Libor-Zinsskandal
Finanzaufsicht Bafin: Ermittlungen werden dauern
Bei den weltweiten Untersuchungen wegen der Zinsmanipulationen müssen Millionen von Mails und Unterlagen von Behörden überprüft werden.
Von abendblatt.de

Düsseldorf. Die Finanzaufsicht Bafin erwartet keine schnellen Resultate aus den laufenden Untersuchungen im Libor-Skandal . "Die Aufklärung kann noch lange dauern", sagte Behördenchefin Elke König dem "Handelsblatt" (Dienstag).
"Es müssen Millionen von Datensätzen, E-Mails und Dokumenten geprüft werden. War kriminelle Energie im Spiel? Wo haben die Kontrollen versagt? Das sind Fragen, die uns und die anderen beteiligten Behörden interessieren."
+++ Finanzaufsicht BaFin überprüft die Deutsche Bank +++
+++ BaFin prüft wegen Zinsskandal mehrere deutsche Banken +++
Zukünftig müsse man über Alternativen für den Libor nachdenken, die auf "realen Transaktionen basieren", sagte König. Weltweit ermitteln die Behörden derzeit, wie ein Ring aus Händlern jahrelang Referenzzinsen wie Euribor und Libor manipuliert haben soll, auf denen Finanzprodukte im Wert von mehr als 500 Billionen US-Dollar basieren. Die Bafin hat eine Sonderprüfung eingeleitet. (dpa/abendblatt.de)
Libor-Skandal: Folgen für Verbraucher und Anleger?
Der Skandal um manipulierte Zinssätze hält die Bankenbranche in Atem: Topmanager mussten gehen, Aufsichtsbehörden ermitteln. Was bedeuten die mutmaßlichen Tricksereien für Sparer und Häuslebauer?
Ein Ring aus Händlern soll jahrelang Referenzzinsen wie Euribor und Libor manipuliert haben. Was auf den ersten Blick wie ein Spezialthema für Finanzprofis wirkt, könnte auch Folgen für Spareinlagen oder Dispokredite haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was sind Libor und Euribor?
Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Ermittelt wird die "London Interbank Offered Rate" (Libor) aus einem Durchschnitt der gemeldeten Sätze von 18 Banken. Der Libor wird für verschiedene Währungen berechnet. Eine Alternative ist der Euribor für den Euroraum. Auf den Referenzzinsen basieren Finanzprodukte im Wert von mehr als 500 Billionen US-Dollar.
Welche Nachteile könnten Sparern entstanden sein?
Nach ersten Erkenntnissen haben Händler zwischen 2005 und 2011 zu niedrige Zinssätze gemeldet. Tagesgeld, Festgeld, Termingelder aber auch Sparguthaben orientieren sich Verbraucherschützern zufolge an Libor oder Euribor. Rein theoretisch könnte Sparern also ein Schaden entstanden sein.
"Die Frage ist allerdings, ob die Bank im Einzelfall höhere Zinsen geboten hätte, wenn der Referenzzins höher gewesen wäre. Letztlich hängt die Höhe des Zinses von der Geschäftspolitik des Instituts ab", sagt Finanzexpertin Pamela Bässler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Was ist mit Anlageprodukten wie Investmentfonds?
Einige klassische Investmentfonds beziehen sich auf die Referenzzinssätze Libor und Euribor. Welche Folgen eine mögliche Manipulation für Anleger hat und ob sie überhaupt geschädigt wurden, lässt sich derzeit allerdings kaum abschätzen.
Bei der größten deutschen Fondsgesellschaft, der Deutsche-Bank-Tochter DWS, heißt es: "Aufgrund des derzeit noch unklaren Sachverhalts und der nach wie vor laufenden Untersuchungen sehen wir uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht in der Lage, eine Einschätzung zu möglichen Auswirkungen auf die Produkte der DWS abzugeben".
Wie groß könnte der Schaden sein?
Im Moment prüft die deutsche Finanzaufsicht Bafin Millionen von Datensätzen, E-Mails und Dokumenten. Schnelle Resultate sind der Behörde zufolge nicht zu erwarten. "Es ist schwierig, den Schaden zu beziffern, weil man nicht weiß, wie hoch Libor oder Euribor ohne mögliche Manipulationen gewesen wären", sagt der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jürgen Kurz. "Es gibt keinen Referenzzinssatz, um den Schaden zu berechnen."
Könnten Verbraucher von Tricksereien profitiert haben?
Kredite mit variablen Zinsen sind an Libor oder Euribor gekoppelt. So hängen die Zinsen für einen Dispokredit in der Regel vom Drei-Monats-Euribor ab. "Mögliche Manipulationen nach unten wären für die Verbraucher im Kreditbereich theoretisch nicht von Nachteil gewesen", sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Allerdings kritisieren Verbraucherschützer seit längerem, dass die Banken selbst reguläre Zinssenkungen nicht immer vollständig an die Kunden weitergeben. Auch bei den Zinsen für Raten- und Immobilienkredite können Euribor oder Libor eine Rolle spielen. Größere Bedeutung haben hier allerdings die Bonität des Kunden, die allgemeine Nachfrage und die Höhe der allgemeinen Zinssätze. (dpa)

