Rekordtief erreicht Deutsche trinken immer weniger Bier – Wetter trägt Mitschuld

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Der Bierabsatz in Deutschland sinkt weiter und erreicht einen neuen Tiefstand. Im ersten Halbjahr setzten Brauereien 48,2 Millionen Hektoliter ab.

Wiesbaden. Die Fußball-Europameisterschaft im Juni in Polen und der Ukraine ist nicht nur für die deutsche Nationalmannschaft, sondern auch für die heimischen Brauer enttäuschend verlaufen. Das sportliche Großereignis am Ende des Halbjahres konnte den weiterhin sinkenden Bierabsatz in Deutschland nicht stoppen, wie gestern aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorging. Als wichtigsten Grund für schleppende Geschäfte in der Außengastronomie hat der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bereits das schlechte Wetter ausgemacht.

Im ersten Halbjahr setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager rund 48,2 Millionen Hektoliter Bier ab, wie die Statistiker in Wiesbaden mitteilten. Das ist nach Angaben der Behörde der niedrigste Wert seit Beginn dieser Statistik im Jahr 1993. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 ging der Bierabsatz um 2,4 Prozent oder 1,2 Millionen Hektoliter zurück. Im zweiten Quartal 2012 gab es nach Angaben des Bundesamtes in allen drei Monaten ein deutliches Minus im Vergleich zum Vorjahr. Nicht berücksichtigt in den Zahlen sind alkoholfreie Sorten sowie Importe aus Übersee. Gerade alkoholfreies Bier gewinnt offensichtlich an Kunden, das hatten zumindest jüngst die Brauereien behauptet.

Knapp 84 Prozent des gesamten Bierabsatzes wurden auf dem inländischen Markt verkauft. Diese 40,4 Millionen Hektoliter bedeuteten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 einen Rückgang von 2,3 Prozent, während die Exporte sogar um 2,9 Prozent sanken. Zusehends beliebter sind derweil Biermischungen mit Limonade, Cola und Fruchtsäften. Sie machten zwar nur 4,7 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus, konnten aber im ersten Halbjahr 2012 erneut eine solide Wachstumsquote von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorweisen.