18.06.12

Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta Mutmaßlicher Mörder an Kanada ausgeliefert

abendblatt.de
Der Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta ist in Berlin gefasst worden. Die kanadische Polizei verdächtigt ihn des Mordes und des Kannibalismus

Foto: AFP

Der Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta ist in Berlin gefasst worden. Die kanadische Polizei verdächtigt ihn des Mordes und des Kannibalismus

Der Pornodarsteller soll einen Studenten vor laufender Kamera getötet haben. Am Montag wurde Magnotta der kanadischen Polizei übergeben.

New York/Berlin. Zwei Wochen nach seiner Festnahme in Berlin ist der kanadische Pornodarsteller, der vor laufender Kamera einen Mann getötet haben soll, wieder in der Hand der Behörden seines Heimatlandes. Der bis zu seiner Flucht in Montreal lebende Luka Magnotta sei am Montag der kanadischen Polizei übergeben worden, bestätigte ein Sprecher der Berliner Staatsanwalt am Montag. Details wollte er nicht nennen.

Kanadas Justizministerium teilte mit, dass ein Flugzeug der kanadischen Luftwaffe den 29-Jährigen in Berlin abgeholt habe. "Die Zusammenarbeit unserer Regierung mit der internationalen Gemeinschaft hat dafür gesorgt, dass sich dieser Mann schnell vor der Justiz verantworten kann. Die Kanadier sollen wissen, dass Menschen, die das Recht übertreten, die volle Härte des Gesetzes erfahren werden." Justizminister Rob Nicholson dankte ausdrücklich der deutschen Regierung "für ihr rasches und entschlossenes Handeln".

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Die Maschine mit Magnotta war am Abend Berliner Zeit Richtung Montreal gestartet. Dort soll Magnotta seinen 33-Jahre alten Freund umgebracht und zerstückelt haben. Einige Leichenteile verschickte er mit der Post, den Torso warf er in den Müll, einige Teile soll er auch gegessen haben.

Die rasche Auslieferung hat viele Kommentatoren in Kanada überrascht. Die meisten hatten gemutmaßt, dass sich das Verfahren über Monate, wenn nicht Jahre hinzieht. Der Auslieferung des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber 2009 nach Deutschland war ein fünfjähriges juristisches Tauziehen vorausgegangen. Allerdings hatte Magnotta seiner Auslieferung auch nicht widersprochen. (dpa)