17.01.13

FC Bayern München

Guardiola bleibt vorerst in New York - Angebot für Heynckes

Der Startrainer wird wohl zwei Assistenten mitbringen. Den scheidenden Coach, der weitermachen wollte, wollen die Bayern weiter einbinden.

Foto: dapd

Josep "Pep" Guardiola flog in Barcelona auf einer Welle des Erfolges und der Sympathie. 14 Titel gewann er in vier Jahren als Trainer der Katalanen

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München. Josep Guardiola lässt auf sich warten: Obwohl das Geheimnis um den künftigen Coach schon vor Beginn der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga gelüftet wurde, müssen sich die Münchner bis zum ersten Besuch des Weltklassetrainers gedulden. Wie Karl-Heinz Rummenigge am Donnerstag verkündete, werde der Spanier womöglich erst im Sommer offiziell an der Säbener Straße vorgestellt. Guardiola, der beim deutschen Fußball-Rekordmeister einen Vertrag über drei Jahre bis 2016 unterschrieben hatte, bleibe vorerst in New York, auch um die Arbeit des Noch-Coaches Jupp Heynckes nicht zu stören, berichtete der Vorstandsvorsitzende nach einem Telefonat mit dem 41-Jährigen.

Routinier Heynckes, der nach dieser Saison in Rente gehen will, sollen die Bayern nach Wunsch Rummenigges einen "verdienten Abgang" bescheren, also mindestens deutscher Meister werden. Der Ex-Profi hatte am Morgen mit den Spielern gesprochen, von denen er "jetzt erst recht" die Meisterschaft forderte. Es wäre der erste Titel für den scheidenden Trainer nach zwei Jahren in München ohne Trophäe.

In einem rund zweistündigen Gespräch am Mittwoch habe er Heynckes angeboten, ihn nach dem Ende seiner Trainertätigkeit weiter in den Verein einzubeziehen, berichtete Rummenigge. Die Entscheidung wurde vertagt, Heynckes wollte "ein paar Nächte darüber schlafen".

Dass der 67-Jährige von Juli an nicht mehr auf der Trainerbank der Bayern sitzen werde, habe sich schon im alten Jahr abgezeichnet, als Heynckes der Clubführung "tendenziell zu verstehen gab", aufhören zu wollen. Von da sei man in Verhandlungen mit dem Management Guardiolas getreten, nach Weihnachten wurde eine Einigung erzielt.

Dass sich der heftig umworbene Ex-Coach des FC Barcelona, der bei den Katalanen um den viermaligen Weltfußballer Lionel Messi 14 Titel in vier Jahren gewonnen hatte, für München entschied, habe am "Gesamtkonzept" gelegen, vermutete Rummenigge. "Wir haben ein gutes Image", sagte er und ergänzte bezugnehmend auf andere europäische Vereine wie Manchester City oder den FC Chelsea, die ebenfalls um Guardiola buhlten: "Wenn es exklusiv ums Geld gegangen wäre, hätten wir überhaupt keine Chance gehabt."

Guardiola werde "wahrscheinlich" zwei Assistenten mit nach München bringen, vermutete Rummenigge. Namen nannte er nicht. Details zum Trainerteam und zu Spielertransfers würden erst in den nächsten Wochen diskutiert.

Die Profis des FC Bayern werden ihren künftigen Trainer im Sommer mit offenen Armen in München empfangen. "Das ist eine Königslösung. Hut ab, was unsere Chefs geleistet haben", sagte Kapitän Philipp Lahm. Die "Vorfreude" auf den Ex-Trainer des FC Barcelona sei "sehr groß", erklärte Lahm: "Pep Guardiola ist der Trainer in den letzten vier, fünf Jahren gewesen."

Auch Nationaltorhüter Manuel Neuer ist davon überzeugt, dass "so ein Trainer uns weiterhelfen wird". Zugleich betonten die beiden Wortführer der Mannschaft aber auch, dass es in den kommenden Monaten zunächst das erklärte Ziel der Spieler sei, dem 67 Jahre alten Heynckes einen großen, erfolgreichen Abschied zu bescheren. "Wir haben noch eine große Mission vor der Brust", erklärte Neuer. Lahm sprach von "mindestens einem Titel", den man Heynckes zum Abschied schenken wolle. "Wir stehen als Mannschaft in der Verantwortung", sagte Neuer zwei Tage vor dem Bundesliga-Rückrundenstart des Spitzenreiters gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth.

Stimmen zu Guardiola

Franz Beckenbauer (Ehrenpräsident Bayern München), bei Sky Sports News HD: "Da muss ich dem FC Bayern gratulieren, dass sie den Pep Guardiola bekommen haben. Ich kann mir vorstellen, dass er überschüttet wurde von Angeboten. Er ist in den letzten Jahren einer der besten und erfolgreichsten Trainer geworden. Ihn zu bekommen, da muss ich sagen: Herzlichen Glückwunsch."

Ottmar Hitzfeld (ehemaliger Bayern-Meistertrainer) bei Sky Sports News HD: "Er ist einer der besten Trainer der Welt, hat erfolgreich gearbeitet und passt zur Mentalität der Bayern. Er ist ein Trainer, der auch Zurückhaltung zeigt. Er ist sehr kommunikativ innerhalb des Vereins, was ja auch wichtig ist bei Bayern München. Er ist jung und hat jetzt ein halbes Jahr Zeit, die deutsche Sprache zu lernen. Das passt optimal."

Berti Vogts (Ex-Bundestrainer): "Mich überrascht nichts mehr bei den Bayern. Das ist natürlich eine tolle Sache für die Bundesliga. Ich glaube, dass Pep Guardiola dem deutschen Fußball mit seiner Art, Fußball spielen zu lassen, viele Impulse geben wird. Er wird mit seinem modernen Fußball die Bayern-Spielweise noch weiter perfektionieren. Meinem alten Gladbacher Freund Jupp Heynckes wünsche ich, dass er alle drei Titel, Meisterschaft, Pokal und Champions League, in dieser Saison gewinnt. Er hat tolle Arbeit in München geleistet."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer von Borussia Dortmund): "Da kann ich nur vollen Herzens und ohne Neid gratulieren. Man muss auch die Größe haben und sagen können: Chapeau! Das ist eine Riesengeschichte für die Liga, gibt ihr international noch mehr Reputation. Als ich davon gehört habe, war ich schon erstaunt. Denn ich weiß, wie schwer es ist, so einen Trainer zu bekommen. Wir müssen auf dieser Position aber nun nicht kontern, denn wir haben mit Jürgen Klopp den für Borussia Dortmund besten Trainer der Welt."

Andreas Rettig (DFL-Geschäftsführer) zu Bild: "Man kann dem FC Bayern zu der Verpflichtung von Pep Guardiola nur gratulieren. Das zeigt einmal mehr den großen internationalen Stellenwert der Fußball-Bundesliga. Und mit Guardiola wird das internationale Interesse an der Bundesliga sicher weiter steigen."

Martin Kind (Präsident Hannover 96) bei Sky Sports News HD: "Bayern München hat schon mit dem Transfer von Martinez ein deutliches Zeichen gesetzt, finanziell und sportlich. Dieses Zeichen haben sie nun noch einmal getoppt. Bayern will in Deutschland sowieso die Nummer eins sein, sie wollen sich auch international erfolgreich weiterentwickeln. Und deshalb ordne ich diese Entscheidung in eine strategische Überlegung ein."

(dpa/HA)
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