bereichen Musik, Theater sowie in den stärker wissenschaftlich geprägten Bereichen Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Musiktherapie sowie Kultur- und Medienmanagement an. Informationen unter www.hfmt-hamburg.de
An der Hochschule der Polizei werden zukünftige Polizistinnen und Polizisten im gehobenen Dienst ausgebildet. Informationen unter hdp.hamburg.de
Studiengang an der Hochschule für Finanzen: Diplomstudiengang Steuerbeamter für den gehobenen Dienst der Steuerverwaltung. Informationen unter www.hochschule-fuer-finanzen.de
Die Akademie Mode & Design (AMD) bietet die Bachelor-Studiengänge Mode- & Designmanagement, Raumkonzept und Design und Modedesign an. Informationen unter www.hs-amdnet.de
Die Bucerius Law School bietet zum einen ein Jurastudium bis zur Ersten Juristischen Prüfung an, zum anderen den Studiengang Master of Law and Business (MLB), in dem Führungskräfte für die internationale Wirtschaft ausgebildet werden. Informationen unter www.law-school.de
Die dualen Studiengänge der Berufsakademie Hamburg verbinden praktisches Know-how aus einem handwerklichen bzw. gewerblich-technischen Ausbildungsberuf mit dem Wissen eines Bachelor-Studiums. Informationen unter www.ba-hamburg.de
An der Europäischen Fernhochschule (Euro-FH) können sowohl grundständige Studiengänge als auch ein Aufbaustudiengang belegt werden. Informationen unter www.euro-fh.de
Die Hamburger Fern-Hochschule hat folgende Studiengänge im Angebot: Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsrecht, Pflegemanagement, Wirtschaft, Technik, Global Business sowie Gesundheits- und Sozialmanagement. Informationen unter www.hamburger-fh.de
Die Hamburg School of Business Administration (HSBA) ist eine private Hochschule der Wirtschaft mit dualen dreijährigen Studiengängen zum Bachelor of Arts (B.A.) und staatlicher Anerkennung. Informationen unter www.hsba.de
Die Hamburg Media School bietet Master-Studiengänge in drei Themenbereichen an: Medienmanagement, Film und Journalismus. Ein vorheriger Hochschulabschluss ist Zugangsvoraussetzung für die Studienangebote der HMS. Informationen unter www.hamburgmediaschool.de
Die Miami Ad School vereint alle Schulen in einer Einzigen: Die Design-Schule, die Kreativschule, die Kunstschule, die Portfolio-Schule, die Fotografie-Schule, die Technische Schule, die Film-Schule, die Wirtschafts-Schule und Think-Tanks. Informationen unter www.miamiadschool.com
Die International School of Management (ISM) ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft und bildet in kompakten, anwendungsbezogenen Studiengängen Führungsnachwuchs für die international orientierte Wirtschaft aus. Informationen unter www.ism.de
Die Kühne Logistics University ist eine wissenschaftliche Hochschule für Logistik und Unternehmensführung (THE KLU). Sie ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule. Informationen unter www.the-klu.org
dpa
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