Die Polizei musste mit allen verfügbaren Kräften in das Restaurant "Sturmhaube" am Roten Kliff anrücken. Nach einem Facebook-Aufruf waren 3000 Gäste gekommen. Es blieb nicht lange friedlich. mehr...

Mit gigantischer Wucht fegt ein Tornado über eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Oklahoma. Viele Menschen sterben, unter ihnen Grundschulkinder. Präsident Obama spricht von einer historischen Katastroph… mehr...

Laut Hafenbehörde HPA gilt die neue Regelung ab sofort. Bislang gab es im Hafengebiet nur eine verbindliche Höchstgeschwindigkeit für Sportboote von zwölf Knoten. mehr...

Mit der neuen Version seiner Spielekonsole Xbox will Microsoft Fernsehen, Internet und Videospiele in einem einzigen Gerät bündeln. Die Xbox One soll für "eine neue Generation im Wohnzimmer" stehen. mehr...
- Manipulation: Top-Banker zittern: Ermittler vor Festnahmen im Zinsskandal
- Libor-Skandal: Finanzaufsicht BaFin überprüft die Deutsche Bank
- Zinsskandal: Deutsche Bank handelt Kronzeugenstatus aus
- Libor-Skandal: BaFin prüft wegen Zinsskandal mehrere deutsche Banken
- ZIns-Manipulation: Zinsskandal erschüttert Libor – Ersatz nicht in Sicht
- Manipulation von Marktindizes: EU-Kommission will Zinsmanipulation künftig bestrafen
- Britische Großbanken: Skandal um Zinsmanipulation sorgt für politisches Beben
- Manipulation: Ex-Barclays-Chef Diamond verteidigt geschönte Zinssätze
- Britische Großbank: Libor-Affäre kostet Barclays-Chef Bob Diamond das Amt
- Zinsaffäre stürzt Barclays ins Chaos
- Skandal bei britische Großbank: Barclays-Chef Bob Diamond stolpert über die Manipulation
- Manipulationsskandal: Barclays-Chef Bob Diamond tritt zurück
- Rücktritt: Barclays-Chairman Aigus stürzt über Zinsmanipulationsskandal
- Zinsmanipulationsskandal: Barclays-Aufsichtsratschef Marcus Agius tritt zurück
- Immobilien Hamburg
- Jobs Hamburg
- Veranstaltungskalender
- Kinoprogramm
- Hamburg im Bild
- Abendblatt-Archiv
- 1. HSV Arnesen soll noch im Sommer gehen - Rettig der Nachfolger?
- 2. Mehrere Verletzte "Geilste Party": Facebook-User feiern Eskalation auf Sylt
- 3. Kälte und Regen Von wegen Sommer: So viel Regen im Mai gab's zuletzt 1990
- 4. Neuzugang des HSV Calhanoglu: "Ich will mich in der Bundesliga beweisen"
- 5. Online-Rätsel Das tägliche Kreuzworträtsel
Alles über Ihre Straße
- 1. GeldRohstoffeProfi-Investoren kehren ihre Goldspeicher aus
- 2. KommentareEU-KommissionOlivenöl – Symptom der Aufblähung des EU-Apparats
- 3. DeutschlandEhrung in BayernHelmut Kohl spricht fast zehn Minuten
- 4. DeutschlandEuro-Hawk-ProduzentDeutschland hat Drohnen-Vertrag noch nicht gekündigt
- 5. AuslandPleitestaatGriechenlands Rassisten malträtieren sogar Kinder












