Do, 21.02.13, 13.00

Euros Offshore-Rotorblätter aus Sassnitz für Fukushima

Martina Rathke
Offshore-Rotorblätter aus Sassnitz

Foto: dpa

Offshore-Rotorblätter aus Sassnitz

Unternehmen will Protoypen herstellen. Auftraggeber ist der Mitsubishi-Konzern, der vor Fukushima den Bau von schwimmenden Anlagen plant.

Sassnitz. Im Fährhafen Sassnitz ist am Donnerstag eine neue Offshore-Montagehalle eröffnet worden. Erster Mieter ist die Euros Entwicklungsgesellschaft für Windkraftanlagen mbH, die ab Anfang März in der Halle verschiedene Prototypen für Rotorblätter bauen will. Mit 80 Meter Länge seien die Rotoren so groß, dass sie nicht mehr über Land transportiert werden können, begründete Wolf die Wahl des Standortes im Hafen. Das Unternehmen Euros will für die Prototypen-Produktion in Sassnitz rund 30 Arbeitsplätze schaffen. Derzeit wird die 110 Meter lange Halle für die Produktion vorbereitet.

Auftraggeber für die XXL-Rotorblätter aus Glas- und Karbonfasern sei der japanische Mitsubishi-Konzern, der Windkraftanlagen in der Nordsee und vor dem japanischen Fukushima plane, sagte Wolf. In Sassnitz sollen demnach 2013 und 2014 verschiedene Prototypen gebaut werden, die für Testanlagen vor Bremerhaven und Fukushima gedacht sind. Die 80 Meter langen Rotorblätter sind für neuartige Windkraftanlagen der 7-Megawattklasse bestimmt. Wegen des schwierigen Untergrundes vor der japanischen Küste sind sogenannte floating turbines – schwimmende Anlagen – geplant.

Euros mietet die mit zwei Kranen ausgestattete Halle für zunächst ein bis zwei Jahre. Die eigentliche Produktion der Rotorblätter sei ab 2015 in Rostock geplant. Ursprünglich wollte der Rotorblatt-Hersteller dort bereits 2014 mit der Produktion beginnen. Euros begründete die Verschiebung damit, dass noch zu viele Fragen bei der angestrebten Energiewende offen seien. In Rostock will Euros für rund 48 Millionen Euro ein eigenes Werk mit bis zu 350 Arbeitsplätzen errichten.

Fährhafen-Chef Harm Sievers bezeichnete den Bau der rund zwei Millionen Euro teuren Halle als "klassische Win-Win-Situation". Dem Investor sei eine bedarfsgerechte Lösung angeboten worden. Zugleich habe sich der Fährhafen optimal auf die dynamische Entwicklung der Windenergie-Branche vorbereitet. Allein in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern sind vier Windparks genehmigt, weitere elf sind im Genehmigungsverfahren.

Der Windpark "Baltic 1" ist bislang der einzige Windpark vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Von den vier genehmigten Anlagen ist keine im Bau. Die hohen Investitionskosten, Probleme mit dem Untergrund und fehlende Netzanbindungen zu den Stromtrassen in den Süden Deutschlands gelten als Bremse für den Bau von Offshore-Windparks. Der Fährhafen Sassnitz, auf dessen Gelände zuletzt die Rohre für die Nord Stream-Erdgaspipeline mit Beton ummantelt wurden, will sich als Hafen- und Industriestandort profilieren. Derzeit produziert dort die Unternehmensgruppe Mobil Baustoffe Tunnelsegmente für einen neuen U-Bahn-Ring in Kopenhagen.