Pinneberg
28.01.13

Energie sparen

Deutsche Städte sollen von Schenefeld lernen

Wie lässt sich Energie einsparen? Die Deutsche Energie-Agentur wählte Schenefeld als bundesweite Musterkommune für Umweltstudie aus.

Von Katy Krause
Foto: eon
"Wir haben Schenefeld vorgeschlagen, weil es einfach passte": Jörg Rudat aus dem Innovationsmanagement bei der Eon-Unternehmensgruppe
"Wir haben Schenefeld vorgeschlagen, weil es einfach passte": Jörg Rudat aus dem Innovationsmanagement bei der Eon-Unternehmensgruppe

Schenefeld . Alle blicken auf Schenefeld. In den kommenden Wochen und Monaten strömen Energieexperten in die Stadt, um den örtlichen Einsparreserven auf den Grund zu gehen. Wie kann die Stadt noch effizienter mit Energie wirtschaften? Wodurch lassen sich Strom- und Heizkosten weiter reduzieren? Wie können Staus vermieden, Verkehrsflüsse verbessert werden? Diesen und anderen Fragen gehen die Fachleute nach. Am Ende sollen die Ergebnisse der Untersuchung auch anderen Städten und Gemeinden in Deutschland zur Verfügung stehen und ihnen dabei helfen, selbst effizienter zu werden und ihren Teil zur Energiewende beizutragen. Schenefeld soll als vorbildliches Beispiel vorangehen.

Denn als eine von drei Städten bundesweit wählte die Deutsche Energie-Agentur (dena) Schenefeld als Musterkommune für das Projekt "Energieeffiziente Kommune" aus. Schützenhilfe bei der Entscheidung bekam die dena vom Unternehmen E.on, das das Projekt finanziell unterstützt. "Wir haben Schenefeld vorgeschlagen, weil es einfach passte", sagt E.on-Mitarbeiter Jörg Rudat vom Innovationsmanagement.

Nach Magdeburg und Remseck am Neckar sollte als dritte und letzte Musterkommune eine Stadt aus dem Norden her. Schenefeld habe die richtige Größe, genügend Potenzial, mit der Nähe zu Hamburg die ideale Lage und die Kommunalpolitiker hätten den Willen gezeigt, auch etwas zu tun, erklärt Rudat den Vorschlag.

Die Weichen für das dreijährige Projekt stellte die Schenefelder Ratsversammlung während der vergangenen Sitzung. Gegen die Stimmen der FDP, die sich mehr Zeit ausbedungen hatte, stimmte die politische Mehrheit für die Teilnahme am Projekt. Die Liberalen warnt angesichts ungeklärter Details wie Datenerhebung davor, voreilig zustimmen. Das sahen CDU, SPD und OfS ganz anders. Sie sind begeistert von den guten Aussichten für die Stadt. CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke sagte: "Unser Problem ist es, dass wir unsere Entscheidungen immer aus dem Bauch heraus fällen. Ich verspreche mir von dem Projekt Grundlagen und Hilfe." Er wies auch daraufhin, dass Schenefeld zwar Jahre lang als Kommune Vorreiter in Sachen Energiesparen war, in den vergangenen Jahren aber das Thema nicht mehr den Stellenwert genoss. Nils Wieruch, SPD-Fraktionsvorsitzender, betonte: "Energieeffizienz ist das bewegende Thema der Zukunft. Wir können nur von der Aktion profitieren." Auch Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski, SPD, sprach sich für die Teilnahme aus, warnte aber vor der Arbeit. "Auf uns wird viel Arbeit zu kommen. Aber wir machen das zum Wohle Schenefelds."

Durch das Projekt, das das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert, kommt die neue Muster-Stadt in den Genuss von einigen Annehmlichkeiten. Unter anderem unterstützt die dena die Verwaltung bei der Einführung eines Energiemanagements. Mit Hilfe von Agenturberatern werden eine Bestandaufnahme angefertigt, Ziele und Maßnahmen definiert, ein Energiebericht und Klimaschutzprogramm erstellt. Dies bedeutet für Schenefeld aber auch, Verpflichtungen einzugehen. Unter anderem muss die Stelle eines Energiebeauftragten im Rathaus eingerichtet werden. Die Politiker entschieden sich dafür, keine neue Arbeitskraft, sondern die bisherige Umweltbeauftragte der Stadt mit den Job zu beauftragen.

In den kommenden drei Jahren ist das Ziel des Projektes, den Schenefelder Energieverbrauch in Bereichen wie Gebäude, Stromnutzung, Verkehr und Energiesysteme langfristig zu senken. "Wir werden den Schenefeldern helfen, möglichst viel für jeden Euro zu bekommen. Wir werden Fördermöglichkeiten und Sparpotenziale aufzeigen. Die Umsetzung und die Kosten liegen dann aber bei der Stadt", sagt Jörg Rudat.

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