Schlankheitswahn Magermodel Isabelle Caro gestorben: verhungert?

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Im Jahr 2007 hatte sich das extrem abgemagerte Model noch als ein abschreckendes Beispiel für Magersucht fotografieren lassen.

Paris. Sie litt an Magersucht und nun ist sie tot: Isabelle Caro. Das Ex-Model war 1,64 groß und wog ganze 31 Kilogramm, als es sich als abschreckendes Beispiel für Magersucht von Starfotograf Oliviero Toscani fotografieren ließ. Isabelle Caro sei bereits Mitte November nach einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt infolge einer Lungenentzündung gestorben, berichtete die Website 20minutes.ch am Mittwoch. "Die Magersucht-Ikone hat sich zu Tode gehungert" – Caro sei "an den Folgen ihrer Krankheit" gestorben, hieß es auf dem Schweizer Onlineportal. Die genaue Todesursache sei unklar.

Ein Freund des Models, der Schweizer Sänger Vincent Bigler, bestätigte auf seiner Webseite den Tod Caros. "20 Minuten" zitierte Bigler mit den Worten: "Sie kam vor 15 Tagen ins Krankenhaus. Zum Schluss war sie sehr müde." Caro sei wegen einer Lungenentzündung in Behandlung gewesen. Die junge Frau hatte sich 2007 von Toscani unbekleidet für eine Schockkampagne fotografieren lassen, um auf die Gefahr der Magersucht aufmerksam zu machen. Die Bilder der ausgemergelten, bereits vom Tode gezeichneten jungen Frau hatten damals großes Aufsehen erregt. Caro veröffentlichte vor zwei Jahren eine Autobiografie mit dem Titel "Das kleine Mädchen, das nicht dick werden wollte". Ihr Alter wird unterschiedlich zwischen 28 und 30 Jahren angegeben.

Caro litt seit ihrem 13. Lebensjahr an der Krankheit. 2006 fiel sie vorübergehend ins Koma, als sie nur noch 25 Kilogramm wog. Anfang dieses Jahres hatte sie angekündigt, gegen ihre Krankheit kämpfen zu wollen und hatte nach eigenen Angaben wieder ein Gewicht von 42 Kilogramm erreicht.

Über "Hungermodels" wird diskutiert, seit im Februar 2007 eine 21-jährige Brasilianerin an Magersucht starb; das 1,70 Meter große Model wog weniger als vierzig Kilo. Wenige Monate zuvor hatte ein junges Model aus Uruguay einen tödlichen Herzinfarkt erlitten. Spanien erließ daraufhin – als bislang einziges europäisches Land – ein Verbot für Models unterhalb eines bestimmten "Body-Mass-Index'". Anfang 2008 verpflichtet sich die französische Modebranche freiwillig, keine superdürren Models mehr zu engagieren. Auch in Deutschland gab es Bestrebungen für einen Kodex gegen Schlankheitswahn in der Modebranche. (afp/dpa/abendblatt.de)