24.01.13

Handyhersteller

Nokia schafft Rückkehr in schwarze Zahlen

Nach Milliardenverlusten konnte der angeschlagene Handy-Pionier im Schlussquartal die rote Zone verlassen, Dividende entfällt aber.

Foto: dapd
Nokia Schriftzug
Der Handyhersteller Nokia schreibt im vierten Quartal wieder unerwartet Gewinn

Espoo. Der finnische Handyhersteller Nokia ist im vergangenen Quartal nach hohen Milliarden-Verlusten die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen.

Der angeschlagene Handy-Pionier meldete am Donnerstag einen Gewinn von 202 Millionen Euro für das letzte Vierteljahr 2012. Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 8,04 Milliarden Euro.

Für das gesamte Jahr 2012 steht auch mit dem besseren Schlussquartal immer noch einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro in der Bilanz. Nokia streicht seinen Investoren allerdings die Dividende für 2012.

Der einstige Marktführer Nokia hat vor allem bei Smartphones den Anschluss an Samsung und Apple verloren. Nun ruhen die Hoffnungen auf dem neuen Alleskönner Lumia.

Der Quartalsgewinn wurde möglich, weil Nokia die Verluste sowohl im Bereich Mobiltelefone als auch beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks stoppen konnte. Im Schlussquartal 2011 hatte es noch einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar gegeben. Nokia, einst unangefochtener Handy-Weltmarktführer, hatte in den vergangenen Jahren den Anschluss an erfolgreichere Rivalen wie Samsung und Apple verloren.

Ein Nokia-Hoffnungsträger für die Rückkehr in die Spitzengruppe sind die Lumia-Smartphones mit Microsofts Betriebssystem Windows 8. Nokia verkaufte im vergangenen Quartal 4,4 Millionen Lumia-Geräte. Der durchschnittliche Verkaufspreis der Lumia-Smartphones habe in den letzten drei Monaten des Jahres bei 192 Euro gelegen – im Vergleich mit der Konkurrenz immer noch wenig.

Noch deutlichere Fortschritte machte Nokia aber bei seinen Handys der Asha-Serie, die an der Schwelle zum günstigen Smartphone liegen. Von ihnen wurden 9,3 Millionen Geräte verkauft.

Mit den Asha-Modellen könnte Nokia in den boomenden Märkten von Wachstumsländern wie China oder Indien auf Dauer günstigen Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android Paroli bieten.

Nokia: Aufstieg und Niedergang
Nokia: Aufstieg und Niedergang
Nokia hat den heutigen Handy-Markt maßgeblich geprägt, wurde aber mit dem Erfolg der Smartphones von Rivalen wie Apple und Samsung überholt. Eine Chronologie:
1991: Der erste Anruf im digitalen GSM-Mobilfunknetz wird mit Nokia-Ausrüstung gemacht.
1992: Nokia bringt sein erstes GSM-Handy heraus, das Modell 1101.
1994: Nokia führt mit Modellen der 2100-Serie einen eigenen Klingelton ein. Von der Reihe werden 20 Millionen Geräte verkauft.
1998: Nokia verdrängt Motorola vom Spitzenplatz im Handy-Markt. Damals reichen 37,4 Millionen Geräte für einen Marktanteil von 22,9 Prozent.
2001: Der Handy-Markt schrumpft in der Krise der New Economy, doch Nokia kann seinen Anteil gegen den Trend von 30,6 auf 35 Prozent ausbauen. Es ist eine unangefochtene Dominanz: Motorola liegt als nächster Verfolger bei knapp 15 Prozent.
2006: Mit 345 Millionen verkauften Mobiltelefonen und 35 Prozent Marktanteil hält Nokia weiterhin alle Konkurrenten auf Abstand. Im noch jungen Smartphone-Markt mit insgesamt 22,1 Millionen Geräten kommt jedes zweite Computer-Handy von Nokia. Doch es stehen große Veränderungen bevor.
2007: Apple bringt Mitte des Jahres sein iPhone auf den Markt. Es unterscheidet sich radikal von bisherigen Smartphones mit seinem großen berührungsempfindlichen Bildschirm und dem Verzicht auf eine Tastatur. Bis Ende des Jahres werden rund 3,7 Millionen iPhones verkauft, die Dominanz von Nokia scheint noch nicht in Gefahr. Ende des Jahres kündigt Google das offene Betriebssystem Android an.
2008: Nokias Symbian-Plattform hält immer noch die Hälfte des Smartphone-Marktes. Apple arbeitet sich auf gut acht Prozent vor. Im Herbst kommt mit dem HTC Dream zunächst in den USA das erste Android-Smartphone auf dem Markt. In den Ranglisten der Marktforscher geht Android noch in der Rubrik "Andere" unter.
2010: Nokia rutscht ab. Im gesamten Handy-Markt fällt der Marktanteil auf unter 30 Prozent. Bei Smartphones macht Android binnen eines Jahres einen Sprung von 3,9 auf 22,7 Prozent, Apples iOS legt auf 15,7 Prozent zu. Nokia führt aber immer noch mit 37,6 Prozent.
2011: Android übernimmt zum Jahresende die Führung im Smartphone-Markt mit gut 50 Prozent, Apple kontrolliert ein Viertel des Geschäfts. Nokias Symbian ist nur noch die Nummer drei mit knapp zwölf Prozent. Auch im gesamten Handy-Markt liegt Nokia mit gut 23 Prozent nur noch knapp vor Samsung. Nokia setzt auf Windows Phone als nächste Smartphone-Plattform.
2012: Zum Jahresbeginn stößt Samsung Nokia vom Thron des weltgrößten Handy-Herstellers. Bei den Smartphones hängt Windows Phone auch mit dem Start der ersten Nokia-Telefone mit dem System bei zwei Prozent Marktanteil fest. (dpa)
(dpa/rtr/abendblatt.de)
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