Pinneberg
20.12.12

Barmstedt

Die Polizei, dein Freund und Bürgermeister

CDU schickt Ortwin Schmidt ins Rennen um die Nachfolge von Nils Hammermann. Er ist bereits der zweite Polizist, der sich um das Amt bewirbt.

Von Burkhard Fuchs
Foto: Burkhard Fuchs
Ortwin Schmidt möchte seine langjährige Erfahrung als Kommunalpolitiker für das Bürgermeisteramt in Barmstedt einsetzen
Ortwin Schmidt möchte seine langjährige Erfahrung als Kommunalpolitiker für das Bürgermeisteramt in Barmstedt einsetzen

Barmstedt. High Noon am Rantzauer See. Bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2013 wird es in Barmstedt zu einem Showdown der Sheriffs kommen. Nach Jörg Dittmer, 51, wirft nun mit Ortwin Schmidt, ebenfalls 51, ein zweiter Polizeibeamter seinen Hut in den Ring. Die beiden sind nicht nur gleich alt und gebürtige Barmstedter. Sie kennen sich seit Kindheitstagen, mögen sich und sind beide seit Jahrzehnten bei der Hamburger Polizei angestellt. Dittmer als Jugendbeauftragter, Schmidt als stellvertretender Dienststellenleiter der Verkehrspolizei in Harburg, wo er 70 Mitarbeiter hat.

In der Barmstedter Kommunalpolitik ist Schmidt ein alter Hase. Seit 16 Jahren ist er CDU-Parteichef, seit 15 Jahren Stadtvertreter, seit fünf Jahren CDU-Fraktionschef und zweiter stellvertretender Bürgermeister. Dem Kreistag gehört er zehn Jahre an. Die Barmstedter CDU, die 45 Mitglieder hat, hat ihren ersten Mann bereits zu ihrem Kandidaten gekürt. Da ist Schmidt weiter als sein Kontrahent Dittmer. Der ist von der Freien Wählergemeinschaft, deren Sprecher er ist, noch nicht nominiert worden.

Schmidt sagt: "Ich traue mir das Amt des Bürgermeisters zu. Ich setze mich seit 30 Jahren für die Belange der Bürger ein." Da sei es für ihn die logische Konsequenz, dieses bislang ehrenamtliche Engagement zu seinem Beruf zu machen. Dieser mögliche Berufswechsel wäre für ihn nicht ohne Folge. Sollte er zum Nachfolger von Nils Hammermann werden, der nach 19 Jahren Amtszeit nicht wieder antritt, gibt es für Ortwin Schmidt kein Zurück mehr. Seine Personalstelle bei der Hamburger Polizei jedenfalls würde nicht für ihn freigehalten.

Aber das will der CDU-Politiker ohnehin nicht. Seit einem Dreivierteljahr überlegt er mit seinen Parteifreunden, seiner Frau und den drei Kindern, ob er für dieses höchste Amt im Rathaus kandidieren soll. So reifte die Entscheidung, die seine Frau Susanne mit den Worten kommentiert: "Ich bin davon überzeugt, dass Ortwin der Richtige für Barmstedt wäre." So habe er sich lange für den Bau des Gymnasiums eingesetzt, war Mitbegründer des Fördervereins der Oberschule, die 1998 eröffnet wurde. Auch eine Gemeinschaftsschule gibt es in der Stadt. Alle Schulformen langfristig zu erhalten, wäre ein Ziel seiner Amtszeit, sagt Schmidt.

Als Bürgermeister möchte er die Verwaltung effizienter machen und die Kooperationen mit den Ämtern Hörnerkirchen und Rantzau ausbauen. Die Zusammenarbeit mit der Politik würde er eng und fair gestalten. In Barmstedt gebe es ohnehin keine echten Flügelkämpfe. Den Haushalt 2012 hatte die CDU mit der SPD und der linken BALL verabschiedet.

"Ich möchte ein präsenter Bürgermeister sein", sagt Schmidt und spielt darauf an, dass Hammermann sich zwar viel gekümmert habe, aber nie nach Barmstedt gezogen ist.

Die schwierigste Aufgabe dürfte wohl die Konsolidierung des Haushalts sein. Mit 16 Millionen Euro Schulden hat Barmstedt die zweithöchste Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis Pinneberg. Mit 1,7 Millionen Euro verfügt die Stadt im Grünen über die niedrigste Gewerbesteuer aller acht Städte. Darum plant Schmidt als Bürgermeister eine Doppelstrategie: einerseits den Tourismus des einzigen Erholungsortes im Kreis mit seinem See und der Museumsinsel weiter fördern. Andererseits möchte er an der Kreisstraße 18 zur Stadtgrenze nach Lutzhorn ein lukratives Gewerbegebiet mit Anbindung zur A 23 nach Horst-Elmshorn schaffen.

Sein Amt als Parteichef würde er nach seiner Wahl niederlegen, verspricht Ortwin Schmidt. Alles auf eine Karte setzt der dreifache Familienvater nicht. Er werde auch als Kandidat der CDU bei der Kommunalwahl antreten. "So oder so möchte ich hier weiterhin Kommunalpolitik machen."

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