30.11.12

Jim Yong Kim

Weltbankchef: Chinas Aufschwung "kein Strohfeuer"

Konjunkturerholung in China wird laut des neuen Weltbankchefs andauern. Bei einem Peking-Besuch gab sich Kim auch optimistisch.

Foto: AFP
Jim Yong Kim
Die Anzeichen für eine Erholung des chinesischen Wachstums sind laut Weltbankpräsident Jim Yong Kim ermutigend

Peking/Hamburg. Die jüngsten positiven Wirtschaftsdaten aus China sind nach Überzeugung des Weltbankpräsidenten Jim Yong Kim "kein Strohfeuer". Zum Abschluss seines ersten China-Besuches an der Spitze der Weltbank sagte Kim am Freitag in Peking, er sei sehr ermutigt vom gegenwärtigen Wachstum der zweitgrößten Wirtschaftsmacht. Auch sei die neue Führung entschlossen, die Probleme der wirtschaftlichen Entwicklung in China anzupacken.

Der künftige Regierungschef Li Keqiang wolle die Ungleichgewichte energisch angehen, sagte der Weltbankchef von seinen Gesprächen mit dem Vizepremier, der auf dem jüngsten Parteitag der Kommunistischen Partei zur Nummer zwei in der chinesischen Machthierarchie aufgestiegen war.

Chinas Regierung will mit der Weltbank bei der Lösung der Probleme durch die dramatische Urbanisierung kooperieren. Dafür soll gemeinsam eine Studie angefertigt werden, sagte Kim. Um 2030 dürften fast zwei Drittel der chinesischen Bevölkerung in städtischen Gebieten leben. Jährlich strömten rund 14 Millionen Menschen in die Städte.

Urbanisierung treibe zwar Wachstum und Lebensstandard an, bringe aber enorme Herausforderungen für Umwelt, Nahrungsmittelsicherheit sowie Gesundheits- und Bildungswesen, sagte der Weltbankchef. Chinas künftiger Premier suche ein "strategisches Vorgehen zur Bewältigung dieser drängenden Probleme". "Er wird die schwierigen Fragen angehen", zeigte sich Kim überzeugt.

Die gegenwärtigen Anzeichen für eine Erholung des chinesischen Wachstums sind aus seiner Sicht ermutigend. Es ist nach seiner Darstellung nicht nur eine vorübergehende Erscheinung, die schnell verpufft. "Ich denke nicht, dass es ein Strohfeuer ist", antwortete Kim auf eine entsprechende Journalistenfrage. Nach einem schlechten dritten Quartal, in dem nach Expertenansicht die Talsohle erreicht wurde, legt das Wachstum inzwischen wieder zu.

Die chinesische Regierung rechnet mit 7,5 Prozent Wachstum im ganzen Jahr. Es wird auch eingeräumt, dass das Ziel eines zehnprozentigen Handelswachstums wegen des Rückgangs der Exporte in das schuldengeplagte Europa und die schwächelnden USA klar verfehlt werden dürfte. Bei seinem China-Besuch war der Weltbankchef auch in die 2008 von dem verheerenden Erdbeben heimgesuchte Provinz Sichuan gereist, wo rund 90 000 Menschen ums Leben gekommen waren.

Die Herausforderungen für die asiatische Volkswirtschaft waren auch Thema auf dem "Hamburg Summit – China meets Europe" mit Unternehmern, Politikern und Wissenschaftlern, der am Freitag in der Hansestadt zu Ende ging. "Wir brauchen eine neue Balance, die den Markt stärker als bisher gegenüber dem Staat begünstigt und bei der die Entwicklung des chinesischen Binnenmarktes sowie Innovationen eine viel größere Rolle spielen", betonte EU-Handelskommissar Karel De Gucht auf dem Treffen. Um nachhaltiges Wachstum der chinesischen Wirtschaft zu garantieren, müssten die notwendigen Reformen angeschoben werden.

Die bisherigen Präsidenten der Weltbank
Die bisherigen Präsidenten der Weltbank
Eugene Meyer , Juni bis Dezember 1946
John McCloy , März 1947 bis Juni 1949
Eugene Black , Juli 1949 bis Dezember 1962
George Woods , Januar 1963 bis März 1968
Robert McNamara , April 1968 bis Juni 1981
Alden Clausen , Juli 1981 bis Juni 1986
Barber Conable , Juli 1986 bis August 1991
Lewis Preston , September 1991 bis Mai 1995
James Wolfensohn , Juni 1995 bis Mai 2005
Paul Wolfowitz , Juni 2005 bis Juni 2007
Robert Zoellick , Juni 2007 bis Juli 2012
Quelle: dpa
Das ist die Weltbank
Die Weltbank ist wie der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen.
Beide wurden bei der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire im Juli 1944 gegründet.
Der Entwicklungsorganisation mit Sitz in Washington gehören heute 187 Staaten an.
Die Weltbank ist weltweit an Projekten zur Armuts- und Korruptionsbekämpfung beteiligt.
Sie vergibt Mikrokredite, fördert Projekte zur Verbesserung der Schulbildung und der Krankenversorgung und leistet Hilfe beim Wiederaufbau nach Naturkatastrophen.
An ihrer Spitze steht traditionell ein US-Bürger, während der IWF von einem Europäer geleitet wird.
Seit 2007 ist Robert Zoellick Präsident der Weltbank.
Seine Amtszeit endet im Juni. Die USA haben den Arzt Jim Yong Kim als Nachfolger nominiert.
Die Wahl steht kommende Woche an.
Die Weltbank besteht aus fünf Organisationen.
Die wichtigsten sind die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (nach ihrem englischen Namen IBRD abgekürzt und gemeinhin als Weltbank bezeichnet) und die Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA).
Die IBRD vergibt Kredite an Mitgliedsstaaten, während die IDA vor allem Projekte der Entwicklungshilfe finanziert.
Weitere Organisationen sind die Internationale Finanz-Gesellschaft (IFC), die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA) und das Internationale Zentrum zur Schlichtung von Investitionsstreitigkeiten
(dpa)
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