27.11.12

Rennstrecke

Der Streit um den Nürburgring ist beigelegt

Hoffnung für Formel-1-Fans: Sanierer und Betreiber haben sich geeinigt. Im März könnte der Verkaufsprozess für den Nürburgring starten.

Foto: dapd
Vergleich im Pachtstreit: Betreiber bleiben am Nuerburgring praesent
Die Geschäftsführer der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Jörg Lindner (l.) und Kai Richter (hinten) sowie der Sachwalter der insolventen staatlichen Nürburgring GmbH, Jens Lieser am Dienstag im Lindner Hotel

Frankfurt. Am Nürburgring wächst wieder die Hoffnung auf ein Formel-1-Rennen auf der traditionsreichen Rennstrecke im kommenden Jahr. Die Sanierer der insolventen Nürburgring AG und die Betreiber des Rundkurses in der Eifel haben sich in dem Tauziehen um die Macht am Ring geeinigt, wie die Nürburgring AG am Dienstag bestätigte. "Der gordische Knoten ist durchschlagen", sagte der Sachwalter des Nürburgring-Besitzers, Jens Lieser. Nach dem Vergleich könne voraussichtlich im März der Verkaufsprozess für den Nürburgring starten, bei dem sich auch der bisherige Betreiber Nürburgring Automotive GmbH (NAG) bewerben will. Die NAG war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Damit sie in dem Verfahren keine unfairen Vorteile gegenüber anderen Interessenten haben, hatte die Nürburgring AG auf einen Ausstieg der Betreiber gedrängt. Die NAG räumt rückwirkend zum 31. Oktober den Ring, wo nun eine neue Nürburgring Betriebsgesellschaft GmbH (NBG) das Sagen hat, eine Tochter der Nürburgring AG. Die NBG ist bereit, auch die rund 150 Mitarbeiter der NAG zu übernehmen. Sie gehört dem Hotelier Jörg Lindner (Lindner Hotels) und dem Immobilieninvestor Kai Richter - beide aus Düsseldorf – und darf mindestens bis Ende 2013 die beiden Hotels am Nürburgring und den Freizeitpark weiter betreiben.

Richter und Lindner verhandeln mit dem Formel-1-Organisator Bernie Ecclestone derzeit über das Rennen 2013, das wegen der Pleite gefährdet ist. Das Recht, als Veranstalter aufzutreten, hat ihnen der Eigentümer zugebilligt. "Jetzt gilt es, in den Gesprächen mit Ecclestone einen Vertragsabschluss zu erzielen", sagte der als Sanierungs-Geschäftsführer eingesetzte Thomas Schmidt. "Wenn das der NAG nicht gelingt, werden wir umgehend mit Herrn Ecclestone sprechen." Gelingt es der NAG, das Rennen an Land zu ziehen, beteiligt sich die Nürburgring AG mit einer Million Euro an den Kosten. Der Nürburgring wäre im Sommer 2013 turnusmäßig Schauplatz des einzigen deutschen Formel-1-Grand Prix, als Ausweich-Standort stünde der Hockenheimring bereit.

Die NAG bestätigte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ihr Interesse an einer Übernahme des Rings: "Wir werden uns in den nächsten zwölf Monaten auf diese Aufgabe konzentrieren. Denn der Nürburgring ist im Betrieb profitabel", zitierte die Zeitung Lindner und Richter in einer Vorabmeldung. Seit Beginn des Pachtvertrags im Frühjahr 2010 habe die NAG den Umsatz auf 63 Millionen von 21 Millionen Euro im Jahr verdreifacht und einen zweistelligen Millionengewinn erzielt.

Auch finanziell sind sich Nürburgring AG und NAG einig. Die NAG zahlt 270.000 Euro an das Land Rheinland-Pfalz – den Eigentümer der insolventen Besitzgesellschaft, wie ein Sprecher des Sachwalters bestätigte. "Wir haben von Anfang an eine Art Nullsummenspiel angestrebt." Damit sind die ausstehenden und lange strittigen Pachtzahlungen abgegolten, das Land verzichtet zugleich auf die Rückzahlung der Tourismusabgabe, die es von der NAG gefordert hatte.

(Reuters)
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