15.01.13

Jahreswirtschaftsbericht

Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013

Bundesregierung rechnet bei der wirtschaftlichen Gesamtleistung nur noch mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent. Arbeitsmarkt bleibe positiv.

Foto: dpa
Arbeiter bauen eine Bühne ab
Die Bundesregierung erwartet 2013 für die deutsche Wirtschaft nur ein mäßiges Wachstum von durchschnittlich 0,5 Prozent

Berlin. Für das laufende Jahr wird die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose wohl deutlich senken. Die Regierung rechnet für die deutsche Wirtschaft nur noch mit einem mäßigen Wachstum von 0,5 Prozent nach 0,75 Prozent im Vorjahr. Das "Handelsblatt" berichtete das am Dienstag und beruft sich auf den neuen Jahreswirtschaftsbericht.

Im Herbst hatte die Regierung noch ein Plus von einem Prozent erwartet. Dass die neue Prognose geringer ausfallen wird, war bereits wiederholt signalisiert worden. Die genaue Zahl sei zwar noch nicht endgültig beschlossen sei, doch die genannte Dimension der Revision sei aber richtig, so Regierungskreise.

Der neue Jahreswirtschaftsbericht der Regierung wird am Mittwoch (16. Januar) offiziell dem Kabinett vorgelegt und dann veröffentlicht. Die Regierung rechne damit, dass nach einem schwachen Start das zweite Halbjahr wieder besser laufen werde, berichtete das "Handelsblatt".

Im Schlussquartal 2013 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schlussquartal 2013 rund 1,25 Prozentpunkte höher ausfallen als im vierten Quartal 2012.

In dem Bericht werde auch von einer im Grundsatz weiterhin positive Arbeitsmarktlage ausgegangen. "Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Jahr nahezu auf dem Niveau des Vorjahres liegen und nur geringfügig um 60.000 Personen steigen", zitierte das Blatt aus dem Bericht. Aber auch diese Zahl ist den Regierungskreisen zufolge noch nicht endgültig.

Die Regierung setzt der Zeitung zufolge bei ihrer Prognose voraus, dass sich die europäische Schuldenkrise nicht weiter negativ entwickelt und die Marktteilnehmer damit noch stärker verunsichert. "Die nach wie vor noch nicht ausgestandene Schuldenkrise in einigen Ländern der Eurozone stelle das größte Risiko dar", zitierte das "Handelsblatt" aus dem Bericht.

Das Bruttoinlandsprodukt und die Alternativen
Das Bruttoinlandsprodukt und die Alternativen
Keine andere Wirtschaftskennziffer findet so viel Aufmerksamkeit: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als wichtigster Gradmesser für die Leistung einer Volkswirtschaft.
Es umfasst den Wert aller erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen, die in einem bestimmten Zeitraum innerhalb der Landesgrenzen produziert werden.
Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Verteilung des Wohlstandes oder ökologische Nachhaltigkeit spielen dabei jedoch keine Rolle.
Forscher in aller Welt versuchen daher, einen alternativen Indikator für Wohlstand zu entwickeln, um zu einer Neudefinition von Lebensqualität zu kommen. (dpa)
(rtr/dapd/abendblatt.de)
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