16.11.12

Deutscher Fußball-Bund

Ex-Präsident Zwanziger gerät immer mehr in die Isolation

Die Fußball-Prominenz distanziert sich nach der Buchveröffentlichung. Uli Hoeneß poltert: "Mein Geduldsfaden ist angespannt."

Foto: dapd
Theo gegen den Rest der Welt
Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß (l.) geriet in die Schusslinie von Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger

Hamburg. Uli Hoeneß hatte es geahnt. Dieses Buch werde ihn nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt in die Isolation treiben, hatte der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München nach Theo Zwanzigers Autobiografie mit sichtlicher Verärgerung erklärt. Die Kritiker des ehemaligen DFB-Präsidenten nehmen in der Tat täglich zu. Nun griff auch Liga-Chef Reinhard Rauball den Juristen aus Altendiez an.

"Wir haben gerade im Ligavorstand darüber gesprochen und missbilligen, dass Theo Zwanziger wichtige Interna herausgegeben hat", sagte Rauball im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt": "Wir müssen deutlich die Frage stellen, ob das für einen ehemaligen DFB-Präsidenten und ein noch aktives Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees angemessen ist." Der Ligavorstand sei der Auffassung, "dass es möglich sein muss, vertrauliche Gespräche zu führen, ohne befürchten zu müssen, dass diese irgendwann in einem Buch thematisiert werden".

Rauball, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, DFB-Vize Hermann Korfmacher, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Hoeneß - die Liste der Zwanziger-Kritiker ist prominent. Hoeneß hielt sich auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern am Donnerstagabend mit Äußerungen gegenüber Zwanziger zwar zurück, um beim souveränen Bundesliga-Tabellenführer keine "Nebenkriegsschauplätze" zu eröffnen, doch angesichts Zwanzigers jüngster Äußerungen droht ein erneuter Frontalangriff.

"Mein Geduldsfaden ist angespannt wie lange nicht, es darf nicht mehr viel passieren, bis er reißt", sagte Hoeneß angesichts der aus seiner Sicht unsachlichen Kritik des 67-Jährigen. Er habe sich angesichts der Kommentare von Zwanziger bislang sehr zusammenreißen müssen, so Hoeneß.

Im Zentrum von Rauballs Kritik an Zwanziger stehen derweil dessen Ansichten zum Auschwitz-Besuch einer DFB-Delegation vor der EM 2012. "Dieser Besuch ist intensiv vorbereitet worden. Ich war selbst zum ersten Mal dort und persönlich sehr betroffen wie alle Mitglieder der Delegation - gleichgültig, ob Offizielle, Spieler oder Trainer. Nun dieser Aktion die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit abzusprechen, ist in keiner Weise nachvollziehbar", sagte Rauball.

Es mache ihn zudem "persönlich betroffen", welche Meinung Zwanziger über seinen Nachfolger Niersbach vertritt. Zwanziger hatte geäußert, der Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz sei "zu schnell abgetan" worden: "Wer etwas Soziales macht, sollte das tun, weil er sich wirklich verpflichtet fühlt. Das muss man sichtbar machen. Das ist vor allem Sache des Präsidenten."

National steht Zwanziger immer mehr im Abseits, international vertritt er als Fifa-Exko-Mitglied aber immer noch den deutschen Fußball. Zudem sitzt Zwanziger auch noch in der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Die Staffelübergabe an Niersbach steht allerdings bevor. "Ich kann versprechen, dass ich bis 2015 in der Fifa-Exekutive bleiben werde, wenn ich gesund bleibe; damit ist die kooptierte Mitgliedschaft in der Uefa verbunden, in deren Exekutive Wolfgang Niersbach im kommenden Jahr meine Nachfolge antreten soll", hatte Zwanziger erklärt.

(sid/HA)
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