26.11.12

MIneralöl in Schokolade

Hersteller Arko nimmt Adventskalender vom Markt

Warentest hat 24 Kalender getestet und bei neun Produkten vom Verzehr abgeraten. Arko nimmt Ware zurück und erstattet Kaufpreis.

Foto: Michael Rauhe
Adventskalender
Arko reagiert auf Bericht von Stiftung Warentest und nimmt Adventskalender aus dem Sortiment

Berlin. Nach einem Bericht von Stiftung Warentest über Mineralöl in Adventskalender-Schokolade, reagiert die Süßwarenkette Arko und hat den Kinder-Adventskalender aus dem Sortiment genommen.

"Wir haben rein vorsorglich entschieden, den betroffenen Artikel sofort aus dem Verkauf zu nehmen", sagte Geschäftsführer Torsten Teufert am Montag.

Reklamierenden Kunden werde Arko den Kaufpreis erstatten. Der Geschäftsführer der Confiserei Heilemann, Peter Schrage, sagte, der gesamte Produktionsprozess werde nun im Labor untersucht.

Die Stiftung Warentest hatte zuvor in der Schokolade von Adventskalendern für Kinder Mineralöl und ähnliche Substanzen nachgewiesen, von denen einige im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Verbraucher, besonders Kinder, sollten diese Schokolade nicht essen, riet Stiftung Wartentest. Die Öle stammten wahrscheinlich aus dem Karton. Er werde häufig aus Recyclingpapier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt sei. Die Substanzen seien vermutlich während der Lagerzeit in die Schokolade eingedrungen, weil diese direkt im Karton liege, sagte eine Sprecherin der Stiftung.

Der Geschäftsführer von Heilemann, Schrage, sagte: "An unserer Schokolade liegt es nicht. Offenbar hat sich ein Zulieferer nicht an unsere Spezifikationen gehalten." Normalerweise verwende Heilemann keine Recycling-Materialien für die Verpackung. Ein anderer Kalender, den die Firma für einen Kunden hergestellt habe, sei sehr gut bewertet worden. Anders als von der Stiftung dargestellt sei der Verzehr der Schokolade aus den Kalendern aber unbedenklich.

Die Prüfer von Warentest teilten mit, Schokostückchen von neun Produkten hätten sogar besonders kritische Stoffe enthalten, sogenannte aromatische Mineralöle. Ein Teil der Stoffe stehe im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Tester hätten sie bei Kalendern mit Kindermotiven nachgewiesen, und zwar der Marken Rausch, Confiserie Heilemann, Arko, Riegelein "The Simpsons", Feodora Vollmilch-Hochfein Chocolade, Smarties, Hachez Adventskalender "Schöne Weihnachtszeit" sowie Friedel Adventskalender und Lindt "Adventskalender für Kinder".

Darüber hinaus hätten die Tester noch andere Mineralöl-Typen in der Schokolade gefunden. Deren Wirkung auf den Menschen sei noch nicht geklärt. Allerdings hätten Tierversuche einen Zusammenhang mit Entzündungserscheinungen in der Leber gezeigt.

Die Schokolade von folgenden Kalendern sind laut Stiftung Warentest geringer belastet und können auch von Kindern verzehrt werden: Santa Claus in Town von Netto Marken­discount, Goldora von Norma, Gepa, Sheepworld, Barbie, Hello Kitty, Disney, Favorina von Lidl, Rosengarten Bio, Milka und Hussel.

Die im Test untersuchten Kalender könnten Verbraucher anhand der Motivfotos auf der Webseite von Warentest identifizieren.

dapd/ha
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