17.01.13

Umfrage

Nur jeder zweite Verbraucher mit Bioläden zufrieden

Die Vielfalt deutscher Lebensmittel überzeugt neun von zehn Bundesbürgern. Vertrauen in Produkte aus der Region besonders hoch.

Foto: dpa/DPA
Äpfel
Der Lebensmittelindustrie vertrauen 56 Prozent "wenig" und neun Prozentbringen ihr "gar kein Vertrauen" entgegen

Berlin. Nur jeder zweite Verbraucher ist mit der Qualität von Lebensmitteln in Bioläden zufrieden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Infratest-dimap, die das Bundesagrarministerium am Donnerstag anlässlich der Grünen Woche in Berlin veröffentlicht hat.

Danach überzeugt die Qualität der Nahrungsmittel die Bürger besonders, wenn die Produkte direkt vom Bauernhof (77 Prozent) oder vom Wochenmarkt (78 Prozent) kommen. Genauso gut schneidet der Supermarkt ab (78 Prozent). Discounter als Bezugsquelle von Lebensmitteln bekommen weniger Zuspruch (63 Prozent).

Insgesamt sind neun von zehn Verbrauchern mit Qualität und Vielfalt der Lebensmittel in Deutschland zufrieden. Ebenfalls 91 Prozent äußerten sich positiv über die Vielfalt des Lebensmittelangebots in Deutschland. Zwei Drittel (65 Prozent) der Bundesbürger erklärten, dass ihr persönliches Interesse an Lebensmitteln und ihrer Herstellungsweise in den vergangenen Jahren zugenommen habe.

Worin sehen die deutschen Verbraucher die Stärken der deutschen Landwirtschaft? In der Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel, antworteten 91 Prozent. 82 Prozent sehen die Landwirtschaft als "Bestandteil von Heimat und Brauchtum". Nach Meinung von 78 Prozent leistet sie "einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege".

68 Prozent sehen die Arbeitsplätze auf dem Land als wichtigen Faktor. Für 62 Prozent der Deutschen wirtschaften die Betriebe im Einklang mit der Natur. Für 57 Prozent ist auch die Sicherung der Ernährung außerhalb Deutschlands ein wichtiger Aspekt.

Beim Einkauf legen 89 Prozent der Verbraucher Wert darauf, dass die Produkte aus tiergerechter Haltung stammen. Die Hälfte der Befragten hält das sogar für "sehr wichtig". Darauf folgt die regionale Herkunft (67 Prozent), die für 32 Prozent eine "sehr wichtige" und für 35 Prozent eine "wichtige" Rolle beim Einkauf spielt. Auch der Preis spielt eine erhebliche Rolle: 66 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein kostengünstiges Angebot wichtig ist. Ob ein Produkt aus ökologischem Anbau stammt, ist immerhin für insgesamt 61 Prozent der Konsumenten wichtig.

Was das Vertrauen in die Lebensmittelproduktion betrifft, so genießen Lebensmittel aus der Region das größte Vertrauen (93 Prozent), Produkte dagegen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union das geringste (11 Prozent). In der Verarbeitungskette vom Acker bis zum Teller wird der Landwirtschaft mit 81 Prozent das größte Vertrauen entgegengebracht. Knapp jeder zweite Konsument hat auch Vertrauen in den Lebensmittelhandel (48 Prozent). Der Lebensmittelindustrie dagegen bringen 56 Prozent "wenig" und neun Prozent "gar kein Vertrauen" entgegen.

Ursache für den Vertrauensverlust dürften auch Lebensmittelkrisen und -skandale der vergangenen Jahre und Jahrzehnte sein. Die Befragten geben an, dass besonders der Vertrieb von Gammelfleisch (33 Prozent) und der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung (29 Prozent) sowie die EHEC-Epidemie (18 Prozent) für sie die größte Bedeutung gehabt hätten.

Für die Erhebung waren Anfang Januar 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt worden.

Wichtige Lebensmittelskandale seit 1985

1985: Nudeln sind mit Hühnerkot, Kükenembryonen und Bakterien verunreinigt

1987: Larven von Nematoden (Fadenwürmern) finden sich in Seefischen

1988: Bei der Kälberaufzucht in Westfalen werden Hormone eingesetzt

1989: Listeriose-Bakterien in deutschen Leberpasteten nachweisbar

1994: Rinderwahnsinn (BSE) tritt häufiger in Deutschland auf

1999: Dioxin-Skandal in Belgien: Auslöser ist mit Industrie-Altöl versetztes Tierfutter  um 2000: Massennotschlachtungen von BSE-kranken Rindern

2001: Schweinemast-Skandal: Tierärzte verkaufen illegale Hormone, Antibiotika und Impfstoffe ab

2005: Beginn der Gammelfleisch-Skandale: 1.500 Tonnen umetikettiertes, überlagertes und ungenießbares Fleisch werden entdeckt

2006: Die Vogelgrippe verbreitet sich über die ganze Welt

2009: Der "Analog"-Käse wird auf Pizza entdeckt – ein Gemisch aus Fett, Eiweißpulver und Wasser

2010: Berichte über "Klebefleisch" tauchen auf – zu Schinken zusammengesetzten Fleischteilen

2010: Dioxin aus verseuchtem ukrainischen "Bio-Mais" zur Tierfütterung in Bio-Eiern und -Fleisch nachgewiesen

2011: Dioxin aus technischen Abfallfetten findet sich in konventionellem Tierfutter aus Niedersachsen

2012: In Geflügelfleisch werden Antibiotika-resistente Bakterien nachgewiesen

(dapd)
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