04.02.13

St. Pauli gegen Cottbus 0:0

Wenigstens die Hymne sorgte für Gänsehaut am Millerntor

Beim ersten Spiel vor der voll besetzten Gegengeraden reicht es für St. Pauli gegen Energie Cottbus nur zu einem Unentschieden.

Von Carsten Harms und Bastian Henrichs
Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Fussball
Am Einsatz lag es nicht: Christopher Avevor setzt zu einem Flankenlauf an. Im Hintergrund die erstmals voll besetzte Gegengerade

Hamburg. In der 93. Minute wurde es noch einmal laut. Dennis Daube trat mit den 13.000 Zuschauern auf der Gegengeraden im Rücken zum Freistoß an. Die letzte Chance, am Premierentag der neuen Tribüne doch noch ein Tor zu erzielen, doch noch einen Sieg zu feiern und die Fans auf den Rängen für ihre über weite Strecken lautstarke Unterstützung zu belohnen. Sogar auf der Haupttribüne ließen sich die Zuschauer mitreißen, doch der Ball von Daube flog gerade mal einen Meter hoch über den Rasen und fiel noch vor dem ersten Pfosten wieder runter. Keine Chance für die in der Mitte wartenden Offensivkräfte des FC St. Pauli, an den Ball zu kommen. So stand im ersten Pflichtspiel des Jahres für den FC St. Pauli vor der Rekordkulisse von 26.578 Zuschauern im nicht komplett gefüllten Millerntor-Stadion am Ende ein torloses Unentschieden gegen den FC Energie Cottbus. St. Pauli hat seine Torflaute noch nicht überwunden.

"Wir hatten uns mehr vorgenommen, doch das Spiel hat nicht mehr hergegeben", analysierte Fin Bartels. Die Mannschaft hatte vor Spielbeginn ein paar Minuten früher als sonst die Kabine verlassen, um im Spielertunnel die Stimmung aufzusaugen. Torhüter Philipp Tschauner ließ sich gar dazu hinreißen, das auf den Rängen in nie dagewesener Lautstärke intonierte "You'll never walk alone" mitzusingen. Doch gleich zu Beginn war den Profis des FC St. Pauli auch eine gewisse Nervosität anzumerken, Cottbus übernahm die Initiative und hatte die ersten Möglichkeiten, Boubacar Sanogo vergab eine Großchance, als er an Tschauners Fußabwehr scheiterte. Danach kam St. Pauli besser ins Spiel, initiierte vor allem über die linke Angriffsseite einige vielversprechende Vorstöße. Gelungene Ballstafetten und Kombinationsspiel blieben auf dem weichen und tiefen Rasen jedoch Mangelware, lange Bälle in die Spitze wurden auf beiden Seiten mehr und mehr zum beliebtesten Mittel im Spiel nach vorn. Der durch einige unverständliche Entscheidungen auffallende Schiedsrichter Jochen Drees tat sein Übriges dazu, dass sich ein Kampfspiel entwickelte, "ein Schweinespiel", wie Stürmer Daniel Ginczek, der in seiner besten Szene mit einem Drehschuss an Cottbus' Torhüter Kirschbaum und dem Pfosten scheiterte, es später bezeichnen sollte.

"Wir können mit dem Punkt leben. Spielerisch haben wir sicher Luft nach oben, aber von der Einstellung und Moral her haben beide Mannschaften an der Kante gespielt", sagte Trainer Michael Frontzeck. Am Ende hätte sich seine Mannschaft nicht über eine Niederlage beschweren dürfen, da Markus Thorandt den eingewechselten John Jairo Mosquera im Strafraum foulte, der Elfmeterpfiff jedoch ausblieb.

Es hätte zu diesem Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften gepasst, wenn es durch einen Elfmeter, eine einzelne Unachtsamkeit - oder eine Standardsituation entschieden worden wäre. In der Vorbereitung hatte Trainer Frontzeck angekündigt, vermehrt Ecken und Freistöße trainieren zu lassen, um die geringe Torausbeute seiner Mannschaft nach ruhenden Bälle zu verbessern. Gefruchtet hat die Arbeit noch nicht. Fast alle der sieben Ecken und zahlreichen Freistöße endeten so wie der von Dennis Daube in der letzten Spielminute. "Die Ecken und Freistöße müssen zumindest über den ersten Mann rüberkommen, da müssen wir uns noch mehr konzentrieren. Wir haben ja gute Kopfballspieler", sagte Markus Thorandt. Frontzeck wollte seiner jungen Mannschaft jedoch keinen Vorwurf machen. "Man kann viel trainieren, arbeiten und investieren, den Wettkampf kann man aber nicht simulieren. Wir werden da weitermachen, uns Schritt für Schritt entwickeln", sagte der Coach. Gleiches gelte auch für die weiterhin schwache Torausbeute mit 18 Treffern aus 20 Spielen.

"Diesmal hatte wir nicht so viele Chancen wie sonst", sagte Fin Bartels, der nach einem eher harmlosen Foul die fünfte Gelbe Karte sah und nächsten Sonntag in Sandhausen fehlen wird. "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen. Wir wissen ja, dass wir Tore erzielen können." Schon gegen Sandhausen wird St. Pauli es erneut versuchen - und beim nächsten Heimspiel gegen Köln darf dann vielleicht auch die Gegengerade mitjubeln.

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