26.11.12

Jahreshauptversammlung

St. Paulis Präsidium ohne Gegenstimme entlastet

Bei der Jahreshauptversammlung des Zweitligisten stellen sich die Führungsgremien hinter Vizechef Gernot Stenger.

Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Sitzen Montag auf der Jahreshauptversammlung auf heißen Stühlen: St. Paulis Präsident Stefan Orth (2. v. r.) und seine Stellvertreter Tjark Woydt, Gernot Stenger, Bernd-Georg Spies und Jens Duve (v. l.)
St. Paulis Präsident Stefan Orth (2. v. r.), seine Stellvertreter Tjark Woydt, Gernot Stenger, Bernd-Georg Spies und Jens Duve (v. l.)

Hamburg Sie diskutierten bis nach Mitternacht. Der Abwahlantrag gegen Vizepräsident Gernot Stenger hatte die Gemüter erregt und die Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli weit ausgedehnt. Nach hitzigen, aber auch konstruktiven Diskussionen zogen die Initiatoren ihren Antrag letztlich zurück. "Die Abwahl war ohnehin nicht unbedingt unser Ziel. Es ging uns darum, eine Diskussion anzustoßen, und das ist uns gelungen", sagte Michel Dannenfelser.

Dass es die benötigte Dreiviertelmehrheit sowieso nicht gegeben hätte, war im Saal 2 des CCH bereits früh an diesem Abend deutlich geworden. Der 55-Jährige, der als Mitglied der DFL-Sicherheitskommission in die Kritik geraten war und sich des Vorwurfs erwehren musste, gegen die Interessen der eigenen Mitglieder gehandelt und gegenüber Fanvertretern anschließend in zwei Fällen die Unwahrheit gesagt zu haben, konnte sich der breiten Zustimmung aus dem mit 960 Mitgliedern gefüllten Plenum sicher sein. "Wir haben möglicherweise Fehler gemacht, aber immer in der Konsequenz gehandelt, das Beste für den Verein zu tun. Der Abwahlantrag ist völlig unverhältnismäßig. Das hat auch nichts mehr mit konstruktiver Kritik zu tun, und verbietet sich daher", stellte Präsident Stefan Orth in seinem 31-minütigen und von vielen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Erfolgsmeldungen geprägtem Bericht klar. Anschließend sollte sich der Aufsichtsrat ähnlich positionieren: "Wir werden den Antrag gegen Gernot Stenger nicht unterstützen", sagte Chefkontrolleur Christoph Kröger.

Einheit zwischen den Führungsgremien in der Causa Stenger, Differenzen auf anderen Themenfeldern, wie der Aufsichtsrat deutlich machte: "Zur Zeit ist uns ein Berliner Klub in Sachen Union deutlich voraus. Wir hätten es begrüßt, wenn sich der FC St. Pauli ähnlich wie der 1. FC Union Berlin verhalten hätte", sagte Kröger und erntete einen Applaus, der in Sachen Lautstärke und Intensität nur noch von den erfolgreichen B-Junioren der Bowling-Abteilung erreicht wurde. Die Konsequenz und Klarheit, mit der sich die Köpenicker früh gegen das DFL-Papier "Sicheres Stadionerlebnis" positionierten, hatte es bei den Hamburgern erst nach einigen Diskussionsrunden gegeben. Kröger, der 32 Minuten sprach, kritisierte zudem eine phasenweise mangelhafte Kommunikation. Zudem warnte er angesichts der positiven wirtschaftlichen Entwicklung vor verfrühter Euphorie, bezifferte die Gesamtverbindlichkeiten auf 32,9 Millionen Euro und berichtete im Vergleich zur Zweitligasaison 2009/2010 von einem Anstieg der Personalkosten um 50 Prozent sowie einer Erhöhung der Verwaltungskosten um 100 Prozent. Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit dem Präsidium aber zufriedenstellend verlaufen, so dass der Satzungsänderungsantrag des Aufsichtsrates über erhöhtes Mitsprachrecht bei Personalfragen leitender Angestellter obsolet und zurückgezogen wurde.

Lob und Tadel auch vom Vorsitzenden der Abteilung Fördernde Mitglieder. Alexander Gunkel lobte die Verantwortlichen in vielen Sachfragen ausdrücklich für ihre ausgezeichnete Arbeit, attestierte dem Gremium aber Beratungsresistenz und mangelnde Kritikfähigkeit: "Wenn mir Hunderte Geisterfahrer entgegenkommen, muss ich mich vielleicht fragen, ob ich in die richtige Richtung fahre." Zufriedenheit mit den Ergebnissen des Präsidiums und Kritik am Kommunikationsstil des Führungsgremiums prägten den Abend, wie die Mitglieder mit ihrem Applaus dokumentierten und das Präsidium ohne Gegenstimme entlasteten. Gut und wichtig auch, dass eine Debatte über das Einbinden von Fanvertretern bei entsprechenden Entscheidungsprozessen angestoßen wurde. Ganz im Sinne der Antragsteller, die sich allerdings fragen müssen, ob es dazu einer derartigen Hexenjagdauf Stenger bedurfte, die nach Bekanntwerden des Antrags eingesetzt hatte.

(bhe./lwö)
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