03.12.12

Auto-Zulieferer Continental baut weltweit zehn neue Reifenfabriken

Continental baut zehn neue Reifenfabriken

Foto: dapd

Continental baut zehn neue Reifenfabriken

Reifenhersteller will in Ländern mit großem Autoabsatz wachsen und global produzieren. Deshalb entsteht nur eines der Werk in Europa.

Hannover. Der Auto-Zulieferer Continental baut weltweit zehn neue Reifenfabriken. Die Produktionskapazität soll auf über 260 Millionen Stück verdoppelt werden.

Eines der neuen Werke ist schon fertig, zwei weitere befinden sich im Bau, wie ein Firmensprecher am Montag in Hannover mitteilte und damit einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" bestätigte. Sieben weitere Werke sollen bis 2015 folgen.

Bisher betreibt Conti 17 Reifenfabriken, ist damit aber weltweit gesehen nur die Nummer vier der großen Hersteller. Nach dem neuen Plan will Conti vor allem in Ländern mit wachsender Autonachfrage investieren, etwa den USA und Brasilien, sowie in Asien. In Europa sei nur eine der zehn neuen Fabriken geplant.

Conti-Reifenvorstand Nikolai Setzer hatte in der vergangenen Woche erste Hinweise auf die neue Gangart gegeben. "Aktuell müssen wir klar feststellen, dass wir hinter den großen drei globalen Reifenherstellern Bridgestone, Michelin und Goodyear im Gesamtportfolio noch weit zurückliegen", sagte Setzer dem "Handelsblatt".

Ziel sei eine global ausbalancierte Ausrichtung der Produktion. "Bisher ist Conti zu sehr von den Schwankungen in Europa abhängig. Deshalb stellen wir die Reifendivision gleichmäßig auf, um von der Dynamik in anderen Regionen der Welt zu profitieren", sagte Setzer.

Conti war ein klassischer Reifenhersteller, ehe der Konzern vor einigen Jahren die Auto-Zuliefersparte von Siemens VDO übernahm und seitdem verschiedene Teile liefert.

Allerdings ist die Reifenabteilung immer noch am profitabelsten. Von der Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr von 320 Millionen Euro steuerte die Reifensparte allein 250 Millionen Euro bei.

Die Ursache: Für Reifen von Marken wie Continental, Semperit oder Uniroyal bezahlen Kunden mehr als für Einheitsware. Bei Conti-Zulieferteilen für den Motor etwa funktioniert das Markenkonzept nicht, hier läuft das Geschäft rein über den Preis, den die Autokonzerne immer weiter drücken. Als Konsequenz investiert Continental allein dieses Jahr eine Milliarde Euro in das Reifengeschäft.