Untersuchung der NordLB Niedersachsens Top-Unternehmen im Aufwind

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Die 50 wichtigsten Firmen Niedersachsens freuen sich über 30 Prozent Zuwachs in der Wirtschaftskraft im Jahr 2011.

Hannover. Während die europäischen Nachbarn unter Nachfrageflaute leiden, können sich Niedersachsens Großunternehmen – angeführt von den internationalen Schwergewichten Volkswagen, Continental und Tui – bisher über eine gute Geschäftlage freuen: Eine Untersuchung der NordLB ermittelte für die 50 wichtigsten Firmen des Landes im vergangenen Jahr einen Zuwachs der Wirtschaftskraft um 30 Prozent.

Aber nicht nur gemessen an der tatsächlichen Wertschöpfung, auch bezogenen auf die reinen Umsätze war 2011 "sehr gut", sagte Bankvorstand Johannes-Jörg Riegler am Montag in Hannover. Mit Blick auf die weitere Entwicklung im auslaufenden und im kommenden Jahr zeigte sich die NordLB jedoch vorsichtig. "Die Wirtschaft stellt sich auch 2012 recht robust dar, im zweiten Halbjahr ist es aber nicht so einfach wie im ersten", warnte Chefvolkswirt Torsten Windels.

Den Spitzenplatz auf der Liste der Unternehmen mit Hauptsitz oder umfangreichem Geschäft in Niedersachsen hält mit großem Abstand der VW-Konzern. Darin spiegeln sich etwa die Aufstockungen bei MAN und der Einbau von Europas größtem Autohändler, der Porsche-Holding aus Salzburg, wider. Darauf folgten der Autozulieferer Continental, der Reiseriese Tui, die Versicherungsgruppe Talanx und der Stahlkocher Salzgitter. Die NordLB selbst landete diesmal auf Platz sechs.

Berechnet wird die Nettowertschöpfung als Gesamtleistung aus Gewinnen, Steuerzahlungen, Löhnen und Gehältern, Sozialabgaben sowie Vorsorgeaufwand. Zudem nahmen die Analysten die Beschäftigung unter die Lupe. Die Mitarbeiterzahl legte in den untersuchten Unternehmen

2011 verglichen mit dem Vorjahr um 143 000 auf 1,015 Millionen zu.

Bei der Analyse der Umsätze erfasst die NordLB gleich 100 Firmen. Dabei waren die Top 3 im Vergleich zur Wertschöpfungsliste identisch. Vierter wurde die Salzgitter AG, fünfter der Energieversorger EWE. Auch hier verzeichneten die Banker Erfolge für die niedersächsische Wirtschaft: Das Plus von rund 18 Prozent im Vergleich zu 2010 schlug sich in einer Gesamtsumme von mehr als 341 Milliarden Euro nieder.

"Der Auslandsumsatz war wesentlicher Treiber dieser Entwicklung", sagte Riegler. Vor allem die Autobranche, aber auch der Maschinenbau sowie die Nahrungs- und Agrarwirtschaft blieben stark. "Wir sehen allerdings einen leicht zurückgehenden Auftragseingang, das ist eine Reflexion der nachlassenden konjunkturellen Dynamik", betonte er.