27.01.13

Australian Open

Djokovic gewinnt zum dritten Mal hintereinander in Melbourne

Viersatzsieg gegen den Briten Andy Murray. Noch nie zuvor in der Open-Era hatte ein Spieler drei Melbourne-Titel in Serie gewonnen.

Foto: dapd
Australian Open Tennis
Stolz präsentiert Noval Djokovic den Siegerpokal

Melbourne. Nach seinem historischen Sieg in Melbourne wagte Novak Djokovic erst einmal ein kleines Tänzchen. Leichtfüßig hüpfte der Weltranglisten-Erste im Anschluss an seinen Hattrick bei den Australian Open vor seiner Spielerbox und schrie seine Freude über den sechsten Grand-Slam-Titel in den Nachthimmel. Dabei musste Djokovic in der Rod Laver Arena wieder einmal an seine körperlichen Grenzen gehen, um den Briten Andy Murray am Sonntag im Endspiel mit 6:7 (2:7), 7:6 (7:3), 6:3, 6:2 niederzuringen.

Nach 3:40 Stunden verwandelte der Serbe seinen ersten Matchball. Dreimal in Serie hatte in der Millionen-Metropole am Yarra River zuvor seit Einführung des Profitennis 1968 noch kein Spieler gewonnen. Djokovic kassierte für seinen insgesamt vierten Melbourne-Triumph 1,88 Millionen Euro. Zugleich gelang ihm die Revanche für die Final-Niederlage bei den US Open in New York vor rund vier Monaten.

"Das ist definitiv mein Lieblings-Grand-Slam", sagte der Serbe, der vom viermaligen Australian-Open-Champions Andre Agassi den Norman Brookes Challenge Cup überreicht bekam. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, diese Trophäe eine weiteres Mal in Empfang zu nehmen." Allerdings zeigt der 25-Jährige auch ein wenig Mitleid mit seinem nur sieben Tag älteren Freund Murray. "Wir hatten so viele spannende Spiele in den vergangenen Jahren. Ich hoffe, es kommen noch viele, viele hinzu."

Djokovic und Murray schenkten sich bei ihrem 18. Duell wie erwartet nichts. Murray hatte schon vor der Begegnung auf seiner Facebook-Seite eine Fotomontage unter dem Titel "Battle of Melbourne City" gepostet – und sollte damit recht behalten.

Allerdings reichte das Endspiel nicht ganz an das hochklassige Niveau im Finale zwischen Djokovic und Nadal vor einem Jahr heran, das mit 5:53 Stunden als bislang längstes Endspiel in die Grand-Slam-Geschichte einging. Zwar agierten die beiden aktuellen Superstars der Branche ebenfalls auf extrem hohem Level, sie ähnelten sich in ihrer Spielweise aber zu sehr. So entwickelten sich viele lange Ballwechsel, in denen nur selten einer der beiden mit einem Winner zum Punkt kam.

Murray war der erste Spieler, der im Auftaktsatz Probleme bei seinem Aufschlag bekam. Beim Stand von 3:2 hatte Djokovic gleich vier Breakbälle, konnte diese aber nicht nutzen. Auch bei 4:3 stand die Nummer eins der Welt kurz vor einem Break, Murray blieb aber dank des Hawk-Eyes im Spiel und rettete sich in den Tiebreak.

Djokovic haderte nun zusehends mit sich, wirkte bei weitem nicht so selbstsicher wie noch bei seiner Halbfinal-Gala gegen den Spanier David Ferrer. Im Tiebreak unterliefen ihm einige ungewohnt leichte Fehler, die Murray nach 68 Minuten zum Gewinn des ersten Durchgangs nutzte.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts wackelte der Titelverteidiger bedenklich und musste gleich in seinem ersten Aufschlagsspiel drei Breakbälle abwehren. Doch Djokovic überstand die kritische Phase und fand nach und nach sein Selbstvertrauen zurück. Erneut fiel die Entscheidung im Tiebreak, dieses Mal zugunsten des Serben.

Jetzt lief es bei Djokovic, erst Recht, als Murray eine medizinische Auszeit nahm, um eine große Blase am Fuß behandeln zu lassen. Fortan wirkte die Nummer drei der Welt deutlich eingeschränkt, hatte vor allem bei den langen Ballwechseln immer öfter das Nachsehen. Zum 5:3 gelang Djokovic nach einem Ballwechsel über 36 Schläge das erste Break der Partie – es waren 2:51 Stunden gespielt. Zum Vergleich: Im Damen-Finale zwischen Victoria Asarenka und Li Na hatte es am Samstag insgesamt 16 Aufschlagverluste gegeben.

Djokovic sicherte sich den dritten Satz und war fortan nicht mehr zu stoppen. Murray wehrte sich zwar tapfer, der Schotte war aber auch angesichts seines Marathon-Sieges gegen Roger Federer im Halbfinale körperlich zu angeschlagen, um die Partie noch zu drehen.

(dpa)
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