11.11.12

11,77 Millionen TV-Zuschauer

Wladimir Klitschko: "Ich dachte, dass er k.o. geht"

"Dr. Steelhammer" ringt in Hamburg den Polen Wach nieder und verteidigt drei WM-Titel. Zaungast "Sly" Stallone: "Wladimir ist klüger als Rocky."

Foto: dapd

Er hatte ihn kurz vor dem Knockout, doch am Ende siegte Wladimir Klitschko (hinten) gegen Herausforderer Mariusz Wach nach Punkten

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Hamburg. Wladimir Klitschko hat seine WM-Titel im Schwergewicht erfolgreich verteidigt. Der 36 Jahre alte Ukrainer bezwang vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger O2 World seinen polnischen Herausforderer Mariusz Wach einstimmig nach Punkten (120:107, 120:107, 119:109) und trägt damit weiter die WM-Gürtel der bedeutenden Verbände WBO, WBA und IBF. Für "Dr. Steelhammer" war es der 59. Sieg im 62. Profi-Kampf. Sein Bruder Witali Klitschko ist Weltmeister der WBC. Für Wach war es nach 27 siegreichen Profi-Kämpfen die erste Niederlage.

Klitschko, mittlerweile seit acht Jahren ungeschlagen, dominierte seinen bemühten, aber langsamen Gegner von Beginn an. In dem Polen hatte der uneingeschränkte Herrscher im Schwergewicht erstmals in seiner Karriere einen größeren Gegner vor den Fäusten. Der "Wikinger" ist mit 2,02 m vier Zentimeter länger als Klitschko. Er konnte diesen Vorteil zwar nicht ausnutzen, bewies aber Nehmerqualitäten.

Die Zuschauer sahen einen einseitigen, aber packenden Kampf. Der in den USA lebende Pole war für den beweglichen Champion viel zu langsam und in seinen boxerischen Mitteln arg limitiert. "Ich dachte, dass er k.o. geht, er war kurz davor. Aber er hat weitergekämpft", sagte Klitschko nach seinem Erfolg. Die Frage, ob er selbst nach den vielen Schlagen Schäden genommen habe, beantwortete der Ukrainer ganz cool: "Meine Hände sind okay, die halten noch."

Auch für den übertragenden Sender RTL hat Klitschko gehalten, was er versprochen hat: Im Schnitt 11,77 Millionen Fernsehzuschauer schalteten sich dem WM-Kampf zu, was dem Kölner Privatsender die Top-Quote am Sonnabend und einen Marktanteil von 53,7 Prozent bescherte.

"Ein toller Kampf", befand Hollywood-Star Sylvester Stallone, der unmittelbar am Ring Augenzeuge des Duells war. Der 66-Jährige produziert gemeinsam mit den Klitschko-Brüdern das Musical "Rocky", das in einer Woche in Hamburg Weltpremiere feiert. "Wladimir ist klüger als 'Rocky'", sagte Stallone. Der US-Schauspieler hatte im Boxer-Mehrteiler "Rocky" die Hauptrolle gespielt.

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Für Klitschko, der seine bisher letzte Niederlage am 10. April 2004 gegen den Amerikaner Lamon Brewster kassierte, war es der emotionalste Kampf seiner Karriere. Erstmals seit 2004 musste er ohne seinen verstorbenen Trainer Emanuel Steward in den Ring. Steward war am 25. Oktober im Alter von 68 Jahren in seiner Heimatstadt Detroit an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Klitschko widmete den Kampf seinem Lehrmeister, vor dem Duell wurde Steward mit zehn Glockenschlägen gedacht.

Im Kampf gegen Wach wurde Klitschko von seinem ehemaligen Sparringspartner, Steward-"Lehrling" Johnathon Banks, betreut. Banks boxt in wenigen Tagen selbst.

Bleibt die Frage, was "Dr. Steelhammer" überhaupt noch umhauen soll, wenn es schon seine Gegner nicht schaffen. Klitschko zeigte sich auch hierbei schlagfertig: "Frauen!", sagte der alte und neue Weltmeister.

sid/dpa
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