30.11.12

HSH Nordbank

Razzia bei Ex-Vorstandschef Dirk Nonnenmacher

Wohnungen in Frankfurt und Hamburg durchsucht. Hintergrund ist die mutmaßliche Intrige gegen früheres Vorstandsmitglied Roth.

Foto: dpa/DPA
Die komplizierten Finanztransaktionen aus dem Jahr 2007 zwangen die HSH Nordbank zu Abschreibungen im Wert von rund 500 Millionen Euro. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Vorwürfe auch gegen Ex-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher
Dirk Jens Nonnenmacher war von 2008 bis 2011 Chef der HSH Nordbank. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn, trotzdem soll er nach jetzigem Stand eine Abfindung in Millionenhöhe behalten dürfen

Hamburg/Kiel. Im Zuge der Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, hat die Staatsanwaltschaft Kiel Wohnungen von Nonnenmacher in Hamburg und Frankfurt durchsucht. Die Razzia habe bereits am Mittwoch stattgefunden, berichtet Spiegel Online am Freitag. Die Sprecherin der Kieler Staatsanwaltschaft, Birgit Heß, hat die Durchsuchungen inzwischen bestätigt.

Gegen Nonnenmacher, 49, wird wegen Untreue sowie falscher Verdächtigung durch Unterlassen ermittelt.

Hintergrund der Aktion sei der Rauswurf seines früheren Vorstandskollegen Frank Roth im April 2009, hieß es. Unter Nonnenmachers Ägide hatte die HSH Nordbank sich damals fristlos von Roth getrennt, weil dieser angeblich Bankinterna an Journalisten weitergegeben haben solle. Die vermeintlichen Beweise stellten sich allerdings als fingiert heraus, Roth wurde rehabilitiert und bekam eine Millionensumme als Entschädigung.

In der mutmaßlichen Intrige stehen nicht nur nur der ehemalige Justitiar der Bank, Wolfgang Gößmann, sondern auch Nonnenmacher unter Verdacht. Laut Spiegel Online könnte Nonnenmacher damals von den falschen Verdächtigungen etwas gewusst, aber nichts unternommen haben. Anhaltspunkte könnten sich aus der Auswertung von Computerfestplatten ergeben haben, die bei der für die Bank damals tätigen Sicherheitsfirma Prevent gefunden worden waren.

Auf der Suche nach den Drahtziehern der mutmaßlichen Intrige wird neben dem früheren Justiziar der Bank, Wolfgang Gößmann, nun auch Nonnenmacher als Beschuldigter geführt. Offenbar haben sich bei der Auswertung von Computerfestplatten neue Erkenntnisse ergeben, die bei der damals für die Bank arbeitenden Sicherheitsfirma Prevent beschlagnahmt wurden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte Nonnenmacher von der falschen Verdächtigung gewusst und nichts dagegen unternommen haben. Prevent wurde damals von der HSH Nordbank im Zusammenhang mit dem Roth-Rauswurf bezahlt - daher auch der Vorwurf der Untreue an Nonnenmacher.

Dessen Anwalt teilte mit, er könne zu dem aktuellen Vorgang nichts sagen. Ex-Justiziar Gößmann hatte die Vorwürfe stets bestritten, ebenso die inzwischen insolvente Prevent.

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) fordert HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper auf, die Millionenabfindung für den Ex-Bankchef zu prüfen. Kopper solle feststellen, "ob sich neue Erkenntnisse im Sinne der Regelungen des Aufhebungsvertrages zwischen der HSH Nordbank und Herrn Prof. Nonnenmacher ergeben", sagte Heinold "Spiegel Online". Sollte dies der Fall sein, erwarte die Ministerin, dass der Aufsichtsrat vor dem Fristablauf am 15. Dezember alle Maßnahmen ergreift, um die Abfindung von Nonnenmacher zurückfordern zu können.

(HA)
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