27.01.13

Agrarmesse

Agrarmesse Grüne Woche endet - Veranstalter zufrieden

Nach zehn Tagen schließt die Grüne Woche in Berlin. Veranstalter und Bauern zeigen sich zufrieden. Andrang war aber geringer als 2012.

Foto: dapd
Internationale Gruene Woche
Besucher der Grünen Woche 2013 in der Tierhalle

Berlin. Etwas schwächer besucht als im Vorjahr, aber internationaler denn je – das war die Grüne Woche 2013. Die Veranstalter der weltgrößten Agrarmesse zogen zum Abschluss am Sonntag ein positives Fazit. "Nach wie vor ist die Grüne Woche ein Besuchermagnet", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Nach Messeangaben sank die Gästezahl an den zehn Messetagen wegen des winterlichen Wetters von 420 000 im Vorjahr auf 407 000. Alles über 400 000 sei aber ein Riesenerfolg, sagte ein Messesprecher am Sonntag. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr wieder regional vermarktete Lebensmittel, die Debatte um konventionelle und alternative Landwirtschaft sowie Fragen der Welternährung.

Rukwied sagte, die Gäste hätten moderner Tierhaltung viel Vertrauen entgegengebracht. Der neue Bauernpräsident kündigte an, im Verbraucherdialog neue Wege zu gehen. Am ersten Messewochenende hatten in Berlin tausende gegen Massentierhaltung und die Agrarindustrie demonstriert.

In den Messehallen präsentierten 1630 Aussteller aus 67 Ländern Produkte und Trends aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. So viele Länder waren auf der Grünen Woche noch nie vertreten. Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), sprach von kulturellem Austausch, der für viele buchstäblich durch den Magen gehe.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) machte aus ihrer Sicht ermutigende Trends aus: "Lebensmittel erfahren in Deutschland wieder mehr Wertschätzung als früher." Immer mehr Kunden seien bereit, für mehr Qualität auch mehr zu bezahlen.

Jeder Messebesucher gab nach einer Veranstalterumfrage durchschnittlich 113 Euro an den Mesesständen aus, nicht nur für Häppchen, sondern etwa auch für größere Weinbestellungen. Das waren 2 Euro mehr als im Vorjahr, damit zeige die Messe als Konjunkturbarometer positive Werte, hieß es. Allein in der Bayernhalle nahmen die Besucher an den zehn Tagen 9 500 Kilogramm Käse und 19 500 Liter Bier zu sich.

Die Fachbesucherzahl stagnierte in diesem Jahr. War sie bis zum vergangenen Jahr auf 105 000 gestiegen, gibt die Messe sie nun als stabil bei "mehr als 100 000" an.

Ein Todesfall überschattete die Messe. Am Freitagabend stürzte ein Mann aus noch unklarer Ursache eine Treppe hinab und starb. Anzeichen für eine Straftat gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Näheres soll eine Obduktion im Laufe der Woche bringen. Der etwa 65-Jährige wollte am Freitag gegen 20.00 Uhr auf der Agrarschau zur Halle 19 hinaufgehen, als er plötzlich stehen blieb, nach Luft rang und dann zusammenbrach. Er stürzte mehrere Stufen hinunter und blieb regungslos liegen. Notärzte konnten nur noch seinen Tod feststellen. Anzeichen für eine Straftat gibt es nicht. Bei dem Mann wurden keinerlei Papiere gefunden.

Nach Angaben eines Polizeisprechers war er alleine auf der Messe unterwegs, die am Sonntag zu Ende ging. "Vielleicht hatte er gesundheitliche Probleme", sagte er. Auch Messesprecher Wolfgang Rogall bedauerte den "tragischen" Vorfall. Vermutlich sei der Verunglückte kein Aussteller gewesen.

Die nächste Grüne Woche ist für die Zeit vom 17. bis 26. Januar 2014 in Berlin geplant.

(dpa/dapd/abendblatt.de)
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