20.11.12

Zeitungen

Bericht: "Financial Times Deutschland" wird eingestellt

Demnach zieht sich der Hamburger Verlag Gruner + Jahr aus den Wirtschaftsmedien zurück. Auch "Impulse" und "Börse Online" betroffen.

Foto: dapd
Die aktuellen Ausgaben der "Financial Times Deutschland", "Börse Online" und "Impulse"
Die aktuellen Ausgaben der "Financial Times Deutschland", "Börse Online" und "Impulse"

Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen" will das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) einstellen. Das berichtet die FAZ am Dienstag. Demnach sollen auch die Zeitschriften "Impulse" und "Börse Online" verkauft werden, an dem Magazin "Capital" wolle der Verlag hingegen festhalten.

Erst in der vergangenen Woche hatte die "Frankfurter Rundschau" Insolvenz angemeldet. Die traditionsreiche linksliberale Zeitung hatte seit Jahren Millionenverluste hinnehmen müssen.

Bestätigen wollte der Vorstand von Gruner + Jahr die Entscheidung über die "Financial Times Deutschland" nicht. Der FAZ zufolge arbeiten rund 250 Redakteure bei den G+J-Wirtschaftsmedien, die meisten von ihnen bei der "Financial Times Deutschland".

Der Aufsichtsrat von Gruner + Jahr berät an diesem Mittwoch über deren Zukunft. Das Gremium treffe sich zu einer turnusmäßigen Sitzung, sagte ein Verlagssprecher am Dienstag. Den Vorsitz führt Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe.

"Unser Verlag Gruner + Jahr prüft angesichts der Verluste, die diese Zeitung schreibt, verschiedene Optionen. Wir erwarten eine Entscheidung dazu in den kommenden Tagen", schrieb "FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann am Dienstag. Er versicherte den Lesern, "dass wir Ihnen trotz der turbulenten Zeiten Qualitätsjournalismus vom Feinsten liefern."

In der Medienbranche wurde auch spekuliert, ob die im Jahr 2000 erstmals publizierte lachsfarbene "FTD" möglichweise auf eine gemischte Form aus digitaler Zeitung und gedruckter Ausgabe am Wochenende umgestellt werden könnte. Die Wirtschaftspresse in Deutschland ist im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise unter Druck geraten, weil Werbetreibende aus Industrie, Banken und Versicherungen ihre Werbeetats scharf kalkulieren. Etliche Printtitel mussten Werbeeinbußen hinnehmen.

Der Verlag Gruner + Jahr, der auch Magazine wie "Geo", "Gala", "Brigitte" und "Neon" herausgibt, gehört mit einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro (2011) zu den größten in Europa. Mehrheitseigener ist mit 74,9 Prozent die Bertelsmann AG (Gütersloh). Eine Sperrminorität von 25,1 Prozent hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

(HA/dpa)
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