Arbeitsmarkt Jugendarbeitslosigkeit in Niedersachsen nimmt zu

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Die Zahl der Arbeitslosen in Niedersachsen ist wieder leicht gestiegen. Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräftigen spürbar rückläufig.

Der niedersächsische Arbeitsmarkt hat im November an Schwung verloren. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Hannover berichtete, waren in den vergangenen Wochen insgesamt 253 356 Menschen auf der Suche nach einem Job. Das waren 0,3 Prozent mehr als im Oktober und 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Quote nahm landesweit um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent zu. "Die Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften ist spürbar rückläufig", sagte BA-Regionalchef Klaus Stietenroth. Die Dynamik lasse bereits seit einigen Monaten nach. Das Gesamtniveau der Beschäftigung bleibe allerdings hoch, die meisten Unternehmen hielten ihr Personal. Andererseits zögerten inzwischen viele, Mitarbeiter einzustellen, fügte Stietenroth hinzu. Und immer mehr Betriebe informierten sich über die Bedingungen für Kurzarbeit.

Es gab zudem 1,4 Prozent weniger neu gemeldete Arbeitsstellen als vor einem Monat und 19,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Schon im Oktober hatte Niedersachsens Wirtschaft weniger Personalbedarf gemeldet – obwohl die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat leicht auf 6,2 Prozent gesunken war. "Der Arbeitsmarkt kühlt ab", sagte Stietenroth. In Bremen lag sie im November bei 10,8 Prozent.

Misst man nicht nur die Zahl der offiziell Arbeitslosen, sondern die gesamte Unterbeschäftigung einschließlich Jobsuchender in Förder- und Weiterbildungsprogrammen, fällt der Zuwachs für Niedersachsen noch etwas größer aus: Die Summe von 337 133 "unterbeschäftigten" Menschen entsprach verglichen mit dem Oktober einer Steigerung um 0,4 Prozent. Jedoch waren es vor einem Jahr 3,7 Prozent weniger.

Unterm Strich arbeiten in Niedersachsen nach vorläufigen Berechnungen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als im Herbst 2011. Allerdings verlangsame sich das Wachstum, betonte die Bundesagentur für Arbeit. Positiv sei dagegen der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit: Bei jungen Leuten unter 25 Jahren sank die Quote zwischen Oktober und November von 5,4 auf 5,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie mit 4,9 Prozent aber etwas niedriger gelegen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nannte die längerfristige Zunahme der Erwerbslosigkeit unter Jüngeren bedenklich. "Gegenüber dem Vorjahr ist die Jugendarbeitslosigkeit angestiegen. Diese Entwicklung ist Besorgnis erregend", sagte DGB-Landeschef Hartmut Tölle. Die Landesregierung müsse hier mehr tun, etwa mit einer Ausbildungsgarantie für Berufseinsteiger.