28.11.12

Bundesliga

Sieg gegen Schalke: Adler rettet, Beister trifft, HSV feiert

Die Hamburger siegen ohne Spielmacher van der Vaart und Torjäger Son nach der besten Saisonleistung mit 3:1 gegen den FC Schalke 04.

Von Kai Schiller und Marcus Scholz
Foto: REUTERS

Maximilian Beister lässt sich für seinen Führungstreffer feiern. Der HSV gewann mit 3:1 gegen Schalke 04

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Hamburg . Der Mann des Abends gab sich ganz bescheiden. "Wichtiger als mein Tor waren die drei Punkte", sagte Maximilian Beister. Und doch war sein 1:0 gegen den FC Schalke 04 ein Treffer, den er nie vergessen wird: Sein Premierentor in der Bundesliga - und der Grundstein für einen überraschenden 3:1-(0:0-)Sieg. Entsprechend lauthals feierten die Fans gestern Abend ihren stark ersatzgeschwächten HSV nach der besten Saisonleistung. "Das war Feuer, das war Leidenschaft! Wir haben aktiv nach vorne gespielt", freute sich HSV-Trainer Thorsten Fink.

+++ Der Spielverlauf zum Nachlesen +++

Schon vor dem Spiel musste sich kein Hamburger mangelnde Kreativität vorwerfen lassen. So überraschte Fink sein Schalker Gegenüber Huub Stevens mit einer Systemumstellung. Ohne die verletzten Offensivstars Rafael van der Vaart (Muskelfaserriss) und Heung Min Son (Zerrung) entschied sich der Coach erstmals in dieser Saison für eine 4-4-2-Taktik mit einer sogenannten Mittelfeldraute. Milan Badelj sollte als Abfangjäger vor der Abwehr aufräumen, Dennis Aogo spielte links, der Norweger Per Skjelbred rechts im Mittelfeld. Die Rolle von Regisseur van der Vaart durfte erwartungsgemäß Tolgay Arslan ausfüllen, der Maximilian Beister und dessen Sturmpartner Artjoms Rudnevs in Szene setzen sollte.

Und ohne die anfängliche Unterstützung der Fans, die als selbst ernannter zwölfter Mann zwölf Minuten und zwölf Sekunden aus Protest gegen das viel diskutierte Sicherheitspapier der DFL schwiegen, erspielte und erkämpfte sich der HSV Chance um Chance. Zunächst scheiterte Aogo am rechten Pfosten (7.), wenige Sekunden später Rudnevs (8.) und der freistehende Skjelbred (11.) an der eigenen Courage. Erst als sich nach exakt zwölf Minuten und zwölf Sekunden die bis dahin schweigenden Fans lautstark zurückmeldeten, erinnerten sich auch die Schalker daran, dass zu einem guten Fußballspiel meistens zwei Mannschaften gehören. Da die Hamburger aber die wenigen Schalker Versuche souverän überstanden, behielt bis zum Pausenpfiff das alte Stevens-Motto auf beiden Seiten Gültigkeit: Die Null muss stehen.

Defensiv konnte Fink im ersten Durchgang also zufrieden mit seiner Mannschaft sein, offensiv machte sich das Fehlen van der Vaarts nach der fulminanten Anfangsphase mit zunehmender Spieldauer schon bemerkbar. Daran konnte zunächst auch Torjäger Rudnevs nichts ändern, dem im ersten Durchgang selbst auf dem frisch verlegten Rollrasen nichts gelingen wollte.

Eindrucksvollen Anschauungsunterreicht konnte sich der Lette nur sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff bei Beister nehmen. Der U21-Nationalspieler ließ sich nach einer herrlichen Vorarbeit Badeljs nicht zweimal bitten und drosch den Ball aus 20 Metern humorlos zur verdienten 1:0-Führung ins Netz. Es war der erste Hamburger Saisontreffer ohne van der Vaarts Anwesenheit auf dem Platz nach exakt 299 Minuten - und weil es so schön war, brauchte der HSV diesmal nur 13 weitere Minuten, um nachzulegen. Den schönsten Angriff des Tages über Dennis Diekmeier, Beister per Hacke und erneut Diekmeier krönte ausgerechnet Rudnevs zum 2:0 (65.).

Mit Sprechchören gefeiert wurde aber zunächst weder der starke Beister noch der mehr oder weniger starke Rudnevs, sondern wieder einmal René Adler. Der Torhüter, der in der ersten Stunde kaum einmal geprüft wurde, bewies direkt nach dem 2:0 seine herausragende Klasse, als er innerhalb von nur wenigen Sekunden gleich zweimal in höchster Not rettete: zunächst gegen Benedikt Höwedes und direkt danach gegen Jefferson Farfan. Selbst den von Rincon unglücklich verschuldeten Handelfmeter von Klaas-Jan Huntelaar konnte er parieren, erst im Nachschuss traf der Niederländer.

Da Badelj auf der Gegenseite einen ebenso berechtigten Foulelfmeter kurz vor Schluss sogar im ersten Versuch verwandelte, konnten am Ende elf abgekämpfte Hamburger auf dem Platz feiern - und ein nicht weniger glücklicher van der Vaart mit seiner Frau Sylvie auf der Tribüne. Es geht auch ohne den Superstar - vielleicht die wichtigste Erkenntnis des Abends.

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